Ist Christian (D) als Mann allein mit nackten Füßen suspekt?
(Forumbeiträge seit Winter 1999 / 2000)

Seit einigen Jahren traue ich mich, inzwischen 30 Jahre alt, bei heißem Wetter barfuß zu laufen.
Es hat mich viel Überwindung gekostet, bis ich zum ersten mal längere Ausflüge barfüßig unternahm. Wie z. B. letzten Sommer, als ich konsequent barfuß mit der S - Bahn nach Mönchengladbach gefahren bin.
Viele haben mich angeguckt, als wäre ich irgendein Exot mit abartigen sexuellen Neigungen. Dabei laufe ich einfach gerne barfuß - es gibt für mich keinen Grund, bei glühender Hitze auch noch Schuhe zu tragen!
Bei meinen Barfuß - Touren hatte ich allerdings auch oft den Eindruck, dass mich die "Beschuhten" in ihren verschwitzen Schuhen um meine luftige Freiheit beneideten. Dies gab mir den Mut, die Schuhe so oft wie möglich zu Hause zu lassen, sozusagen als Trendsetter barfüßig voran zu gehen.
Im Sommer habe ich immer wieder beobachtet, dass barfüßige Pärchen, barfüßige Eltern mit ihren Kindern oder irgendwelche anderen Gruppen von barfüßigen Menschen von den beschuhten Artgenossen nicht mit diesem "Der ist wohl abartig" - Blick bedacht werden. Woran liegt das wohl? Ich weiß es nicht!
Vielleicht findet sich ja in Düsseldorf und Umgebung ein(e) Gleichgesinnte(r), der bereit ist, im Sommer mit mir und anderen barfuß durch die Stadt zu laufen.
Mir würde es sehr helfen, wenn ich nicht mehr der barfüßige Exot wäre! Christian, Düsseldorf

Ja, da geht es Dir wohl wie mir damals. Am Anfang schaut man viel zu stark darauf was die Andern machen. Jedermann schaut ja Leute an, sei's weil er/die gut aussieht, weil die Klamotten toll ausschauen oder eben weil er/sie barfuß ist.
Als Barfußgänger neigt man am Anfang stark dazu viel zu sehr darauf zu achten was die Andern tun. Wenn Du Schuhe trägst, schaust Du auch immer wer Dich gerade ansieht? Glaube nein. Bist Du barfuß schaust Du ständig ob Dir jemand auf die Füße schaut, daher fällt Dir dies dann natürlich auch sofort auf und Du beginnst Dich zu fragen ob es wirklich gut sei barfuß zu gehen.
Vergiss das, benimm Dich wenn Du barfuß unterwegs bist so als würdest Du Schuhe tragen, denk nicht ständig daran "ich bin barfuß unterwegs" sondern tue einfach alles ganz normal wie wenn Du Schuhe tragen würdest, dann wirst Du keine Probleme mehr haben und die Blicke der Andern kaum mehr wahrnehmen.
Daher weiterhin viel Spaß bei Deinen Barfußunternehmungen wünscht Dir 
Fritz, der Barfußläufer aus Bümpliz

[ beobachtet, dass barfüßige Pärchen, Eltern mit Kindern oder Gruppen von barfüßigen Menschen von beschuhten nicht mit "Der ist wohl abartig" - Blick bedacht werden. Woran liegt das wohl?]
Ich meine, das ist nur deine angespannte Erwartungshaltung, du rechnest fest mit Ablehnung und interpretierst jeden Blick in deine Richtung als skeptisch oder kritisch. Wenn die Leute auf andere Barfüßige schauen, findest du das dagegen völlig normal (es ist es auch).
Irgendwo müssen die Leute ja hinschauen, sie sollen ja auch nicht über deine Füße stolpern ... Sieh es einfach als normal an, dass du das Grundrecht auf freie Entfaltung deiner Persönlichkeit in Anspruch nimmst und deine Füße nicht in Schuhe zwängst, wenn es unangenehm ist (Masochismus gilt nun tatsächlich und zu Recht als pervers!). Mach's gut und unbeschuht, Lorenz

