Schlimme Barfußverletzungen - gibt es die ?
(Forumbeiträge seit Winter 2000 / 2001)

Wir alle kennen das: Wenn es um Verletzungen geht, die wir uns durch unser Hobby zuziehen können, sind der Fantasie der beschuhten Zeitgenossen keine Grenzen gesetzt!
Doch wie sieht's wirklich aus? Erzählt doch mal, was Euere schlimmsten Verletzungen waren, die definitiv durch barfuß laufen verursacht wurden und mit Schuhen nicht passiert wären!
Wie behandelt ihr Barfußverletzungen, vom winzigen Dorn bis zur dicken großen Scherbe, die den halben Fuß aufschlitzte?
Musstet ihr schon mal zum Arzt?
Ich selbst hatte eigentlich nur eine "schwere" Verletzung, an der barfuß schuld war: Auf einer Wanderung in Schweden bin ich von einem Stein abgerutscht und zog mir eine blutende Wunde an der großen Zeh zu. Ich behandelte sie mit Kamillentee und Hamamelissalbe und konnte schon am selben Tag wieder barfuß laufen.
Die Blasen die ich (und fast alle meiner Kameraden) uns einst von den scheußlichen Stiefeln bei der Bundeswehr zuzogen, waren viel schmerzhafter! Jeder, der bei diesem Haufen war, kann ein Lied davon singen, von den Blasen an der Ferse ... Man MUSS danach zwangsläufig zum Barfußläufer werden!
Bei einer weiteren Barfußwanderung, in Norwegen, knickte ich um und verletzte mir das Fußgelenk derart, dass ich die Tour abbrechen musste. Doch wäre ich in der Situation wohl auch mit Stiefeln umgeknickt, bzw. gestürzt. (Ich war in ein verdecktes Loch getreten)
Ob ich mir auch mit Stiefeln das Fußgelenk verletzt hätte, kann natürlich weder bejaht noch verneint werden. Das weiß man nicht. Vielleicht hätte ich das Gelenk nicht umgeknickt, dafür dann aber das Schienbein über dem Stiefelschaft ...
Die unzähligen Dornen, die ich mir schon eingetreten hatte, zähle ich hier nun nicht auf. Ich entferne sie normalerweise mit einer Pinzette oder fummle sie mit einer Nadel heraus.
Gruß, Bernd A

Ernsthafte Verletzungen hatte ich in meiner jetzt dreijährigen Barfußkarriere keine, schon gar keine, die ärztlicher Behandlung bedurft hätten (die Blasen, dich ich mir anfangs wegen untrainierter Sohlen gelaufen habe, zählen wohl eher zu den schuhbedingten Verletzungen).
Sehr selten habe ich mir mal einen kleinen Glassplitter in die Sohle getreten, wobei nur ein einziges Mal beim Entfernen des Splitters eine kleine Blutung die Folge war.
Die einzige etwas größere Verletzung habe ich mir im Wald zugezogen, als ich über einen umgestürzten Baumstamm gesprungen bin, wobei ich mir bei der Landung auf einem spitzen Ast einen etwas längeren, leicht blutenden Riss in der weichen Haut des Fußgewölbes zugezogen habe. Nach dem Reinigen und Desinfizieren der Wunde zu Hause kam ein Pflaster drauf und damit war die Sache erledigt.
Eine Tetanus Schutzimpfung sollte natürlich (auch für Schuhträger!) selbstverständlich sein. Peter_w_g

[Wenn es um Verletzungen geht, die wir uns durch unser Hobby zuziehen können, sind Fantasie der beschuhten Zeitgenossen keine Grenzen gesetzt]
Stimmt, die Stories über die möglichen, vielen, gefährlichen Verletzungen entstammen meist der Fantasie von Leuten, die selbst niemals barfuß laufen - ich bin vor 2 Jahren mal auf eine Scherbe getreten, was dann ein wenig blutete (wirklich nur ein wenig - 3 oder 4 Tropfen Blut flossen).
Letztes Jahr hatte ich mir allerdings einmal eine üble Blase gelaufen, dass war natürlich ziemlich unangenehm, aber auch nicht weiter tragisch, da hatte ich schon mehr und schlimmere Blasen durch Schuhe bekommen ... also, insgesamt habe ich noch nie schlimme Verletzungen durch das Barfußlaufen bekommen. Timu

