[Scherbe ... muss gut sein] [Vor Scherben schützen Hornhaut und der 7. Barfußsinn]

Die Scherbe, die durch meine Hornhaut will, muss gut sein
(Forumbeiträge im Sommer 1999)

Heute ging ich über den Bonner Flohmarkt. An einer Stelle, an der es deutlich bergab ging und ich im Gras recht zügig ging, spürte ich plötzlich etwas Unangenehmes unter einem Fuß. Ich ging erst weiter, aber war dann doch neugierig, was es denn gewesen sein könnte, denn so etwas hatte ich noch nie gespürt.
Dann habe ich gestaunt: Es war ein abgebrochener Flaschenboden einer 0,33 l - Flasche mit bis über zwei Zentimeter hohen Zacken. Ich war voll drübergelaufen - und habe mir nicht einmal einen Kratzer geholt. Da ich in der Woche (seit des Mensa - Verbots) auf vielleicht 50 bis 80 km barfuß komme, bin ich nun wahrlich kein Fakir.
Also wieder ein Ergebnis mehr für die "Wissensdatenbank" "Best Of": Normal trainierte Barfüße halten schadlos viel mehr aus, als in unserem Kulturkreis bekannt ist. Dazu passt übrigens ein Bericht der DSS über Neuseeland, wo ganze Familien völlig unbesorgt auch über ziemlich scherbenreiche Straßenpartien laufen, ohne dass sie sich verletzen würden oder dies als große Gefahr ansehen würden.
Den Flaschenboden habe ich mitgenommen, z.B., um ihn ggf. Zweiflern unter die Nase zu halten. ...
Nachtrag zum unfreiwilligen Experiment Hallo zusammen! Der Vollständigkeit halber (nur, damit unsere "Datenbank" sozusagen "seriös" bleibt): Wie ich erst später bemerkt habe, habe ich mir doch zwei kleine Schnitte zugezogen (je etwa 4 mm lang). Einer hat die Hornhaut nicht durchdrungen, und aus dem anderen war doch einmal ein ganz klein wenig Blut gesickert (allerdings erst Stunden nach dem "Ereignis" bemerkt, und nachdem ich den Beitrag hier geschrieben hatte).
Er lag auch vor der Ferse, wo die Haut viel dünner ist. Ich hatte nach dem Drüberlaufen gleich (eher oberflächlich, denn es tat ja nichts weh) kontrolliert und nichts gesehen, und auch, als ich nach 5 km zu Hause angekommen war, nichts festgestellt. Na ja, das Ergebnis bleibt für mich dennoch dasselbe: überraschend positiv!
Viele Grüße an Euch alle, Euer MarkusII

[habe gestaunt ... abgebrochener Flaschenboden mit bis über zwei Zentimeter hohen Zacken ... voll drübergelaufen ... nicht einmal Kratzer geholt]
Meine Kollegen haben mich gestern zum ersten mal in eine Disco mitgeschleppt. Da dort, wo wir hinwollten (und wo ich barfuß keine Hemmungen gehabt hätte, da ich mir das "Terrain" beschreiben ließ), Stromausfall war, gingen wir in eine Disco, wo ich barfuß vielleicht wirklich nicht hätte hinsollen (für Wiener: Flex).
Ich bin fast alle 10 Sekunden auf Scherben gestiegen (und dauernd in Bier), außerdem sind mir auch immer wieder Leute oben draufgestiegen. Bei den Scherben war gefühlsmäßig auch zweimal ein Bierflaschenboden dabei (gesehen hab ich's aber nicht).
Resultat: Ganz ungeschoren bin ich zwar nicht davongekommen, Ich holte mir einen kleinen mitteltiefen Schnitt nach 2 1/2 Stunden (definitiv nicht von dem Flaschenboden, da es den anderen Fuß betroffen hat), nach dem ich dann doch zu tanzen aufgehört habe, zudem der Boden durch Bier ziemlich rutschig geworden ist.
Aber ich hatte keine Probleme, danach barfuß nach Hause zu gehen, und heute zu Quidam (Cirque de Soleil).
Fazit: Man hält wirklich viel mehr aus, als man glauben mag, aber man sollte es nicht zu weit treiben, d.h. in diese Disco geh ich nicht mehr barfuß, aber die andere eigentlich geplante (U4) probier ich schon noch aus. ;-)
Ciao and bye, (:Clemens:)

