Freddy ist ein barfußwilliger Archäologiestudent in Berlin
(Forumbeiträge seit Frühling 2001)

Liebe Barfüßlerinnen und Barfüßler, ich (25 Jahre, Student) suche Gleichgesinnte in Berlin, die wie ich viel Spaß am Barfußlaufen zu jeder Jahreszeit haben.
Zwei Jahre habe ich in München gelebt und habe den Eindruck, dass dort das Barfußlaufen viel verbreiteter ist. Um es auch in Berlin heimisch zu machen, suche ich Euch! Aber vielleicht gibt es ja schon etablierte Treffs für Barfüßler in Berlin. Darüber etwas zu erfahren, würde mich sehr freuen. ... seitdem ich vor einigen Tagen über eine Suchmaschine auf diese Barfußseite aufmerksam geworden bin, verfolge ich voller Freude, dass es Gleichgesinnte im Internet gibt, das Barfußforum. Nach zwei kleineren Beiträgen wird es nun Zeit, dass ich mich vorstelle.
Im Moment beende ich gerade mein Studium in Archäologie und Klassischer Philologie in Berlin. Das Barfußlaufen in der Öffentlichkeit habe ich in München entdeckt, als ich nur eine Querstraße von der Uni entfernt gewohnt habe und somit ohne Probleme von zu Hause, wo ich schon als Kind immer am liebsten unbeschuht gegangen bin, ins Uni-Gebäude huschen konnte. Es fiel auch gar nicht so sehr auf, da in der Nähe der Uni in München der Englische Garten ist, wo viele Leute barfuss unterwegs sind. Auch als ich einen Sommer auf einer Ausgrabung in Xanten am Niederrhein verbracht habe, bin ich dort oftmals barfuss gegangen.
Doch seitdem ich in Berlin wohne, will's nicht mehr so recht klappen. Hier habe ich einen langen Weg über meist sehr dreckige Straßen und durch volle U-Bahnen und Busse zurückzulegen. Da vergeht einem meist der Spaß am Barfußlaufen. Inzwischen ziehe ich zwar in der ohnehin überheizten Bibliothek des öfteren die Schuhe aus. Aber ein bisschen muss man ja doch auf seinen Ruf achten - so blöd das jetzt klingt. Aber bei den Professoren in meinen recht konservativen Fächern wird Barfußlaufen nicht besonders geschätzt. Und da ich von diesen Herren nicht nur während der Prüfungszeit, sondern vor allem auch als meinen zukünftigen Chefs abhängig bin, verkneife ich mir das Barfußlaufen immer mehr.
Ganz anders übrigens ist es bei den Ethnologen: Da läuft sogar ein Dozent im Sommer barfuß.
In Berlin scheint mir - zumindest auf den Straßen - das Barfußlaufen nicht so sehr verbreitet. Anders vielleicht im Wald oder in den zahlreichen Parks. Da war ich aber noch nicht so oft. Deshalb würde es mich freuen, von Gleichgesinnten in Berlin zu hören.
Viele liebe Grüße an alle Barfußläufer!
Freddy

Ich bin häufig in Berlin und scheue dort auch, z.B. die Neuköllner Strassen. Da liegt mir einfach zuviel Hundekot rum. Ich bin jetzt wieder Anfänger, aber früher habe ich Sandalen getragen und bin nur in den Parks barfuss gelaufen. Scherben und Kot sind des Barfüßers Not.
Mich würde die Psychologie der Barfüßer interessieren. Ist es das Zurück zur Natur oder eine Art von Exhibitionismus?
Grüße Jürgen