[ beobachtet, dass barfüßige Pärchen, Eltern mit Kindern oder Gruppen von barfüßigen Menschen von beschuhten nicht mit "Der ist wohl abartig" - Blick bedacht werden. Woran liegt das wohl?]
Ich denke eher, dass Du, sobald Du barfuß bist, einfach mehr darauf achtest, wie Dich die Leute anschauen. Natürlich, nackte Füße sind etwas ungewöhnliches, und darum gucken viele Leute sicherlich zweimal hin, wenn sie Dich sehen, aber hast auch die Erwartungshaltung, dass man dich "komisch" anschaut, und darum wirst Du diesen "das ist ja abartig" - Blick in jede Person, die sich anschaut, hineininterpretieren ... geht mir übrigens ähnlich, auch ich fühle mich oft einfach ständig beobachtet, wenn ich barfuß bin. Ciao! Timu

Vielen Dank an alle, die mir so prompt geantwortet haben!!!
Ihr habt sicher recht, wenn ich viele Blicke meiner Mitmenschen überinterpretiere. Ich sollte wirklich Barfußlaufen mehr als etwas selbstverständliches und natürliches ansehen und mir weniger Gedanken über die Meinung anderer machen.
Trotzdem würde ich sehr gerne andere Anhänger des Barfußlaufens kennenlernen, die bereit sind, sich mit mir bei Barfußwetter zu treffen. Ich glaube kaum, dass ich der einzige in ganz Düsseldorf und Umgebung (Duisburg, Essen, Köln, Mönchengladbach, Neuß Dormagen NRW etc.) bin, der es bei schönen Wetter nicht einsieht, in seiner/ihrer Freizeit Schuhe zu tragen ...
Nochmals vielen Dank für Eure Reaktionen, Euer Christian.

Was Du schreibst, ist mir nicht unbekannt. Meine Vorliebe des Barfußgehens konnte ich früher nicht recht ausleben. Ich traute mich halt nicht so recht. Und über meine scheinbare 180 Grad-Wendung im Bezug auf Barfuß im letzten Sommer wunderten sich einige Bekannte doch sehr. Zu der Zeit bin ich auf dieses Forum gestoßen, welches mir sehr geholfen hat.
Leider war der Sommer ´rum, als ich so richtig in Fahrt gekommen war und ich befürchte, diesen Sommer wieder einen Trautemäßigen Anlauf nehmen zu müssen. Ich selbst würde mich ebenfalls sehr freuen, wenn man sich mal gemeinsam auf die "Socken" machen könnte. Ich komme aus dem Umkreis Essen und vielleicht ergibt sich im Sommer ja mal eine Gelegenheit, wer weiß?
In diesem Sinne: doofe Blicke ignorieren versuchen, ich gebe zu, ich habe noch Probleme damit.
MfG Christoph