Hallo Clemens! Mir für meinen Teil fällt es leider etwas schwer, Deinem Bericht Glauben zu schenken. Es sind aber "nur" theoretische Erwägungen, die mich zweifeln lassen. Womöglich sieht die Praxis ganz anders aus, eben so, wie Du sie beschrieben hast. Und das wäre natürlich optimal, denn dies würde eindrucksvoll zeigen, dass man ohne Angst vor Verletzungen fast überall hin barfuß gehen könnte.
Mich lässt aber folgende zweifeln :
- Ich glaube, es ist sehr schmerzhaft, wenn einem einer mit Schuhen auf die Füße, v.a. auf die Zehen, tritt. Gar nicht auszudenken, wenn man unter einen hochhackigen Frauenschuh geraten würde.
- Ich bin über den abgebrochenen Flaschenboden ja "voll drübergelaufen": Mir ist m.E. nur deshalb nichts passiert, weil der Bewegungsablauf so war wie von der Natur eigentlich für jeden vorgesehen: Sofortige Gewichtsverlagerung bei auftretendem unangenehmen Gefühl unter der Sohle, viel schneller, als man denken kann. Du hingegen hast in der Disco getanzt - zum normalen Bewegungsablauf beim Gehen kommen noch Dreh- und Gleitbewegungen hinzu, und nicht selten wird ein großer Teil des Gewichtes auf einen kleinen Teil eines Fußes verlagert, und man dreht sich z.B. dabei.
- Die Hornhaut wird durch die Flüssigkeit auf dem Boden etwas geschwächt.
- Unter obigen Umständen bist Du ungefähr 900 Mal auf Scherben getroffen ...
Wie gesagt, ich habe damit so meine Schwierigkeiten ... Viele Grüße MarkusII

[Mir fällt es schwer, Deinem Bericht Glauben zu schenken]
Warum sollte ich bewusst Anglerlatein erzählen?
[schmerzhaft, wenn einer mit Schuhen auf Füße tritt ... nicht auszudenken ... unter hochhackigen Frauenschuh] Hochhackige Frauenschuhe gab es nicht, denn mit so was kann man IMHO überhaupt nicht discomäßig tanzen (zumindest dort wäre es unmöglich gewesen), und "normale" Schuhe verteilen sich mit dem Gewicht recht gut, zudem die Tritte vermutlich meistens oder immer von der Spitze kamen.
[bin über abgebrochenen Flaschenboden ja "voll drübergelaufen" ... nur nichts passiert, weil Bewegungsablauf war wie von Natur eigentlich vorgesehen: Sofortige Gewichtsverlagerung bei unangenehmen Gefühl unter Sohle ... Du hingegen hast in Disco getanzt ... kommen noch Dreh- und Gleitbewegungen hinzu, nicht selten großer Teil des Gewichtes auf kleinen Teil eines Fußes, und man dreht sich]
Zugegebenermaßen hab ich sehr auf meine Bewegungen geachtet, sodass meine Reflexe meiner Meinung nach noch gut wirken konnten. D.h. ich bin nur selten mit beiden Füßen gleichzeitig hochgehüpft, und habe drehende und schleifende Bewegungen ziemlich vermieden, außer um etwas wegzukicken. D.h. ich hab nicht so getanzt, wie man in einer Disco eigentlich tanzen sollte, zudem das normalerweise eh nicht mein Ding ist (obwohl dieses Ausprobieren eigentlich ganz lustig war ;-) ).
[Hornhaut wird durch Flüssigkeit auf Boden geschwächt]
Echt feucht war es erst in den letzten 10 Minuten, wo ich mir die Verletzung vermutlich auch zugezogen habe. Vorher waren es nur ein paar "Zonen", die kaum was ausgemacht haben dürften.
[bist ungefähr 900 Mal auf Scherben getroffen]
Vielleicht waren es nicht dauernd Scherben (z.B. einmal vermutlich eine Uhr, die mein Kollege dann am Rand wiedergefunden hat ;-) ), aber sicher sehr oft.
Wichtig ist, senkrecht draufzusteigen. Du hast doch sicher auch schon von Leuten gehört, die aus einem Meter Höhe (oder mehr?) auf Scherben springen? Nicht das ich das auch probieren will, aber das "System" in der Disco war sicher ein ähnliches ...
[Wie gesagt, ich habe damit so meine Schwierigkeiten]
Ich habe fünf Zeugen! Zwei unbekannte Mädels, die sich sehr gewundert haben, und drei Kollegen, die sich über nichts mehr bei mir wundern. ;-)
Im Ernst: Ich weiß wirklich nicht, wie oft es Scherben waren, und das 10 - Sekunden - Intervall war erst am Schluss ein solches, aber du kannst mir ruhig glauben. So besoffen war ich nicht, dass ich das alles nur geträumt hätte. Ciao and bye, (:Clemens:)