[auf Ruf achten - bei Professoren in konservativen Fächern wird Barfußlaufen nicht geschätzt ]
Das sind zunächst mal Befürchtungen, keinesfalls bewiesene Tatsachen. Konservative Menschen erwarten sicherlich bei offiziellen Anlässen eine konventionell vornehme Kleidung. Aber in anderen Situationen möchten vielleicht viele von ihnen auch gerne barfuß sein: beim Frühlingsspaziergang, im Urlaub, wahrscheinlich sogar beim Bücherstudium. Und wenn sie sich selbst nicht trauen, sympathisieren sie vielleicht doch zum Teil mit uns Barfüßigen. Davon gehe ich jedenfalls für meinen Teil aus -- und liege im Endeffekt auch meistens richtig!
[anders bei Ethnologen: Da läuft sogar Dozent im Sommer barfuß]
Vielleicht wirst Du mal der Dozent sein, der das in Deinen Fächern einführt?
[Scherben und Kot sind Barfüßers Not]
Oder er braucht einen guten Blindenhund ;-)
Der Schuhträger hat aber auch Probleme mit dieser Art von Dekoration, er schleppt solche Sachen im Profil seiner Schuhe mit, ohne es zu bemerken, und verunstaltet damit im Endeffekt das Heim der Leute, die er besucht.
[Psychologie der Barfüßer  ... Zurück zur Natur oder Exhibitionismus? ]
Da gibt es eine Fülle von Motiven, und die Beweggründe sind bei jedem anders gelagert!
Bei mir war das Zurück zur Natur der Ausgangspunkt -- mit dem Barfußgehen ging es so richtig los, nachdem wir auf's Land gezogen waren. Im Laufe der Zeit kamen auch andere Motive dazu, vor allem die Tatsache, dass ich auf das Barfußlaufen hin viel mehr positive Rückmeldungen von anderen bekomme, als z.B. für meine Arbeit im Beruf.
Das ist natürlich hauptsächlich der Fall, wenn ich in der Natur barfuss bin, da machen oft sogar andere Leute spontan mit. Und öffentliche Barfußaktionen (Wanderführungen und Fühlpfade) sind wegen der begeisterten Akzeptanz, die ich dabei erlebe, in den letzten zwei Jahren mein Hobby geworden.
Ein Protest gegen die eingefahrenen Gleise unserer zivilisierten Lebensweise mag für mich auch noch eine Motiv sein, vor allem für das Barfußlaufen in der Stadt.
Herzliche Füße, Lorenz

Hallo Freddy, griechische Götter und römische Kaiser wurden doch - wenn ich recht informiert bin - gewohnheitsmäßig - geradezu als Erkennungszeichen - barfuss dargestellt. Da wärst Du doch in bester Gesellschaft - oder befürchtest Du, dass diese Gleichsetzung vermessen erscheinen könnte?
Übrigens : weißt Du (oder könntest Du herausfinden), warum diese Darstellungsform regelmäßig gewählt wurde ?
[langen Weg über dreckige Straßen und durch volle U-Bahnen und Busse ... vergeht Spaß am Barfußlaufen [...] In Berlin scheint mir Barfußlaufen nicht so sehr verbreitet. Anders vielleicht im Wald oder in Parks]
Vielleicht kannst Du ja - falls auch durch das Mitlesen im Forum Dein Spaß am Barfußlaufen wieder zunehmen sollte - einige Gänge durch Parks und Wälder in Dein Freizeitprogramm einbauen.
Ich gehe auch lieber auf Naturböden barfuss als auf Straßenbelag. Aber auch auf letzterem gehe ich in Schuhen noch ungerner als barfuss - und deshalb lasse ich die Schuhe weg, wann immer es mir vertretbar scheint.
Und in Köln stelle ich fest, dass es zwar alle die Scheußlichkeiten wie Scherben, Zigarettenkippen, Hundekacke ... gibt - aber wenn man die Augen ein bisschen offenhält, entgeht man ihnen recht problemlos (jedenfalls auf Straßenbelag - wegbegleitende Grünflächen sind da schon eher problematisch).
Es wäre schön, von Dir wieder hier zu lesen ! Serfuß Georg

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