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Kräftige und
trainierte Füße
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)
Kräftige und trainierte Füße (und Fragen)
Hallo zusammen, heute bin ich -
wie häufiger in den letzten Wochen - wieder barfuß gejoggt (und habe das bei
Temperaturen knapp über 10 Grad auch genossen).
Kurz nach dem Start bin ich auf
dem Wiesenweg in eine Kuhle getreten und spürte gleich einen stechenden Schmerz
im rechten Fußgelenk. Dieser Schmerz war mir wohl
vertraut, ihm folgte früher
regelmäßig eine längere Auszeit mit Zurückhumpeln, buntem Gelenk dank
Bluterguss, Kühlen, Bewegungseinschränkungen etc.
Da ich letztes Jahr aber
schon die Erfahrung gemacht hatte, dass meine Fußmuskeln dies jetzt erstaunlich
problemlos wegstecken, war ich zuversichtlich, bin einige Schritte gegangen -
und konnte wiederum schmerzfrei weiterlaufen.
Nun hatte ich anschließend noch
eine dreiviertel Stunde Zeit nachzudenken - und freie Füße beflügeln ja
bekanntlich das Denken. Herausgekommen sind einige Klar- - und auch einige
Unklarheiten. Ich fange mit den Klarheiten (zumindest, was ich dafür halte) mal
an :
Im Beitrag "Der Fuß, ein Wunderwerk der Natur" im Best of kann
man nachlesen :
Der Fuß ist ein Kunstwerk aus 26 Knochen, 114 Bändern und 20
Muskeln», schwärmte schon der Naturforscher Leonardo da Vinci, der dies
wusste, weil er Menschenkörper sezierte. Anatomisch betrachtet bilden die 26
Knochen die Hauptabteilung des Meisterwerks: sieben Fußwurzelknochen, fünf
Mittelfußknochen und 14 Zehenknochen. Sie formen zwei ineinander gefügte
Gewölbe - ein Brückengewölbe in der Längsrichtung, ein Quergewölbe im
Vorderfuß. Damit alle Einzelteile zusammenhalten und funktionieren, sind
zahlreiche Bänder und Muskelstränge »verbaut«.
Klar ist mir : trainierbar
durch regelmäßiges Barfüßern sind Sehnen und Bänder / Muskelstränge. Durch
die Beanspruchung, die insbesondere das Barfußgehen auf wechselnden Naturböden
mit sich bringt, werden sie von unserem Nervensystem vielseitig stimuliert,
dadurch gekräftigt bzw. in ihrem erreichten Trainingszustand erhalten. So weit,
so klar.
Vielleicht kann mir aber von unseren Biologen resp. Medizinern noch
jemand erklären, warum auf den beschriebenen Schmerz nichts mehr folgt.
Liegt
es daran, dass Muskeln aufgrund des Barfußtrainings zwar gedehnt werden (Folge
Schmerz), aber kaum mehr überdehnt werden können ?
Georg
Hallo Georg, Du stellst da einige interessante Fragen. Zwar bin ich kein
Arzt, habe mich aber, teils zwangsläufig auch als Trainer, mit dem Thema befasst.
Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass etwa ab dem Alter von 30
Jahren die Muskelmasse abgebaut wird. Das ist ein sehr langsamer Vorgang, der
sich erst ab etwa 70 Jahren beschleunigt. Durch Training kann man dem
entgegenwirken, so dass ein Mann mit 50 Jahren ohne weiteres mehr Muskelmasse
haben kann als ein Mann mit 20. Voraussetzung dafür ist regelmäßiges
Training.
Das gilt auch für die Bein- und Fußmuskeln. Deine Schilderung von
der Kuhle, in die Du getreten bist, lässt mich vermuten, dass Du kurz mit dem
Fuß umgeknickt sein dürftest, weil Du von Schmerzen im Gelenk schreibst.
Was
den Schmerz angeht, wird dieser bekanntlich durch Nerven signalisiert. Wenn ein
Nerv kurz eingeklemmt wird, empfindet man Schmerzen, ohne dass dies mit einer
bleibenden Verletzung einhergehen muss.
In Ju- Jutsu wird dieser Umstand z. B. bei
speziellen Nerventechniken ausgenützt. Vermutlich war Dein Fußgelenk kurz
strapaziert, aber nach einem Moment alles wieder in der Lage wie zuvor, ohne dass
dabei ein Blutgefäß verletzt worden und ein Hämatom entstanden wäre.
Verletzt werden bei einem solchen Vorgang im Regelfall nicht die Muskeln des
Unterschenkels (die Fußmuskeln haben mit dem Umknicken nichts zu tun), sondern
die Verbindungen zwischen Muskulatur und Fußgelenk, also die Bänder oder
Sehnen, die die Muskelkraft auf das Körperglied übertragen bzw. stabilisierend
wirken.