Hallo Clemens! Gucke nur schnell herein und freue mich über Deinen Bericht!
Jetzt fällt es mir überhaupt nicht mehr schwer, Dir zu glauben! Wie Du ja weißt, haben wir immer wieder mit Leuten zu kämpfen, die uns "hochnehmen" und lächerlich machen wollen. Es gibt eben sehr plumpe Formen und auch sehr subtile, und da ich nicht die Erfahrung mit "Barfuß in der Disko" habe wie Du, dachte ich angesichts der von Dir geschilderten "Extrembedingungen", es wollte uns jemand "einen Bären aufbinden".
Umso mehr freut es mich, dass gesunde Füße so "strapazierfähig" sind und man sich deswegen - objektiv gesehen - nur ganz selten in Schuhe zwängen muss.
Wenn da nicht unsere in diesem Punkt völlig verdrehte "Kultur" wäre, die objektiv Schädliches und Beeinträchtigendes als "gut" ansieht und vorschreibt!
Viele Grüße erst einmal und viel Spaß beim Barfußlaufen, -tanzen, -wandern, -etc. etc.! MarkusII

Hallo MarkusII, [habe gestaunt ... abgebrochener Flaschenboden mit bis über zwei Zentimeter hohen Zacken ... voll drübergelaufen ... nicht einmal Kratzer geholt]
Respekt, ich glaube nicht, dass meine Füße das so unbeschadet mitgemacht hätten.
Aber wenn man sich mal Deine Laufleistung ansieht, glaube ich das gerne :
[Da ich in der Woche auf 50 bis 80 km barfuß komme]
Da läufst Du aber ziemlich fiel zu Fuß herum! Diese Kilometerleistung dürften auch beschuht nur verhältnismäßig wenige Leute verzeichnen (immerhin 7 - 11 km/Tag).
Sind das alles Deine Alltagsstrecken oder sind hier auch explizite Barfußspaziergänge bzw. -wanderungen dabei? Neugierige Grüße Kai

Hallo Kai! Freut mich, von Dir zu hören! Wie gesagt, habe ich auch gestaunt.
Wie ich bereits Clemens schrieb, glaube ich, dass es nur wegen dem von der Natur eigentlich für jeden so vorgesehenen, natürlichen Bewegungsablauf so reibungslos verlief. Die festere Sohle bietet m. E. allerdings sehr deutlich zusätzlichen Schutz, denn "zusammengezuckt" bin ich nicht, und es war bei diesem Schritt dauernd ziemlich viel Körpergewicht auf dem Glasteil - aber eben nicht mehr, als es gut gewesen wäre.
Bei meiner "Kilometerleistung" habe ich alles (auch die Spaziergänge) mit berücksichtigt. Ich nutze jede Gelegenheit, zu Fuß zu gehen, und ich wünschte, ich könnte noch viel mehr so unterwegs sein.
Viele Grüße aus dem Rheinland, MarkusII

Tach auch! Tja, ich sag ja auch immer: "Die Scherbe die durch meine Hornhaut will, muss gut sein ..."
Fuß zum Gruß Schnaxel

