Eva
gibt ihre 2001er Erfahrungsberichte
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2001)
Ich war gestern mehr als drei Stunden barfüßig
unterwegs und spüre die Kiesel heute noch.
Nachdem es hier wieder etwas kälter geworden ist, habe ich es heute morgen -
mit meinem Kieselgefühl - nicht allzu lange barfüßig ausgehalten. Zum Glück
stecke ich momentan immer noch vorsorglich meine Birkis in den Rucksack, so dass
ich dann gemütlich weiterlaufen konnte.
Gestern war's barfuß-Laufen echt witzig: Ein Junge war ganz perplex und hat
mich auf meine Barfüßigkeit aufmerksam gemacht. Ich meinte, dass ich es wisse
und bin grinsend weitergegangen. Als ich zurückblickte, starrte er mir immer noch
nach. ;)
Vielen herzliche barfüßige Grüße
Eva H. [am 13. 03. 01]
Seit ich aus dem Allgäu zurück bin, sind meine Füße richtig schön
braungebrannt. Wenn ich mit kurzer Hose herumlaufe, sehen meine Füße
allerdings eher schmutzig im Vergleich zu meiner käsigen Bein-Haut aus. Richtig
lustig!
Ach ja, noch ein paar kurze Worte zum Allgäu: Es ist eine echt interessante
Erfahrung barfüßig in den Höhen herumzuwandern: Am Samstag morgen um siebene
sind mein Mann und ich an der Greifenmühle Richtung Vorderburg losgelaufen. Da
geht es zunächst mit Kieseln los. Kälte und Kiesel sind noch nicht so mein
Ding, ich finde das einfach unmöglich. Später kam Waldboden, der allerdings
auch nicht besonders warm war und meine abgekühlten Füße konnten mit den
Wurzeln und Unebenheiten auch nicht so viel anfangen. Als es über
sonnenbeschienene Wiesen ging, erholten sich meine Füße langsam. Im Schatten
gelegene und vom Regen und Morgentau feuchte Wiesen wurden auf die Dauer auch
unangenehm.
Später, als wir weiter zum Falkenstein gingen und die Sonne immer stärker
wurde, wurde mein Tritt auch wieder entspannter. - Das ganze ist eine recht
einfache und wenig anstrengende Wanderung (ein Idiotenhügel sozusagen *g*) und
man kann es hervorragend als barfuß-Erfahrungs-Pfad sehen.
Am Abend begann allerdings eine noch nicht verheilte Verletzung von letzter
Woche zu eitern. Vielleicht sollte man solche Aktionen nur mit wirklich gesunden
Füßen unternehmen. ...
Von Freitag bis gestern war ich 'mal wieder unterwegs und zwar fast durchgehend
barfuß:
Am Samstag ging's dann auf eine Hochzeit im Schwabenländle. In die Kirche bin
ich ja noch mit Stöckelschuhen rein (und die hatte ich auch nur angezogen, weil
ich mit Birkis wohl keine Ausrede gehabt hätte, meine Schuhe später
auszuziehen). Als es dann im Festsaal zum Tanze ging, entdeckte ich, dass die
Braut strumpfsockig tanzte (später dann sogar barfüßig). Es war also völlig
unproblematisch, den Rest des Abends barfüßig zu sein.
Zwischendrin haben wir uns noch zu meinem Schwager und meiner Schwägerin
davongestohlen. Mein Schwager erzählte mir, dass er so einen "Blödsinn"
auch in der Vergangenheit gemacht und sich damals eine Blasenentzündung geholt
habe.
In Augsburg selbst konnte ich keine barfuß-Läufer erblicken, aber es hat auch
niemand richtig auf mich reagiert. Ein paar Kinder haben geguckt, aber
angesprochen oder über mich gesprochen wurde nicht.
Mit herzlichen barfüßigen Grüßen
Eva H.