Verletzungen am Fuß hatte ich bisher lediglich zweimal.
Ein Mal war ich barfuß hier in Karlsruhe auf einem Open-Air-Konzert und der Platz war mit Scherben komplett voll. Ich bin auf eine ganz kleine getreten, die so hartnäckig im Ballen steckte, dass 2 Sanitäter fast 20 Minuten brauchten, um sie zu entfernen.
Meine zweite Verletzung war wesentlich problematischer: Nagel im Fuß. Der Joke an dieser Verletzung ist jedoch: ich hatte Schuhe an!!!! Ergo: Schuhe sind gefährlicher als barfuß laufen :-)) Bernd (KA)

Hallo Forumsteilnehmer, viel habe ich hier noch nicht beigetragen, meist lese ich täglich die Beiträge und eigentlich wollte ich zu dem Thema Verletzungen auch nichts sagen, aber vor genau 3 Wochen und einem Tag ist mir doch ein Missgeschick passiert, und zwar ein übles.
Am 8. 1. bin ich abends im Dunkeln noch eine Runde barfuß gelaufen. Es waren so ca. +8° und eigentlich hatte ich recht kalte Füße. Außerdem war es noch nass, und als ich einen größeren Schritt über ein nicht so ganz zu erkennendes Hindernis machen wollte, rutschte ich mit dem linken Fuß auf dem matschigen Stück Wiese weg.
Da ich keine Lust hatte, mich auch noch in den Matsch zu legen, habe ich mich also, rein instinktiv, abgefangen. Dabei habe ich mich ruckartig mit dem Oberkörper nach links bewegt und so ist es mir gelungen, mich nicht lang hinzulegen.
Hätte ich wohl besser doch tun sollen. Es war nicht weit bis zu meinem Wagen und als ich zu Hause war habe ich mir die Bescherung erst einmal angesehen. Da meine Füße doch sehr kalt waren habe ich natürlich nicht viel davon gemerkt. So habe ich mir den linken Zeh an zwei Stellen aufgerissen, die ich erst einmal gesäubert und desinfiziert habe. Sah allerdings schlimmer aus als es war.
Nach 24 Stunden mit einem Pflaster und Betaisodona - Salbe war der Fall auch erledigt.
Ebenfalls nach 24 Stunden stellten sich starke Schmerzen unterhalb des linken Rippenbogens ein und zwar so heftig, dass ich in meinen Bewegungen stark eingeschränkt war. Niesen, Husten, Lachen – daran war gar nicht zu denken und an Schlafen nur bedingt.
An die Möglichkeit denkend, mir bei diesem "Abfangen" evtl. das Zwerchfell oder die Milz gequetscht zu haben, habe ich dann doch meinen Arzt aufgesucht. Natürlich habe ich diesem eine andere Geschichte aufgetischt. Gottlob handelte es sich nur um eine Bauchmuskelzerrung.
Auf jeden Fall werde ich in Zukunft vorsichtiger sein und ich glaube noch keiner hat sich beim Barfußlaufen eine Bauchmuskelzerrung geholt.
Serfuß und passt auf wo Ihr hintretet, besonders im Dunkeln UlliDO

Na das ist ja absolut keine typische Barfußverletzung!
Allerdings, wenn man so richtig tief nach Zusammenhängen sucht, kann der Barfußpessimist vielleicht doch noch was finden: Es könnte ja sein, dass die Bauchmuskeln unterkühlt waren, bedingt durch die Auskühlung über die nackten Füße ...
Absolute verkühlte Füße Bernd A