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Vor Scherben schützen Hornhaut und der 7. Barfußsinn
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Hallo Leute und vor allem die "Immerbarfüßer"
Am Samstag war ich beim Altstadtweinfest in Zeil am Main. Ich hatte überlegt die Schuhe zu Hause zu lassen, entschloss mich aber doch zu Sandalen; für mich eine sehr weise Entscheidung.
1. War das Gedränge so dicht, dass man nicht mal mehr den Boden sah und auch keine Chance gehabt hätte den Scherben auszuweichen.
2. Lagen am Ende der Veranstaltung so viele Scherben auf der Straße, dass ich dachte, ich würde auf den Förderband einer Glasrecyclinganlage laufen.
Am Samstag wagte ich dann doch barfuß Brötchen zu holen. Trotz gewaltiger Leistung des Scherbenräumkommandos lagen immer noch sehr viele vor allem sehr kleine Scherben rum. Ich durfte mir dann den Kommentar anhören; No, noch net nei aaner Scherbn gsabbt?
Slalomlaufen und höchste Konzentration um Scherben auszuweichen macht barfuß keinen Spaß. Zum Frühschoppen hatte ich dann wieder Sandalen an den Füßen.
Aber wie meistert ihr "Immerbarfüßer" so einen Parcours? Lothar

Auszug aus dem "Köln - Marathon-Teil" des Forums des Kölner "Express"
Von: Theresa - Datum: 04. 08. 2000
Bin die letzten Wochen mein übliches Trainingspensum gelaufen. Natürlich alles barfuß. Meine Fußsohlen werden immer besser.
Es ist unglaublich, wie gut sich die Haut an den Sohlen an das Barfußlaufen gewöhnt. Ich habe mal nicht gut aufgepasst und es lagen ziemlich viele Glasscherben auf einem Radweg. Aber kein Problem, ich habe sofort nachgesehen. Kein einziger Kratzer oder die kleinste Verletzung.
Viele Grüße, MarkusII

Ja kleinere Glasscherben sind glaube ich nicht das Problem. Die können einer gut trainierten und gepflegten Hornhaut nicht viel anhaben. Und Barfußläufer haben da einen SIEBTEN SINN.
Aber beim joggen und so (härterer und manchmal unkontrollierter Auftritt) und bei etwas größeren Teilen halte ich das schon für sehr gefährlich.
Ich hab da auch schon Probleme damit gehabt. Wenn man da nicht total aufmerksam ist, dann hat man sich da schnell was eingetreten und das kann dann auch ganz schön weh tun.
Es hängt wohl auch wirklich mit dem "Training" zusammen. Dauer - Barfüßer müssen da wohl wirklich einen Vorteil haben. Sprich: Die Hornhaut ist nach Julias Schilderung wohl tatsächlich unempfindlicher als beim "Durchschnitts - Barfüßer". Da könnte ich sogar manchmal etwas neidisch werden ;)
Aber wie gesagt, nicht jeder ist zum Dauer - Barfüßer geboren.
Barfüßige Grüße Oli-M (33)

Ich muss vorausschicken, dass ich mit Joggen keine Erfahrung habe.
Nach meiner sonstigen Erfahrung ist es aber eher umgekehrt - im "Best Of" findet sich z.B. ein Bericht von mir, in dem ich schildere, wie ich plötzlich etwas Ungewöhnliches unter der Sohle bemerkt habe, zurückgegangen bin - und dann lag da ein abgebrochener Flaschenboden im Gras. Das Ding habe ich heute noch bei mir zu Hause, die Zacken sind bis zu 2,5 cm hoch (und diese standen nach oben).
Ich bin mit vollem Schwung (bergab) darüber gegangen - aber eben mit dem automatisch vorhandenen "siebten Sinn". Getan habe ich mir dabei so gut wie nichts, und das weitere Barfußlaufen war nicht beeinträchtigt.
Ganz kleine Glassplitter hingegen kann man sich leider auch als Fortgeschrittener holen - ich möchte bei Gelegenheit einmal bei "Bernd A" nachfragen, wie das denn bei ihm in der "Meisterklasse" aussieht ...
Nach meiner Erfahrung muss man als einigermaßen Geübter nicht "total aufmerksam" sein. Die Füße kommen auch so bestens zurecht - auch wenn mal größere Scherben herumliegen.
Viele Grüße MarkusII