Kein Wunder, dass Du am Pfingsten niemanden barfüßig gesehen hattest. Es
war schließlich winterlich kalt bei Tageshöchsttemperaturen von max. 12 Grad.
Dazu ein eiskalter Polarwind.
Jerry
Am vergangen Wochenende war 'mal wieder Besuch bei meiner Verwandtschaft auf
dem Bauernhof angesagt. Ich hatte meine Sandalen lediglich in der Kirche und
beim Autofahren an (an das barfüßige Autofahren kann ich mich noch nicht so
richtig gewöhnen ... ich bin schon froh, wenn ich beschuht an die Pedalen komme
;-)).
Von den Erwachsenen zogen nur ein paar wenige beim Sitzen ihre Schuhe aus.
Eines unserer kleineren Familienmitglieder zog sich die Schuhe ziemlich schnell
aus und ist dann auch die ganze Zeit barfüßig herumgelaufen. Als das kleine
Wesen von der Wiese auf den heißen Teerboden ist, hatte ich schon arge
Bedenken, dass die Kleine anfangen würde zu brüllen. Aber sie ist dann
gemütlich auf Zehenspitzen darüber getappt. Manch ein Erwachsener würde hier
wohl neidisch gucken.
Ein anderes, ebenfalls recht kleines Familienmitglied
ließ sich von mir die Schuhe ausziehen: Nachdem es einen Schuh verloren hatte,
erkundigte ich mich, ob's barfüßig weitergehen solle und die Antwort war ein
klares "ja". Später unterhielt ich mich mit ihrem Vater, der meinte,
dass er ihr grundsätzlich zu Hause verbiete, barfuß zu laufen, weil ja so
viele Wespen und Bienen bei ihnen in der Wiese seien. Ich bin dann mit der
Kleinen in den Hang, einer Wiese, hochgelaufen und, als hätte der Gedankengang
ihres Vaters sie beeinflusst, trat sie auf eine Wespe oder Biene. Jedenfalls war
ein Stachel im Fuß. Lautes Gebrüll. Aber schon nach kurzer Zeit war der
Schmerz wieder vergessen. Der Vater war freilich etwas ärgerlich ob meiner
negativen Beeinflussung seines Kindes. - Von anderen erntete ich bewundernde
Blicke, während ich wie selbstverständlich über Kieselsteine lief.
...
Kleines Nachspiel :) Eben hat mich die Nachricht ereilt, dass meine Nichte, die ich vor ein paar
Wochen "ärgerlicher Weise" zum barfuß-Laufen verleitet und die dann
von einer Biene oder Wespe gestochen worden war, nun eifrig barfuß läuft.
Und
ich dachte, dass sie das Erlebnis so abgeschreckt habe. Kinder sind halt doch
ganz anders als Erwachsene. ...
Erste Tage in der neuen Heimat
Am vergangen
Donnerstag bin ich zum ersten Mal durch meinen neuen Wohnort gelaufen. Da
sichtete ich plötzlich einen barfuß-Läufer und er mich und wir gingen dann
fast automatisch aufeinander zu. Er erkundigte sich, ob ich einer von den
Barfüßlern sei und wir unterhielten uns für ein paar Minuten fröhlich, um
dann wieder unseren Zielen entgegen zu gehen.
Es war übrigens der erste real Barfußläufer, dem ich ohne Verabredung begegnet bin.
Gestern war ein Besuch
bei Markus U. angesagt. Sehr interessant, sehr unterhaltsam. Auch ein bisschen
barfuß-Laufen.
Zu Hause hatten mein Schatz und ich dann das Vergnügen ;-) mit
einem Stillet in meinem Fuß rumbohren zu dürfen. Wir sind nicht fündig
geworden, aber inzwischen kann ich wieder perfekt auftreten. Das
"Missgeschick" dürfte mir allerdings erst kurz vor unserer
Wohnungstür passiert sein, denn da erst verspürte ich einen unangenehmen
Schmerz in meiner Fußsohle.