Ich kann mich eigentlich nur an eine Verletzung erinnern, war aber auch nix großes, war an meinem 1. Barfuß - Tag (25. 4. 2000), da war ich erst ein Stückchen unterwegs und bin durch einen Fluss (für Wiener: Die Liesing in der Nähe vom Wohnpark Alterlaa) gegangen und auf der anderen Seite wieder raus, dann habe ich nach 200 Metern bemerkt, dass ich aus der linken großen Zehe blute, wahrscheinlich ist das passiert, als ich durch den Fluss gewatet bin, da habe ich irgendwas gespürt, unter den Algen, die drin wachsen.
Aber am nächsten Tag war's schon wieder besser, hat schlimmer ausgesehen zuerst, wegen des Bluts! Robert

[Dornen zähle ich nicht auf ... entferne sie mit Pinzette oder fummle sie mit Nadel heraus]
Vielleicht brauch ich mal ne Anleitung, wie das geht.
Ich war gerade auf Mallorca. Zum Barfüßern fand ich es nicht sehr angenehm. Tausende winzig kleiner Glassplitter in allen Farben lagen auf den Wegen; ganz besonders schlimm am Yachthafen in Palma. Aber auch am Strand lagen viele Verletzungsfallen. Tausende von Seeigeln; etliche abgebrochene Flaschenböden, sonstige Scherben und eine scharfkantig zusammengepresste Blechdose.
Verletzt habe ich mich dann allerdings dort, wo ich nicht damit gerechnet habe; in der Kathedrale. Beim laufen über eine Metallplatte im Boden habe ich mir einen Metallsplitter eingefangen und den auch trotz Pinzette nicht entfernen können; also werde ich morgen meine Hautärztin aufsuchen, die gute Erfahrung mit mir und solchen Dingen hat.
So kleine Metall oder Glassplitterchen hatte ich mir schon mehrfach eingefangen; die schlimmste Verletzung ist allerdings bei der Hausarbeit in der Wohnung passiert; als mir beim Saubermachen eine in meinem Abstellraum hochkant an der Wand stehende schwere hölzerne Wasserwaage umgefallen ist und genau meine kleine Zehe getroffen hat. Drei Tage konnte ich kaum laufen.
Das wäre mit Schuhen mit Sicherheit nicht so schlimm gewesen. ...
Der vermutete Metallsplitter hat sich tatsächlich als eine winzig kleine Weißglasscherbe erwiesen, die allerdings so tief in meine Ferse eingedrungen ist, dass sie selbst meine Hautärztin mit ihren Spezialwerkzeugen nicht sehen konnte und erst ein Schnitt auf Verdacht an dem glücklicherweise noch sichtbaren kleinen Blutpunkt brachte dann das Übel zu Tage.
Wie schafft Ihr es also über solche Scherben zu laufen, ohne dass diese eindringen? Lothar

Was dem praktizierenden Barfußgeher wirklich alle paar Jahre mal passiert, sind Mini - Glassplitter in der Stadt oder Bienenstiche auf der grünen Wiese.
Mit der Pinzette an meinem Taschenmesser war dies noch nie ein Problem ... Ciao, Lorenz

Ich möchte die Aussage bestätigen und bekräftigen, daß trainierte Barfüße geradezu "unverwüstlich" sind. Verletzungen gibt es so gut wie nie. Sich- Blasen- Laufen- in- Schuhen ist viel häufiger!
Viele Grüße, MarkusII

Ich laufe im Sommer oft barfuß, ob das bei meinen Touren auf dem Rad ist, etwas das Rad barfuß schieben, oder auch mal zum Spaß durch den Wald laufen (Matsch ist cool :)).
Jetzt hab ich aber auch gelesen, dass viele auch auf dem weg zur Arbeit, oder durch die Stadt laufen. Habt ihr keine Angst, mal in Glas oder Splitter zu treten?
Besonders in der Stadt wäre mir das doch etwas zu gefährlich. jo

Ich kann nur für mich reden, aber "Angst" habe ich nicht ... ja, es stimmt, es gibt Glasscherben, Zigarettenkippen u.ä., aber ich versuche halt aufzupassen, wo ich hintrete ... und ab- und- zu mal passiert es auch, dass ich auf einen Glassplitter oder eine Zigarettenkippe trete, aber auch dann passiert meistens nichts, und wenn es dann doch mal eine kleine Brandblase von einer Zigarette oder einen kleinen Schnitt von einer Glasscherbe gibt, dass nehme ich dieses Risiko bewusst in Kauf und sage mir, dass man damit als Barfüßer einfach leben muss.
Ciao! Timu

