[Barfuß als Hobby ?!] [Barfuß als Sucht ?]

Barfuß als Hobby ?!
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Hallo Barfüßer, seitdem ich nicht mehr bei meinen Eltern lebe, habe ich die Angewohnheit, meine Socken im Mai gewaschen in den Schrank zu packen und nicht vor Oktober wieder heraus zu holen. Für mich ist das selbstverständlich so.
Warum gibt es so viele Leute, die sich darüber Gedanken machen? Warum ist es so wichtig, über etwas so normales so viel zu schreiben? Gruß aus GÖ Michael

Hallo Michael, du hast schon recht, eigentlich ist es völlig normal, dass man im Sommer die Schuhe auszieht, wenn man sie als zu warm empfindet und eben barfuß läuft. In wärmeren Ländern ist das Barfußlaufen auch so normal wie essen und trinken, da verliert man keine Worte darüber.
Zum Thema machen es bei uns nur die vielen Millionen "Schuhfetischisten", die absolut kein Verständnis dafür haben, dass man auch ohne Schuhe kann. Da wird man als Barfußläufer angeglotzt, blöd bequatscht und plötzlich wird etwas ganz Normales zum Dauer - Thema.
Dann kommt, speziell bei uns in Deutschland noch die Vereinsmeierei dazu. Man "muss" ja für alles und jedes einen Verein oder eine Interessengemeinschaft gründen. Warum auch nicht, wenn man sich barfuß in der "normalen" Gesellschaft outet, hat man wenigsten so seine Gleichgesinnten, mit denen man über sein "abnormales Hobby" oder einfach nur wohltuende und gesunde Angewohnheiten reden kann.
Bernd A.

[In wärmeren Ländern Barfußlaufen so normal wie essen und trinken, verliert man keine Worte]
Das ist eine gewagte Aussage, die sich leider (zumindest für Europa und Amerika) nicht bestätigen lässt. Denn weder in Südeuropa noch bspw. in Mittelamerika besteht eine deutliche Tendenz zum Barfußlaufen, das Gegenteil ist der Fall: Barfußgehen ist dort schon lange etwas "unnormales" geworden und wird oft (außer in Urlaubsgebieten bzw. am Strand) in der Öffentlichkeit als "ungehörig" empfunden.
Allerdings wird man im häuslichen Rahmen auf Grund der Temperaturen mehr offene Schuhe und letztlich auch mehr Barfüßer antreffen, nicht aber im öffentlichen Raum.
[Vereinsmeierei ... "muss" für alles Verein oder Interessengemeinschaft gründen]
Also, zur "Vereinsmeierei" habe ich auch so meine Distanz. Aber Interessenvertretungen sind manchmal auch etwas ganz nützliches ... Lupu

Du hast sicher Recht, was Südeuropa und Teile Amerikas betrifft.
In Kalifornien, speziell in "LA" und "Frisko", wird man im Sommer viele Barfußläufer finden, auf dem Lande weniger.
In Afrika ist es eher umgekehrt, auf dem Lande läuft so gut wie jeder barfuß (was teilweise auch auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen ist) und da ist es eben wirklich so "normal wie essen und trinken". In den Städten tragen auch in Afrika die meisten Menschen Schuhe.
In Südost - Asien ist es ähnlich, wie in Afrika, in großen Teilen Süd- und Mittelamerikas auch.
Als Naturfreak bin ich auf meinen Reisen natürlich mehr in ländlichen Gegenden unterwegs und meide große Städte. Deshalb sind meine Eindrücke möglicherweise etwas verzerrt.
Gruß, Bernd A.

Barfuß = Hobby? Nicht unbedingt.
Ich würde es auch nicht als Hobby bezeichnen. Denn es ist ja keine Freizeit - Beschäftigung wie irgend ein Hobby, sondern ein Bekleidungs- - Zustand im alltäglichen Leben.
Für viele, auch mich, ist der Gesundheitsaspekt prioritär. Für andere spielt vielleicht das Outfit eine Rolle. Oder die Lebenseinstellung ? steveh

Wie wäre es damit, dass es einfach angenehm ist?
Ich glaube, dieser Grund spielt bei mir die entscheidende Rolle. Seit ich mit dem Barfußlaufen außer Haus angefangen habe, fühle ich mich an warmen Tagen selbst in Sandalen schon nach kurzer Zeit unwohl.
Gruß, Fritz