Da ich auch auf der Seite der "Gucker" zu finden war und wahrscheinlich auch immer noch bin, versuche ich das mal zu beschreiben.
Bevor ich eher zufällig auf dieses Forum gestoßen bin, habe ich es zwar gewagt gelegentlich auch bei gemäß landläufiger Ansicht nicht mehr dazu geeigneten Temperaturen oder Schnee kurze Strecken barfuß zu laufen; habe aber immer darauf geachtet, möglichst dabei nicht erwischt zu werden.
Ich kam mir dabei ungefähr vor, wie ein Ladendieb auf frischer Tat ertappt wenn ich gesehen worden wäre. Ich denke daran, dass ich einmal im Winter ca. fünf Minuten barfuß unterwegs war und gerade mein Auto wieder erreicht hatte und eingestiegen war, als ein anderes Auto kam und heilfroh war, dass ich nicht auf frischer Tat erwischt worden zu sein.
Umgekehrt habe ich es häufig registriert oder zum Teil auch sehr gezielt beobachtet, wenn vor allem Kinder nicht der Jahreszeit oder der Witterung entsprechend gekleidet waren. So gesehen, ist es also tatsächlich so, dass wenn ich zumindest von mir aus gehe, ich Leute wesentlich intensiver angeschaut habe bzw. zum Teil auch verfolgt habe, wenn ich irgendetwas registriert habe, was nicht passt. Aber nicht aus sexistischen Hintergrund, sondern aus Interesse, Bewunderung für den Mut mancher Eltern, usw.
Das heißt aber auch, dass ich durchaus damals einen barfußlaufenden Jungen im Oktober länger beobachtet habe; dass ich registriert habe, ob es sich um einen Dauerbarfußläufer oder einen Gelegenheitsbarfußläufer handelte etc. Auf alle Fälle habe ich die Leute und Kinder wesentlich länger und intensiver beobachtet, als dies bei "normal" gekleideten gewesen wäre. So gesehen denke ich ist die Beobachtung, dass man barfuß intensiver betrachtet wird, als beschuht nicht nur Einbildung, weil man mehr darauf achtet, sondern auch Tatsache, weil man auch intensiver beobachtet wird.
Ich gebe es zu, dass ich z. B. ein Kind, dass an einem kalten Oktobertag barfuß auf dem Arm der Mutter getragen wurde, mehrere Minuten lang verfolgt habe, ohne dass dies meinem Weg entsprach; ebenso bin bei einer Außentemperatur im Minusgradbereich einer amerikanischen Familie fast einen Kilometer hinterhergelaufen um die Kinder zu beobachten bzw. ob sie frieren oder nicht weil die beiden Mädchen trotz der extrem niedrigen Außentemperatur nur kurze Röcke und Kniestrümpfe trugen (mir sind dabei fast die Ohren abgefroren, da ich keine Mütze aufhatte). Die Erkenntnis lautete dann, wenn es meine Ohren aushalten halten es auch die Beine der Kinder aus.
Das gleich gilt auch umgekehrt. Ich registriere es auch, wenn Kinder bei relativ milden Temperaturen verpackt werden wie für einen Ausflug ins ewige Eis; mische mich aber grundsätzlich nicht ein. Lothar

Hallo, all` Ihr Mutigen!
Abgesehen vom schlechten Wetter, das in den letzten Wochen ein angenehmes Barfußlaufen verhindert hat, haben mich viele blöde Kommentare von beschuhten Mit"menschen" immer mehr vom Laufen mit nackten Füßen abgehalten.
Wenn ich barfuß unterwegs bin, dann in anderen Städten. Düsseldorf ist in dieser Hinsicht besonders intolerant. Ich habe vorgestern sogar erlebt, wie ein kleines barfüßiges Mädchen von einer alten Schabracke mit den Worten zurechtgewiesen wurde:" Mein Gott, Kind! Hast Du keine Schuhe? `geh' nach haus` und zieh` Dir welche an! Wenn Du meine Tochter wärst!"
Selbstredend nahm ich das Kind in Schutz und sagte der "Dame", sie solle sich um ihren eigenen Scheiß kümmern. Das Kind war ganz verschüchtert, wusste gar nicht, wieso es etwas falsch gemacht haben soll. Ich ermutigte das Mädchen auch in Zukunft mit nackten Füßen zu laufen und blöde Kommentare zu ignorieren. Doch ich glaube kaum, dass ich mit meinen Worten etwas erreicht habe. Das Mädchen lief bedröppelt weiter...
Auch ich habe schon ähnliche Kommentare abbekommen, und das verleidet mir den Spaß am Barfußlaufen ...
Ich wünsche allen fröhlich freies Laufen auf nackten Füßen, mir ist weitgehend der Spaß daran vergangen. Christian, Düsseldorf

Hallo Christian, den Spaß am Barfußlaufen solltest Du Dir lediglich von dummen Kommentaren nicht verleiden lassen.
Ich seh's eher anders, indem ich den Leuten die dummen Kommentare abgewöhne. Meist (zumindest halbwegs) charmant.
Bei besonders blöden Bemerkungen (wie von Dir geschildert) hab ich aber auch schon etwas heftiger reagiert : "Schaun's, die Füße kann ich mir waschen, wenn ich heim komm, mit ihrem Gesicht aber müssen's ihr restliches Leben lang rumlaufen". Bei alten Schabracken besonders wirkungsvoll.
Also wenn schon jemand bedröppelt weitergeht, dann aber auf jeden Fall derjenige, der ungefragt oder unqualifiziert irgendwelche blöden Bemerkungen macht.
viel Spaß weiterhin Markus