Und was ist mit Tetanus und sonstigen Infektionen? Zumal Straßendreck in der Wunde auch sicher nicht gut ist. da bleib ich lieber auf meinen gut überschaubaren Wegen. jo

Da mache ich mir eigentlich nicht sonderlich viele Gedanken drum, da Verletzungen vom Barfußlaufen, wie schon im meinem vorherigem Posting gesagt, nur sehr selten vorkommen, wenn man denn aufpasst, wo man hintritt - da ist die Gefahr einer Infektion durch eine Verletzung der Hände, z.B. bei der Gartenarbeit, oder durch einen kleinen Schnitt beim Rasieren ungleich höher.
[da bleib ich lieber auf gut überschaubaren wegen]
Tu das - jedem das seine, und Hauptsache es macht Spaß. Ciao! Timu

Es sei dir unbenommen, mit den Wegen wählerisch zu sein, auf denen du gehst.
Tetanus ist allerdings eher in Schlamm und Erde zu erwarten, nicht im Straßendreck, weil der Erreger luftempfindlich ist. Die Impfung dagegen ist auf alle Fälle wichtig (bei der Gartenarbeit sind auch die Hände gefährdet).
Ansonsten habe ich schon mehr Blasen und abgelöste Zehennägel von Schuhen gehabt als Verletzungen vom Barfußlaufen. Es geht darum, dass man genau dann barfuß geht, wenn es Spaß macht und zum Wohlbefinden beiträgt!
Serfuß, Lorenz

Nachdem ich mich gestern mit einem barfuß-Läufer getroffen hatte, durfte mir mein Mann zwei tiefsitzende, kleine Glasscherben aus den Füßen herauspoolen.
Solche Erfahrungen sind nicht besonders dazu geeignet, einen Nicht-barfuß-Läufer vom Barfußlaufen zu überzeugen.
Wie geht's Euch denn so mit Eurer/m Partner/in und Verletzungen beim BarfußLaufen?
Mit freundlichen Füßen Eva H.

Hallo, also bei mir gegen null. Man muss mit der Zeit ein anderes Laufen lernen.
Ich schaue mir immer ein Stück Weg voraus, wie eine "Bahn", die ok ist. Und da laufe ich dann lang.
Glassplitter: selbst im Dunkeln glänzen sie oft und sind erkennbar. Es sind eigentlich immer die selben Risikostellen in der Gegend. Glasscherben z.B. z.B. an Grillplätzen usw.
Ich habe immer eine Sicherheitsnadel an der Hose. Damit kann man die typischen "Notfälle" bearbeiten.
Jörg (2)

Hallo, Eva, zwischen Deinen Zeilen lese ich, dass Du noch nicht so viel Erfahrung mit dem barfuß Laufen hast. Ich selbst verletze mich sehr wenig, und wenn, dann bin ich unaufmerksam gelaufen und habe mir einen Zeh angeschlagen (Leider trifft's fast immer den kleinen).
Ich denke daher, als Barfüßler entwickelt man schnell einen sechsten Sinn. Wie Jörg sagt: Man weiß ziemlich bald, wo die Splitter liegen und erahnt auch kritische Stellen (Grillplätze, Aussichtspunkte - wo das Volk halt gerne Bierflaschen kaputt macht).
Schließlich sind die Fußsohlen auch stabiler, und Du verletzt Dich nicht mehr an einer Scherbe. Eine Kollegin von mir, hier immer in Schuhen, ist vor kurzem in einem Urlaub barfuß durch einen Bach gelaufen und hat sich sofort übel an einer Scherbe verletzt. Mir hat das zu denken gegeben - ich glaube, ich wäre durch den Bach nicht so ohne weiteres durchgelaufen, hätte vielleicht auch schneller reagiert, wenn ich auf was Scharfes getreten wäre.
Dein Problem war wohl, dass Du mit jemandem gelaufen bist, der selbst schon fit und dem diese Problematik nicht bewusst war. Er hätte statt dessen daran denken sollen, dass Du Dich auf anderes konzentrierst und die Scherben nicht bemerkst und hätte Dich auf gefährliche Punkte aufmerksam machen sollen.
Lass Dich nicht entmutigen! Gruß, Kai (VS)