Zu Scherben : das beste ist schauen wo man hinläuft !
Es kommt auch auf den Boden drauf an, bei Pflastersteinen fallen die Scherben meistens zwischen die Steine, wenn aber zu viel Sand dazwischen ist, muss man aufpassen, dass eine Scherbe nicht rausschaut. Das selbe auch mit den rundlichen Steinen, glaub die nennt man "Katzensteine".
Bei glatten Böden (Beton, Granit, Teer) finde ich's gefährlicher.
Ich sehe Scherben aber meistens in der Nähe von Bars die hauptsächlich von Jugendlichen besucht werden, die sich einen Spaß draus machen Flaschen zu zertrümmern. Die Scherben werden zwar meist zusammengewischt, es bleiben aber oft ganz kleine Stückchen zurück. Da hilf nur "boden scannen", mit den Augen schnell schauen wo man hintritt.
Am besten hilft natürlich eine dicke sohle ! Ich bin vor Jahren 2 mal zufällig in Scherben getreten, und mir nichts gemacht, vielleicht hatte ich auch nur glück. Einmal hab ich auch eine "Pünesli" erwischt, die kleinen Dinger mit 3 spitzen um Blätter an Pinnwände anzuhängen. Hab plötzlich gemerkt dass mich etwas unter der sohle juckt, hatte sie fast nicht gespürt !
Ciao Maurizio

Hier ein kleiner Bericht über das Weinfest in Hatzenport/Mosel:
Wir (meine Frau und ich) waren am Samstag bei Freunden zum Weinfest. Ich zog auf dem Hinweg Birkenstocks an und auch als wir noch in der Wohnung (vom Balkon aus konnte man das gesamte Fest überblicken) waren, trug ich sie immer noch. Dann jedoch sah ich einen Jungen und auch einen Mann barfuß da herumstehen.
Es war zwar warm, aber es könnten ja Scherben, Zigarettenkippen oder sonstige bei Festen übliche Bodenausstattungen herumliegen. Deshalb dachte ich, zur Sicherheit könnte man die auch auf dem Festplatz selbst anbehalten.
Dann der Abmarsch auf den Festplatz. Nach kurzem Überlegen Birkis in die Ecke und runter ins Vergnügen. Natürlich folgten vielfache Warnungen: "Das ist doch leichtsinnig!" oder 5 mal: "Du musst unbedingt Schuhe anziehen!"
Dennoch, da wollte ich nun durch, zumal ich ohne Schuhe eine bedeutend höhere Kondition bei Wärme habe (liegt wohl an der direkten Wärmeableitung der erhitzten Füße in den Boden).
Nix Schuhe, weiter mit dem entspannenden Vergnügen. Scherben lagen kaum welche herum. Dann hier ein Klirren und mal da, dann in immer schnellerer Reihenfolge. Die Anzahl der Geräusche von zerdeppertem Glas nahm proportional zu dem Promillegehalt der Feiernden zu. Und nach 1:00 Uhr bestand der ganze Platz aus einem einzigen Scherbenteppich.
Dennoch ging ich unverletzt aus diesem Drama hervor (bis auf 2 winzige Splitter, die es jedoch nicht weiter als bis in die Hornhaut schafften, habe die mit einer spitzen Nadel entfernt)
Und da soll noch mal einer sagen, Scherben wären gefährlich. Also ich glaube nicht mehr daran ;-)
Berni (N)

Habt Ihr gar keine Angst, auf den Straßen ständig in irgendwelche Glasscherben oder ähnliches zu treten?
Also, ich hätte dabei ein komisches Gefühl ... Schnickers