Hallo alle zusammen, es ist doch recht interessant, auf welche merkwürdigen Dinge man beim stöbern im WWW so stößt. Eine dieser Merkwürdigkeiten ist das vorliegende Forum, bei dem schon der Begriff "Hobby" (selbst mit Fragezeichen) nicht so recht passen will.
Es ist zwar grundsätzlich begrüßenswert, wenn ein "zurück zur Natur" propagiert wird, doch erscheinen mir Art und Weise des Umgangs damit in diesem Forum oft recht sektiererisch. Man nehme nur die selbsternannten Gesundheitsapostel, die in bester "Pfarrer Kneipp Manier" das allgemeine Volkswohl propagieren, ganz so wie bei der Turnvater Jahn Bewegung.
Dies geschieht mit einer für Deutschland schon recht typischen Ernsthaftigkeit und Verbissenheit, die oft den Blick für das Normale verstellt.
Normal ist es, bei sich bietender Gelegenheit seinen Füßen freien Lauf zu lassen, was in unseren Breitengraden in erster Linie wohl im Sommer, zu Hause oder im Urlaub oder am Strand sein dürfte. Nicht recht einleuchtend erscheint mir aber der bierernst, der oft in diesem Forum verbreitet wird und alle die für anormal hält, die sich unseren klimatischen Bedingungen anpassen, indem sie in den ungünstigen Monaten (Herbst, Winter) das "Hobby" lieber sein lassen.
Zudem ist auch unter Orthopäden unumstritten, dass der gesundheitliche Aspekt in erster Linie nicht auf hartem Asphalt, sondern auf weichem Boden zum tragen kommt. Insofern sollte das Forum etwas lockerer betrachtet werden, damit nicht der Verdacht aufkommt, bei einigen Teilnehmern handele es sich um Spinner oder Sektierer.
In diesem Sinne grüßt alle Teilnehmer des Forums Marja E.

Was den Namen des Forums hast Du sicherlich recht. "Hobby" hört sich immer nach Briefmarkensammeln und Kegeln an. Das Barfußlaufen sollte aber nicht als Beschäftigung, die man betreibt, weil man sich langweilt, betrieben werden, sondern als das natürlichste der Welt. Es heißt ja auch nicht "Hobby: Essen" oder "Hobby: Schlafen".
Was die Gesundheitsapostel betrifft, ist es sicherlich richtig, dass zuviel Belehrung genau das Gegenteil bewirken kann. aber wie überall in der Welt, gibt es auch hier im Forum verschiedene Charaktere, die man akzeptieren sollte. Wer sich intensiv mit dem Forum beschäftigt, sollte jeweils das für seine Person passende finden.
Der Idealfall wäre sowieso, wenn eines Tages das Forum überflüssig wird, weil jeder das Barfußsein seiner Mitmenschen akzeptiert.
Gruß und Fuß Andreas S.

Nein ! Aber auch nicht für Leute, die unsere Aktivitäten nicht tolerieren mögen!
In diesem Sinne, Lorenz, seines Zeichens selbsternannter Gesundheitsapostel mit der HP Gesundes Leben auf freiem Fuß
Nachtrag. Ich hoffe, Du verstehst meinen Ärger, wenn ich mich hier als Sektierer angesprochen fühlen muss!
Ich will nichts anderes, als vielen anderen Barfußbegeisterten eine Brücke bauen, damit sie unbelastet von Vorurteilen tun können, was ihnen Spaß macht!
Und hinter meinen Aussagen steckt die eigene Erfahrung eines immensen gesundheitlichen Nutzens, von unendlich viel Naturgenuss und von vielen netten Kontakten, die sich aus meinem Barfußlaufen ergeben haben. Und dasselbe erfährt man hier von den vielen anderen Genießern des "Lebens auf freiem Fuß".
Lass uns doch in Frieden das eng begrenzte Barfußrevier von Haus, Garten und Urlaub verlassen, das Du Dir selbst gesetzt hast! Und wenn wir uns vom Kalender frei machen und stattdessen unsere Barfußaktivitäten lieber am Sonnenschein orientieren, haben wir einfach mehr vom Leben .... Ciao, Lorenz

Es freut mich, dass Sie/ Du das Forum "interessant" findest.
[auf welche merkwürdigen Dinge man beim stöbern im WWW stößt]
Wäre das Forum ohne "merkwürdige" Beiträge, dann gäbe es hier nichts, was des 'Merkens würdig' wäre, ergo man könnte es auch gleich ganz einfach ignorieren.
[Eine dieser Merkwürdigkeiten ist Forum, bei dem schon Begriff "Hobby" nicht recht passen will]
Der Begriff "Hobby" könnte meiner Meinung nach abgelegt werden, wie das m. M. nach meistens überflüssige Schuhwerk. "Barfuß Forum" klänge weniger provokativ. Aber vielleicht möchte der Forum - Initiator bewusst provozieren.
[Normal ist, bei Gelegenheit Füßen freien Lauf zu lassen im Sommer, zu Hause oder im Urlaub oder am Strand]
Vorsicht mit dem Begriff "normal". Normal sind auch die 15 Millionen Fuß- und Nagelpilz infizierten deutschen Schuhlinge [engl.="Shoddies"]. Oder die 80% fußinfizierte russische Bevölkerung [mit den noch brütintensiveren Stiefeln] (Spiegel-online Artikel, in eckigen Klammern mein Kommentar).
Zu Zeiten Galileis, war es auch normal, dass die Erde Mittelpunkt der Welt war und Nonkonformisten als abnormal per Scheiterhaufen eliminiert wurden.
Könnte es nicht sogar sein, dass dieses Forum ein früher Vorläufer einer Neuorientierung unserer Kleidungsgewohnheiten ist. Vielleicht brauchen wir noch nicht einmal genetisches Human Re-Engineering und Nano-Technologie, um unsere Füße zu optimieren. Sie sind bereits optimiert seit ein paar Millionen Jahren, vielleicht zugegebenermaßen nicht für Asphalt.
Ihr/ Dein Beitrag erscheint mir sehr wertvoll, da er eine intensive Diskussion, fußend auf dem baren Fuß, anfachen kann :-)
Herzlichst Fridemar