Hallo Kai, so war das ja nun nicht gemeint :).
Ich wollte damit wirklich nur ausdrücken, dass man mit so "tollen" Erfahrungen die nicht-barfuß-Läufer noch in ihren Vorteilen bestätigt: Die Straße ist schmutzig, man tritt sich 'was rein, ... 
Klar, bin ich noch nicht so erfahren im BarfußLaufen. Den ganzen Winter (o.k., ich bin da nicht jeden Tag barfuß gelaufen) habe ich mir absolut nichts in die Füße hineingetreten und jetzt geht's richtig los.
Aber das schreckt mich in keiner Weise ab: Ich war heute wieder barfüßig unterwegs.
Herzliche barfüßige Grüße Eva

Sowas ähnliches ist mir auch passiert, wenn auch in noch weniger überzeugender Konstellation: Ich habe mit einer guten Freundin einen ausgedehnten Barfuß-Spaziergang gemacht und SIE hat sich einen Splitter eingetreten, den ich ihr dann 2 Tage später entfernen mußte...
Leider stimmt der Titel dieses Threads: Kein überzeugendes Argument :-(
Ich habe schonmal Probleme mit sehr feinen Splittern (wie Stecknadelspitzen) (gehabt). Die habe ich mir dann früher oder später selbst heraus"operiert" und dazu stehe ich auch in Gesprächen mit anderen Menschen.
Schönreden oder gar Lügen ist nach meiner Ansicht der falsche Weg.
Allseits wohle Füße wünscht: Franek

Dieses Problem kenne ich nur all zu gut! Letztes Jahr habe ich kurz nicht aufgepaßt und bin in eine Wespe getreten. Meine Freundin hat fast einen Lachkrampf bekommen und spätestens zwei Tage später wußten es alle Bekannten.
Hat in dem Moment eh super gepaßt, da ich am gleichen tag mit ihr eine Diskussion über das barfußlaufen hatte und argumentierte, ich würde mich nicht verletzen, denn das war ihre Hauptargumentation, warum sie niemals barfuß laufen werde.
War dann wohl nix mit meiner Überzeugungsarbeit :-((
Bernd (KA)

Meine Frau akzeptiert heute meine "Gewohnheit" barfuß zu laufen ohne wenn und aber, kann schwarze Füße aber nicht ausstehen und findet sie absolut eklig. Wenn ich dann ein Problem wie du mit einem Splitter habe, weigert sie sich schlicht weg im Schwarz der Sohle herumzupuzzeln.
Wie du richtig sagst, das motiviert Nichtbarfüßer auf keinen Fall. Also gibt es nur eine Lösung, nämlich selbst mit einer Nadel entfernen oder noch besser erst gar nicht in Scherben hineintreten.
Erfreulicherweise passiert mir das – wahrscheinlich aufgrund meiner sehr wiederstandsfähigen Hornhaut – so gut wie nie, obwohl ich auch in der Stadtmitte nicht besonders auf Gefährliches achte. Das hilft dir aber nicht, höchstenfalls wenn du noch mehr auf festem Grund trainierst.
Vielleicht hast du einen Tipp, wie man seinen weiblichen Partner, wenn er grundsätzlich ganz gerne barfuß läuft, auch mal zu einer Tour auf schmutzigen Untergrund bewegen kann. Jedenfalls nicht, wenn man sich Splitter aus der Sohle ziehen lässt und damit den Anderen zwingt, die Auswirkungen des Städtelaufens aus kürzester Entfernung zu beäugen.
Steve