Ist man öfter umgeknickt, kann dies zu einer Längung und einer Neigung
zum Umknicken führen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass durch Dein
Gehtraining gute Reflexe erworben wurden, die im Fall des Umknickens sofort den
Einsatz der entsprechenden Unterschenkelmuskulatur veranlassen mit der Folge, dass
dem Umkicken durch Muskelanspannung Einhalt geboten wird.
Wenn wir unseren
Körper auch im höheren Alter noch gebrauchen wollen, müssen wir dafür
sorgen, dass wir ihn trainieren.
Dass dazu die Füße ganz wesentlich gehören,
brauche ich Dir, Georg, nicht zu sagen.
Hans - Martin
Drei "Komponenten" sind für mich
die "Essenz" für sicheres und schönes Barfußgehen: Neben fester Hornhaut, einem guten Bindegewebs-Polster zwischen Haut und Fußknochen (ist bei Schuhträgern kaum gegeben) sind die
unbewussten nervlichen Reaktionen schnell, um Verletzungsfreiheit und wirklichen
Genuss beim Laufen zu
garantieren ...
Allerdings bin
ich ohnehin eher kein "Augenmensch", sondern eher jemand, der auf den
Geräusch- und Tastsinn achtet.
Ganz allgemein ist die Sichtkontrolle beim
Barfußlaufen für mich nicht so wichtig, denn ich habe inzwischen die Erfahrung
gemacht: wohin ich die Füße auch setze, sie reagieren immer
"richtig", und man tut sich nicht weh. Die einzige Möglichkeit des
Sich - Wehtuens besteht, wenn man sehr müde ist: dann funktioniert die unbewusste
"Schnellkontrolle" nicht mehr richtig. Und dieses Risiko ist nach
meiner Erfahrung beinahe unabhängig davon, ob es hell oder dunkel ist!
Euer
MarkusII
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Die hilfreiche Schwarte
der Fußsohlen
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)
Ich habe in Erinnerung gelesen zu haben, dass die "Schwarte" im Bereich der Fußsohlen mit dem
Alter geringer wird und Barfußlaufen deshalb Schmerzen verursachen kann.
Ist
das die Folge von mangelndem Training in Schuhen - und lässt die
Trainierbarkeit der Muskulatur trotz Barfußgehens nach und setzt eine Art
Muskelschwund ein ?
Überhaupt wüsste ich über die biologischen Eigenschaften
dieser Schwarte und auch der Fußsohlenhaut gerne etwas mehr ...
Vielleicht kann
ja jemand meine Kenntnislücken auffüllen ? Würde mich jedenfalls freuen !
Serfuß Georg
Meines Wissens besteht die Schwarte einfach aus Fett, ist also ein
Fettpolster, was den Fuß beim Auftreten abfedert.
Im Alter werden diese
Fettpolster abgebaut und können so nicht mehr schützen. Gruß PeterWT
Mit einem Fettpolster an der Sohle sind wir alle auf die Welt gekommen, aber
mein Gewicht von 90 Kilo würde diese Wabbelmasse nicht tragen.
Das Fett an der
Sohle veschwindet entweder, oder es wandelt sich in zähes Bindegewebe um. Bei
mir fühlt sich die Fußschwarte auf jeden Fall wesentlich stabiler an, als der
"Rettungsring" um meine Leibesmitte!
Aufgrund mechanischer Belastung
entsteht in der Fußscharte Bindegewebe, das das ursprüngliche Fettgewebe
durchwächst. Und je öfter wir uns auf Schotterwegen heiße Sohlen holen, desto
dicker und stabiler wird dieses Polster.
Ohne die Herausforderung durch
Barfußlaufen über Stock und Stein sieht der Körper jedoch nicht ein, warum er
sich hier vervollkommnen sollte und baut einfach die Fußschwarte ab -- dann
läuft man unbequem auf Haut und Knochen.
Interessanterweise wurde in dem Fußgesundheitsartikel der BUNTEN
eine Methode genannt, mit der das Bindegewebspolster der Fußsohle
wiederhergestellt wird. Die Sohle wird durch Vereisen örtlich betäubt, dann
werden mit einem Laserstrahl minimale Verletzungen erzeugt, die ein Polster von
Narbengewebe entstehen lassen. Und die "fashion victims" können
wieder ohne Schmerzen laufen.
Ich erreiche das billiger durch Barfußlaufen auf
Schotterwegen :-) Lorenz
Hallo Lorenz, in einem Artikel über das Abnehmen, wurde unter Anderem auch
vorgeschlagen, hartnäckige Fettpolster durch Medikamente aufzulösen. Der
Nachteil dieser Methode sei jedoch, dass dabei auch erwünschte Fettpolster wie
in der Fußsohle damit abgebaut würden.