Ich denke, durch die sich öffnende schere von einkommen und Abbau des Sozialstaats (Verlust der heilen Welt) meinen nun viele, man müsste angepasster in der Gegend rumlaufen - barfußlaufen ist nicht angesagt, das machen nur die Gammler!
Diese einfach strukturierten Menschen vermuten wohl, das mann/frau sich es halt nicht leisten kann, also sind diese in der "Rangordnung" unter ihnen, man kann sie anmachen und beschimpfen; haben ja eh nichts zu melden.
Mir ist aufgefallen, je geringer das Bieldungsniveau und das Berufsrollenprestige ist, desto mehr achten Menschen darauf, in der Gesellschaft anerkannt zu werden, verteufeln andersdenkende und andersartige, Sorry ich sag es ganz klar: weit vom Neanderthaler sind diese Menschen weiß Gott nicht entfernt!!!!
Ich habe schon in der schule erhebliche Probleme mit Klassenkameraden gehabt. Ich habe verschiedene Gymnasien in NRW und Rheinland-Pfalz besucht und folgendes festgestellt: in NRW zählt nicht Leistung und gute noten, sondern mehr das Prestige und die Stellung innerhalb der Klassengemeinschaft. meist sind dies Kinder aus einfachen, hochautoritären Verhältnissen, die als erste Generation überhaupt mal eine höhere schule besuchen und dementsprechend meinen, sie müssten sich mit Verhaltensmustern ihrer Eltern durchsetzen, die wiederum meist keine geistigen leuchten sind ...
ich habe öfters klagen von Müttern aus solchen sozial schwachen und kinderreichen(!) Verhältnissen gehört, sie gehen nebenbei noch arbeiten um den Kindern Markenartikel wie z.B. Adidas kaufen zu können, damit " unsere Kinder es einmal besser haben". Diese Menschen sind so schwach im Geiste; scheinbar können sie vor dem Kinderkriegen sich nicht ausrechnen, wie viel Kinder denn so monatlich kosten und ob sie sich überhaupt so viele leisten können. aber was doof ist, f.... gut. Jo

Liegt das an der Königsallee? Da dürfen doch nur 100prozentig gestylte Leute hin oder? Die Bundesbahn macht übrigens in ihrem aktuellen Bahncardwerbeprospekt Werbung für Düsseldorf. Empfohlen wurde Capucciono im Cafe Ipuri und Milchkaffee bei Herr Spoerl.
Aber kein Wort zu barfuß. Lothar

Hi Christian, ich selbst hatte heute was in Düsseldorf zu erledigen. Eigentlich hatte ich gar nicht vor barfuß zu laufen, da ich in Düsseldorf einige Bekannte habe, und es wäre mir schon etwas peinlich gewesen, wenn ich von denen jemanden getroffen hätte.
Deine Negativ - Erfahrungen hatten mich aber dann doch gereizt, die Reaktionen der Düsseldorfer Mitbürger zu testen, also ging ich direkt vom Hauptbahnhof aus barfuß in die Stadt.
Das interessante: Es gab überhaupt keine Reaktionen, ganz selten mal ein längerer Blick auf meine nackten Füße! Vielleicht lag's ja daran, dass heute ein so heißer Tag war, an denen man ja öfter mal Barfüßige trifft (obwohl ich keinen gesehen habe).
Zugegeben, über die Koe bin ich nicht geschlendert ... Also Christian, trau dich weiter und halte die Düsseldorfer Barfuß - Fahne hoch.
Falls es dir zu zweit leichter fallen sollte, mail mir, und wir latschen mal zusammen durchs Städtchen. So long, Torsten

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