Ich sehe zu, daß ich mich unauffällig selbst verarzte!
Es ist weit seltener nötig, als in früheren Zeiten, wo ich mir nach dem Laufen mit Schuhen fleißig die Blasen verpflastert habe.
Ich verfechte anderen gegenüber nur das Barfußlaufen in der Natur. In der Stadt muß es meinetwegen nicht jeder mögen -- und ich komme da auch als "stand alone"-Lösung klar. Und nur wenn ich keine Risiken sehe (wie Bienen im blühenden Klee, Dornen und Disteln) schlage ich meiner Familie vor, daß ohne Schuhe gelaufen wird -- auf freiwilliger Basis.
Die größere Tochter tut's meist von ganz alleine, obwohl sie als Kind mal eine Phase hatte, wo nicht so recht wollte. Und ganz allmählich hat auch meine Frau den Großteil der Vorbehalte und Ängste abgebaut, die sie früher erziehungsbedingt hatte.
Wenn einem der Partner die Freiheit der Füße gönnt, ist es schon toll; er/sie soll sich dann ruhig Zeit lassen, um ohne Druck herauszufinden, was für seine Füße am besten ist!
Serfuß, Lorenz

Hallo Eva, hallo Forum, mir passiert sowas auch gelegentlich, dann allerdings eher mit Dornen o. ä.
Wenn ich dann meine Frau um Hilfe bitte, reagiert sie auch wenig begeistert (obwohl sie mehrere Jahre als Krankenschwester gearbeitet hat). Allerdings beklagt sie auch zu Recht, dass selbst dort, wo sich keine Hornhaut im klassischen Sinne befindet (und die Stellen der Fußsohle erwischt es ja beim Geübten wenn überhaupt), die Haut sehr fest ist und nach dem Dorn "gepopelt" werden muss.
Ich bin zwar kein Held, aber in solchen Fällen sehr und im Normalfall auch erfolgreich um Tapferkeit bemüht, trotzdem ist es ihr nicht geheuer.
Möglicherweise war - neben noch nicht ganz widerstandsfähiger Sohlenbeschaffenheit - in Evas Fall auch gerade die Tatsache, dass Du in Begleitung warst, von Belang : denn Du wirst vermutlich abgelenkt gewesen sein. Ein steter kontrollierender Blick auf die vor einem liegende Wegstrecke ist in meinen Augen (mir fällt gerade auf, wie hübsch doppeldeutig die Floskel ist ...) die beste Vorsorge !
Deshalb gehe ich barfuß auch nicht gerne in einem Pulk von Leuten - denn dann sehe ich nicht genug vom Weg vor mir.
Und schließlich bin ich, wie fast alle hier, ein - um es mit einem Slogan vergangener sozialistischer Wortschöpfer zu sagen - Arbeiter der Stirn und nicht der Faust. Wäre ich letzteres, hätte ich mit Wunden an meinen Händen ganz bestimmt mehr Stress als mit den seltenen, dann zwar unangenehmen aber alles andere als ernsten Bar - Fußverletzungen.
Füße an alle Georg

Gestern war ich, wie die Tage vorher, barfuß unterwegs. Dabei bin ich durch Wald und Wiese und durch die Stadt gewesen.
Irgendwie bin ich dabei ganz blöde in einen winzigen Stein getreten. Gestern pulte ich mir das Ding mit dem Schweizermesser raus, aber leider nicht ganz, wie ich dachte.
Heute konnte ich nur noch humpeln und bin dann zur nächsten Klinik gefahren. Dort habe ich mir erst mal blöde Sprüche übers Barfußlaufen anhören müssen. Dann wurde desinfiziert. Danach bekam ich zwei Spritzen direkt in den Ballen und hab erst mal geblökt. Meine Güte, hat DAS wehgetan!
Na ja, Desinfektion hinterher, dann war Doktorchen am Schnippeln und hat noch ein Stück Stein rausgeholt. Fragt mich bitte nicht, wie der da reingekommen ist und so tief.
Na ja, barfußlaufen fällt die nächsten Tage erst mal flach, und ich sitze hier mit nem fetten Verband, aber wenigstens tut es nicht mehr weh. ...
War heute bei einem Chirurgen, der mich erst mal völlig fassungslos angesehen hat. "Wie, ein Fremdkörper im FUSS?" Danach hat er aber brav seine Pflicht gemacht. Allerdings sagte er, ich müsste damit rechnen, erst in einer Woche wieder normal laufen zu können.
Glücklicherweise habe ich einen vollen Kühlschrank und einen Stapel neuer Bücher. Mann, und das bei dem megageilen Wetter, na ja, wenn es so sein soll...
Und die Moral von der Geschichte: Man kann aufpassen, soviel man will, wenn was ganz Kleines Fieses auftaucht, ist man geleimt, muss aber nicht sein.
Euch allen wünsche ich dicke Hornhaut und dass die Füße gesund bleiben.
Euer Francisco