Ich weiß nicht mehr, wo dieser Artikel
zu finden ist, habe mich dann aber auf die Suche im Internet begeben. Die
Resultate habe ich unten aufgeführt.
Ich denke das Fettpolster im Fußballen
ist mit dem im "Rettungsring" nicht unbedingt zu vergleichen. Die
Fettzellen am Bauch haben in erster Linie die Aufgabe, Energie in Form von Fett
zu speichern. Dazu müssen sie in der Lage sein Fett aufzunehmen und abzugeben.
Es sind sogenannte aktive Fettzellen.
Die Fettzellen in der Fußsohle nehmen
weder Fett auf noch geben sie es ab. Sie sind inaktiv. Keiner nimmt schließlich
an den Fußsohlen zu, wenn er zu viel ist. Die Aufgabe dieser Fettpolster ist
es, den Stoß abzudämpfen. Sicher entsteht dieses Fettpolster aus dem
"Babyspeck" unter den Füßen. Aber ich denke nicht, dass dieser
"Babyspeck vollständig abgebaut wird.
Nun zum Internet: Stichwort
Fettpolster der Fußsohle http://www-x.nzz.ch/format/broadcasts/transcripts_180_175.html
.... Fett steckt in jedem Menschen. Fuß- und Handballen sind Fettpolster....
http://www.netdoktor.de/krankheiten/Fakta/fersensporn.htm
... Jedes Mal wenn Sie
einen Schritt machen, tragen Ihre Fersen die Belastung des ganzen Körpers. Das
Fettkissen unter der Ferse und eine große Sehnenplatte unter der Fußsohle
dämpfen die Belastung. .... Da das stoßdämpfende Fettpolster unter dem Fuß
mit den Jahren schrumpft, sind besonders Männer und Frauen im mittleren Alter
gefährdet. http://mitglied.tripod.de/phimose/ana-testat-4.html
... Unter dem
Fettpolster der Fußsohle spannt sich die Plantaraponeurose aus ...
Auch zum
Stichwort Haut habe ich einiges gefunden: http://www.medizinfo.com/wundmanagement/haut.htm
... Fettkissen sorgen für gemütliche warme Polster. Die Unterhaut besteht aus
lockerem Bindegewebe, in das wie kleine Kissen Fettpolster eingelagert sind.
Durchzogen wird das Bindegewebe von Ausläufern der festen Fasern der
Lederhaut. Diese Fasern sind fest mit der unter der Subcutis liegenden
Körperfaszie verbunden. So haben sie die Funktion von Haltebändern, die die
Haut mit dem darunterliegenden Gewebe verbinden. Je nachdem, wie stark diese
Haltebänder entwickelt sind, lässt sich die Haut auf ihrer
"Unterlage" verschieben, z. B. auf dem Handrücken, oder nicht, z. B.
unter der Fußsohle. Alle Hautschichten werden begrenzt durch eine Faszie.
An
die Hautschichten schließt sich die allgemeine Körperfaszie an. Sie besteht
aus sehr festen Kollagenfasern. Je nach Körperregion folgt dann Muskulatur,
Knochen, Knorpel oder Fett. Die Haut älterer Menschen verändert sich. Mit
zunehmendem Alter verändert sich der Aufbau der verschiedenen Hautschichten.
Sie werden beträchtlich dünner. Die Fettschichten nehmen ab, ebenso die
Kollagenfasern und die elastischen Fasern. Die Anzahl der eingelagerten
Schweißdrüsen wird geringer. Die Durchblutung, und damit die Versorgung mit
Sauerstoff und Nährstoffen, geht zurück.
http://www.art.abk-stuttgart.de/rottmann/physis_haut.htm
Die Dicke der Haut variiert beim Menschen zwischen einem halben Millimeter am
Augenlid und vier Millimetern oder mehr an den Händen und Fußsohlen. ... Je
weiter die älteren Hautzellen von den neu gebildeten Zellen nach außen
geschoben werden, desto mehr verhornen sie, bis sie schließlich an der
Hautoberfläche als tote Zellreste abschilfern.
Die darunterliegende Dermis
bildet ein Netzwerk aus Bindegewebe, Collagen und elastischen Fasern, in das
Schweißdrüsen, Nervenenden, Blutgefäße, Fettpolster und Haarfollikel
eingebettet sind. Da die Haut/Fußsohle mit dem Alter abnimmt, wird dann auch
das Barfußlaufen unangenehmer. Dagegen hilft dann wohl nur andauerndes Training
Gruß Peter
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