Hallo, es mag sein, dass manche Beiträge in diesem Forum hin und wieder verbissen erschienen sind.
Dies mag damit zusammenhängen, dass oft von Stänkerern Kritik unterhalb der Gürtellinie erfolgte. Barfußlaufen ist etwas ganz normales und es kann jeder nach Belieben praktizieren. Wir sollten hier in der Tat locker bleiben.
Die wünschenswerte Verbreitung einer gesunden, spaßigen und bequemen Lebenspraxis muss auch nicht immer kämpferisch erfolgen.
Fest steht aber auch, dass der Begriff "normal" - gerade von den oftmals konformistischen Deutschen - nicht immer das Maß der Dinge sein sollte. Auch die Krankenkassen gehen z.B. in vielen Themen mit gutem Beispiel voran und propagieren Dinge wie vernünftige Ernährung, obgleich viele "normale" Leute ihre Kinder regelmäßig mit Junkfood ernähren. Auch die "Deutsche Teilung" war mal für viele "Normalität" und wurde nur von wenigen als das Gegenteil gegeißelt.
Man muss also nicht immer mit dem Strom schwimmen. Jörg (2)

Hi Barfuß-Fans, ich bin doch recht positiv überrascht gewesen, dass auf meine - zugegebenermaßen - etwas provozierenden Ausführungen so nette Reaktionen gekommen sind, die mich zu der Überzeugung kommen ließen, dass "die Barfüßer" offensichtlich doch im Regelfall vernünftige und nette Mitmenschen sind.
Lediglich Fridemar Reich - Ranicki hat die Sache zu ernst genommen. Es ist doch im übrigen langweilig, wenn man, auch in einem Forum, immer nur glatte Berichte hört, die ohne jeglichen Ecken und Kanten sind.
Gerade die etwas "provozierenderen" Ausführungen machen doch Spaß und regen den Meinungsaustausch an. Das jedenfalls meint Marja E.

Der Meinung bin ich auch. Wenn alle nur sagen "Barfuß! oh ja!" dann ist das langweilig. Da muss auch mal einer kommen und sagen "Wie könnt ihr nur?".
So bleibt ein Forum lebendig! :-)) bYe, :- Henning

Hallo, wie kommst Du (ich sag' mal "Du", weil mein "Sie/ Du" möglicherweise für Irritationen sorgte) denn auf die Idee, dass ich von der Geißel der Über-Ernsthaftigkeit geplagt bin.
Ich seh' schon, irgendwann müssen wir uns einmal von der Fessel der schmalbandigen Textkommunikation in diesem Forum befreien (wie von überflüssigem Schuhwerk :-) und Breitbandkommunikation betreiben.
Wenn auch Audio- Video- Webkameras helfen mögen, die Signale unserer Körpersprache besser in die konstruktive Kommunikation zu integrieren, so steht doch fest, dass BTreffs die maximale Bandbreite bringen.
Nichts für ungut und liebe Grüße Fridemar