[desinfiziert ... zwei Spritzen direkt in Ballen und hab erst mal geblökt ... hat DAS wehgetan!]
Bei diesem Bericht freue ich mich wieder darüber, dass meine Hautärztin in diesen Dingen so geschickt ist, dass alle Entfernungen bisher ohne Spritzen möglich waren.
Bei mir war's damals eine winzige Glasscherbe die so tief eingedrungen ist, das sie kaum zu finden war.
Gute Besserung
Lothar

Tröste dich, auch anderen passiert ähnliches! Letztes Jahr hatte ich mir auf der Holzbohlenterrasse von Bekannten einen Splitter so tief eingetreten (natürlich drin abgebrochen!), dass der dann auch vom Arzt entfernt werden musste. War aber zum Glück nicht so tief, so dass ich nach ein paar Tagen wieder barfuß laufen konnte.
Detlev

[Hast Du dich eigentlich schon jemals beim barfußlaufen verletzt? Ich kenne nämlich fast keinen Barfüßer (mich eingeschlossen), dem nicht schon ein Missgeschick passiert ist (Oli-M)]
Hi Oli, ja, aber in Situationen, die nicht spezifisch sind für Dauerbarfüßer, daher müsste ich eigentlich "nein" sagen.
Bei einem Frühstück unter Freunden in einer sonst ganz unverdächtigen Wohnung bin ich einmal in einen auf dem Rücken liegenden Reißnagel getreten (es war heiß und ich war nicht allein barfuß).
In einem See hat mich beim Hineinwaten im weichen Schlamm eine scharfkantige Weißblechdose ziemlich übel erwischt, wobei meine Hornhaut mich vor schlimmerem bewahrt hat.
Und ich habe mir einmal höllisch die Bänder am rechten Fuß überdehnt, als ich völlig überraschend in eine tiefe, überfrorene und dann beschneite Pfütze einbrach und umknickte.
Vor dem, was Ihr eher meint, Schotter, Scherben etc. habe ich keine Furcht.
Ich glaube, der "7. Sinn" funktioniert so (er ist schwer zu beschreiben): Man sieht als erfahrener Barfußgänger, ohne auf den Boden zu starren, Hindernisse schon am Rand des Gesichtsfelds und weicht automatisch aus. Oder der Fuß erspürt etwas unangenehm Scharfes oder Spitzes, und in äußerst kurzer Zeit verlagert man automatisch das Gewicht oder die Fußposition, um eine Verletzung zu vermeiden.
Es ist jahrzehntelange Routine bei mir, die auch auf Volksfesten, Open-Air-Konzerten und ähnlichem bislang ohne Klage funktioniert. Zumal eine gut gepflegte Hornhaut so geschmeidig und sensibel wie auch haltbar ist.
Dornen von Pflanzen oder kleine Scherben bohren sich übrigens in die Hornhaut, ohne durchzukommen. Ich habe immer eine Pinzette dabei.
Solche Stiche hinterlassen aber bei mir nicht wirklich eine Verletzung im Sinne der Frage (oder auch im Sinne des Wortes), es blutet nicht einmal. Julia