Mich wundert es, dass ich mir bei meiner Hornhaut
überhaupt noch etwas hineintrete und dann gerade in Stellen, die die dickste
Hornhautschicht haben. ...
Ich war eben [am 11. 09. 2001] unterwegs und schwubs läuft mir so eine zweilichtige
Persönlichkeit über den Weg und spricht mich an: Dass barfuß-Laufen gesund
sei, aber er bei diesem Wetter barfüßig die ganze Zeit "Hatschi"
machen würde und dass man bei ihm in der Heimat (Jamaika) nur barfüßig
rumlaufen würde und ob ich das aus religiösen Gründen tun würde. Irgendwann
meint er, dass ich ab nächstes Jahr wohl ganz nackt rumlaufen werde.
Als ich
mit einem klaren "nein" und mit dem Hinweis darauf, dass es mir um das
barfuß-laufen geht, reagiere, werde ich für ihn offensichtlich uninteressant:
Er lässt sich zurückfallen und als ich wieder zurückblicke sehe ich ihn nicht
mehr.
Nur wenige Minuten später hatte ich jedoch ein positives Erlebnis: Eine
Frau sprach mich an einer S-Bahn-Haltestelle an: Sie laufe noch barfüßig in
Schuhen herum und man hielte sie auf der Arbeit deswegen für verrückt. Wir
reden ein wenig über die gesundheitlichen Aspekte des barfuß-Laufens und über
den Schmutz in der Stadt. Ich sage ihr, dass ich zu Hause grundsätzlich sofort
meine Füße wasche. "Das will ich auch hoffen," meint sie. Na ja,
eigentlich geht sie's ja nix an ... ;-) ...
In den letzten Tagen hat das große Event in Essen, ursprünglich "Karnival
der Kulturen", dann allerdings in "Friedensmarsch der Kulturen"
umbenannt, stattgefunden.
Heute nun haben wir die Veranstaltung besucht: Als wir (mein Mann und ich)
und Markus U. durch das Citycenter gegangen sind, haben uns vier kleine Mädels
angehalten und uns gefragt, warum wir denn barfüßig seien. Wir erklärten
ihnen, dass das so bequemer sei.
- Ob wir denn Schuhe hätten?
- Ja, die haben
wir zu Hause, damit sie nicht schmutzig werden ;).
- Aber da erkältet man sich
doch.
- Der Boden ist nicht kalt.
- Eine von den vieren befühlt den Boden: Der
ist aber kalt.
- Wenn man es gewohnt ist.
- Habt ihr denn keine Angst vor
Glasscherben?
- Nein, wir haben ja den Boden im Blickfeld.
- Sie werfen einen
Blick auf meinen Mann: Warum hast Du Schuhe an?
- Weil es für mich so bequemer
ist.
- Sie sind etwas verwirrt und verabschieden sich zögernd.
Am Berliner Platz sind wir dann auf Franco und Torsten getroffen. Hier
ergaben sich mit Passanten auch immer wieder Gespräche. Ein Fan von
Rot-Weiß-Essen meinte, dass wir verrückt seien. Hier konnte Torsten
schlagfertig reagieren: Ihr spielt's halt nur in der dritten Liga, weil ihr nicht
so abgehärtet seid.
- Franco unterhält sich mit einer Frau, während der Umzug
an uns vorübergeht, über das barfuß-Laufen.
- Auf Wegen abseits der
Veranstaltung hören wir in einiger Entfernung von uns immer wieder ein paar
dumme Bemerkungen.
Schade, dass es so wenige engagierte Leute wie Lorenz und den
Projektleiter
gibt, die barfüßige Veranstaltungen bieten, um die Unwissenheit in der
Bevölkerung diesbezüglich zu reduzieren.
Einen ganz lieben, etwas nachdenklichen barfüßigen Gruß
Eva H.
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