Hallo Schnickers, Dein komisches Gefühl ist sehr berechtigt, denn Du bist das Barfußlaufen nicht gewohnt, und deshalb kannst Du Dich tatsächlich leicht verletzen.
Wer das Barfußlaufen aber gewohnt ist (d, h., wer im Gegensatz zu den ganzen "Weicheiern" normal entwickelte Füße hat), macht sich keine Sorgen. Denn er kann mit vollem Schwung z. B. in einen abgebrochenen Flaschenboden mit 2,5 cm hohen Zacken treten (weil er ihn nicht bemerkt hat - ist mir selbst passiert). Er tut sich dabei fast nichts oder gar nichts. Sein Nervensystem ist so "hellwach", dass es sofort reagiert und das Gewicht verlagert, bevor auch nur eine Silbe bewusst gedacht ist.
Die Hornhaut ist außerdem zwar kaum dicker, aber viel fester und zäher. Da sie damit auch ziemlich geschlossenporig ist, nimmt sie Schmutz viel weniger an. Eine helle Schuhsohle bleibt ja auch weitgehend hell.
Hoffe, Dir hiermit gedient zu haben ...!
Viele Grüße, MarkusII

Hallo Schnickers, ich hoffe, Du bist nicht mit einem Schokoriegel verwandt ;-)
Das Barfußlaufen scheint Dich ja echt zu faszinieren, was wir hier natürlich sehr gut nachvollziehen können. Ich gehöre zu den verunglückten Harteiern, bei denen das Eidotter doch noch etwas zu weich ist, soll heißen im Winter begrenzt sich das Barfußlaufen auf die 100m zum Mülltonnenhäuschen (die aber auch im Schnee) und auf die Wohnung. Dort empfinde ich aber auch längeres barfüßiges Stehen auf den kalten Küchenfliesen (Erdgeschoss, also von unten keinerlei Wärme) als absolut angenehm, was vor einem Jahrzehnt sicherlich noch anders gewesen wäre.
Ich hoffe doch, dass sich die Faszination Barfußlaufen bei Dir auch in der Praxis auswirkt. Ich würde Dir allerdings raten, damit bis zu den halbwegs angenehmen Temperaturen im Frühjahr zu warten, im Best-Of findest Du ja genügend Tipps für Einsteiger.
Vom Weich- zum Hartei wird man nicht in 7 Minuten ;-) und Barfußlaufen soll ja Spaß machen und keine Mutprobe sein.
Zum Thema Glas: Markus hat ja schon eine sehr passende Antwort gegeben. Durch regelmäßiges Training lernt der Barfußläufer wieder richtig zu laufen, soll heißen, der aufsetzende Fuß wird erst dann richtig belastet, wenn er auf festem und angenehmen Grund steht. Anders als der stampfende Gang von Schuhträgern. Nebenbei sieht dieser Gang (nicht nur bei Frauen!) sehr elegant aus und er schont Gelenke und Wirbelsäule. Außerdem werden die Reflexe (Fuß zurückziehen bei Berührung mit scharfkantigen Gegenständen) geschärft und schneller.
Als Barfüßer schaut man aber auch immer auf den Weg und erkennt so größere Gefahren wie abgebrochene Flaschenhälse früh genug. Wie oft habe ich schon erlebt, dass mich Passanten oder Begleiter auf Glasscherben aufmerksam gemacht haben, die ich schon längst im Visier hatte. Kleinere Glasscherben, die man auf Anhieb nicht sieht, machen einer festen Barfüßersohle ohnehin nichts aus. Die größere Gefahr droht da für die Finger, wenn man versucht an der Sohle haftende Minischerben zu entfernen (sic!).
Überhaupt: Wenn ich mich an den Fingern so selten verletzen würde, wie an den Füßen, wäre ich hochzufrieden. Meine letzte blutende Fußverletzung durch Glasscherben liegt rund 30 Jahre zurück, da war ich im zarten Vorschulalter...
Natürlich gibt es auch Situationen, da sollte man das Barfußlaufen lieber bleiben lassen, z. B. auf Baustellen, Müllhalden u.ä.
Serfuß, Jörg (Hanna)

Hi Jörg, ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut.
Im Gegensatz zu dir bin ich eher zufällig auf dieses Forum gestoßen. Ich muss zugeben, ich war doch sehr überrascht, was hier thematisiert wird.
Aber die einzelnen Antworten, unter anderem von dir, haben mir gezeigt, dass da echt ein auch für mich nachvollziehbarer Sinn hinter steckt... zum Beispiel, dass die Füße viel mehr Widerstandsfähigkeit besitzen, als wir ihnen zutrauen... beeindruckend!
Liebe Grüße Niki

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