Es gibt also doch den großen Unterschied zwischen dem "Durchschnitts - Barfüßer" und dem "Dauer - Barfüßer. Das leuchtet mir ein, dass man als Ganzjahres-Barfüßer einfach einen geschärfteren und besseren "7. Sinn" hat. Das macht sicherlich die Routine. Du sagst ja sogar, daß Du "keine Furcht davor" hast.
Allerdings das mit der Hornhaut interessiert mich doch noch etwas genauer. Ich dachte immer, man bekommt durchs barfußlaufen eine dickere und geschmeidigere Hornhaut. Dies läßt sich aber nicht beliebig steigern. So war immer meine Meinung. Das haben mir auch einige Dauer-Barfüßer aus der DSS so erzählt und so hat es auch Richard Frazine in seinem Buch "The Barefoot Hiker" beschrieben. Vielleicht kennst Du ja dieses "Standardwerk" zum Thema barfußlaufen auch.
Ich war also der Meinung, wenn ich im Sommer regelmäßig barfußlaufe dann habe ich eben meine Hornhaut nach einer gewissen Zeit wieder. Da spielt es auch keine Rolle, ob ich da mal zwischendurch Schuhe trage.
Du bist aber der Meinung, daß Deine Hornhaut dich aber vor schlimmeren Verletzungen bewahrt ("es blutet nicht einmal"). Ist also die Hornhaut bei Dir wesentlich dicker als bei einem "Durchschnitts - Barfüßer"? Oder ist es auch eine Art Gewöhnung und die Schmerzgrenze ist durch das dauernde und jahrelange barfußlaufen herabgesetzt.
Als Hornhaut verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht nur die Haut an der Fußsohle sondern natürlich auch die darunterliegende Fettschicht und die Muskulatur an der Fußsohle.
Barfüßige Grüße Oli-M (33)

[Dornen von Pflanzen oder kleine Scherben bohren sich in Hornhaut, ohne durchzukommen. Solche Stiche hinterlassen nicht wirklich Verletzung im Sinne des Wortes, blutet nicht einmal]
Hi Oli, bevor es zu Missverständnissen kommt: Lies noch einmal den obigen Satz genau, dann siehst Du, dass kleine Verletzungen meiner Füße meist nicht bluten. Größere habe ich aber tatsächlich noch nicht gehabt.
Deine übrigen Fragen kann ich kaum beantworten. Mir fehlt ja der Vergleich, wie sich anderer Leute Füße anfühlen.
Meine Hornhaut ist dick und geschmeidig, ansonsten aber wohl kaum dicker als die von jemandem, der den ganzen Sommer ununterbrochen barfuß geht. Das Wachstum der Hornhaut ist wohl wirklich endlich.
So bin ich nicht unverletzlich, aber wohl erfahrener im automatischen Ausweichen und vorsichtig Auftreten, als es ein Mensch wahrscheinlich ist, der erst spät mit dem Barfußgehen angefangen hat und beim ersten Regentropfen oder bei Frost Schuhe anzieht.
Was das Gehen etwa auf Schotter u. ä. angeht: Ich nehme an, dass das Schmerzempfinden bei gleicher Empfindsamkeit subjektiv ist. Eine Freundin von mir ist Köchin: Die kann Töpfe ohne Schutz anfassen, die ich wegen der Hitze gleich fallen lassen würde. Natürlich würde sie sich verbrennen, wenn es zu heiß ist. Aber bis dahin ist ihre Toleranz größer.
Vielleicht ist es ja beim Barfußgehen ähnlich. Ich habe auch meine Grenzen: Lange Gänge bei scharfem Frost oder Gehen auf grobem Geröll vermeide ich.
In den Pyrenäen musste ich einmal eine Geröllhalde überqueren, einige Hundert Meter auf sehr scharfkantig zersplitterten Steinen. Ich blieb unverletzt, aber es war wie eine Folter, weil ich praktisch nur auf scharfen Graten Halt fand.
Ich werde keine Bergwanderungen mehr ohne meine Sandalen (die einzigen Schuhe, die ich habe) im Gepäck unternehmen. Lieber fünf Minuten Schuhe tragen, als sich eine halbe Stunde lang zu quälen. Vorletzten Winter beim (mehrstündigen) Spaziergang entlang der Loipe im Harz habe ich sie auch getragen.
Julia Fiona

Dass man sich barfuß vor Scherben zwar hüten sollte, andererseits aber auch durch die Hornhaut geschützt ist, belegen folgende Beiträge :
Die Scherbe, die durch meine Hornhaut will, muss gut sein und
vor Scherben schützen Hornhaut und der 7. Barfußsinn

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