Hallo Forum, vor einigen Tagen wurde hier das Thema "Barfuß als Hobby?" aufgeworfen. Ich wollte schon seinerzeit gerne etwas schreiben, komme aber leider erst jetzt dazu.
Marja schrieb :
[interessant, auf welche merkwürdigen Dinge man beim stöbern im WWW stößt. Eine dieser Merkwürdigkeiten ist Forum, bei dem schon der "Hobby" nicht recht passen will]
Den Namen dieses Forums hat Michael ersonnen - wie lange er darüber nachgedacht hat, weiß ich nicht. Ich vermute mal, es war eine eher spontane Eingebung !?
Ziemlich sicher könnte man auch eine Menge mindestens so guter oder besserer Namen ersinnen (und vor allem kommt es ohnehin darauf an, was aus einem Titel gemacht wird), aber ich kann mich auch ganz gut damit identifizieren.
Ich laufe nämlich richtig gerne barfuß. Nicht immer und überall - aber durch den Meinungsaustausch hier bestärkt immer öfter und immer überaller. Der Hobby - Aspekt besteht nun für mich darin, mich gerade nicht auf folgenden Standpunkt einzulassen
[Normal ist, bei bietender Gelegenheit Füßen freien Lauf zu lassen, in unseren Breitengraden in erster Linie wohl im Sommer, zu Hause oder im Urlaub oder am Strand]
Das ist mir entschieden zu selten und zu wenig an "bietenden Gelegenheiten". Und deshalb suche ich nach (leidlich) guten Gelegenheiten zum Barfußlaufen, nutze sie oder schaffe mir sie. Und das ist ein schönes Hobby !
[Nicht einleuchtend erscheint mir Bierernst, der oft in Forum verbreitet wird und alle für anormal hält, die sich klimatischen Bedingungen anpassen, indem sie in ungünstigen Monaten "Hobby" lieber sein lassen]
Ich halte so schnell niemanden für anormal, der sich für Schuhe entscheidet - Barfüßer sind halt tolerant ...
Aber ich halte es auch nicht für einen Ausdruck von Bierernsthaftigkeit, anderen Mut zu machen, ihre Barfußsaison zeitlich auszudehnen - ich habe mich schließlich auch erst barfuß in den Schnee gewagt, nachdem mir andere hier Mut dazu gemacht und mich mit Informationen dazu versorgt hatten.
Übrigens : ich habe auch noch einige andere Hobbies ... was bestimmt ganz gut so ist. Aber Barfußlaufen bei ganz vielen Gelegenheiten (und mich dazu hier auch austauschen) ist derzeit eines meiner liebsten !
Herzliche Füße an alle Georg

[halte so schnell niemanden für anormal, der sich für Schuhe entscheidet - halte es auch nicht für Ausdruck von Bierernsthaftigkeit, anderen Mut zu machen, Barfußsaison zeitlich auszudehnen]
Ich kann Dir hier nur beipflichten. Gerade war ich bei 9° und frischem Wind eine halbe Stunde barfuß auf einem kleinen Spaziergang durch den Ort und genoss nach einigen Tagen erstmals wieder bloßen Boden unter den Füßen. Das hat nun wahrhaftig nichts mit Missionarseifer oder gar Bierernst zu tun.
Nein, es ist schlichtweg so, dass ich es angenehm und faszinierend finde nach einem kühlen und verregneten Tag (beim Radfahren im Morgenregen trug ich Stirnband und Handschuhe) ohne Probleme barfuß auf die Straße gehen zu können.
Der kühle Abendboden und die frische Luft um die Zehen haben etwas belebendes an sich, was die ganze Müdigkeit auf einen Schlag weg wischt. Den Oberkörper gut eingepackt, kann mir dann auch die kühle Brise nichts anhaben. Klar, es ist erst einmal etwas eigenartig, sich obenrum warm anzuziehen und gleichzeitig auf Fußbekleidung zu verzichten.
Aber das Leben ist einfach zu kurz um mit 32 noch nach den mütterlichen Ratschlägen vergangener Tage oder den wohlgemeinten Bemerkungen der Zeitgenossen zu leben. Und so werde ich, solange es mir Spaß und Freude bereitet, auch im Herbst noch den einen oder anderen Barfußspaziergang draußen unternehmen, auch diese bunte Jahreszeit mit allen Sinnen genießen. Wenn es dann wirklich einmal zu kalt und unangenehm wird, dann heißt es halt wirklich "Schuhe anziehen" - bis der erste Sonnentag erneut dieses unwiderstehliche Verlangen nach Bodenberührung weckt.
[habe noch andere Hobbies ... was bestimmt gut so ist]
Ob Barfußlaufen nun mein Hobby ist weiß ich nicht. Falls Hobby heißt, dass ich etwas freiwillig und mit Genuss mache, dass mir was fehlt wenn ich es nicht tun kann - ja, dann ist Barfußlaufen vermutlich auch eines meiner Hobbies.
Barfüßige Grüße Kai

Hallo zusammen, ich hatte neulich zu meinem Hobby, dem Barfußlaufen, geschrieben :
[laufe gerne barfuß. Nicht immer und überall - aber durch Meinungsaustausch bestärkt immer öfter und überaller]
Wenn ich nunmehr wieder von leicht deprimierter Stimmung getragene Postings, wie z. B. von Harald und Lotsi lese, dann erinnere mich meiner ähnlichen Stimmungen bis vor rund zwei Jahren.
Schon die Vorstellung, beim Joggen jetzt monatelang die Füße in Schuhe zwängen zu müssen, vergrätzte mir z. B. den Spaß an dieser Bewegung - ich musste mich - Beweggründe wie Nur- nicht- Einrosten und Kampf- gegen- die- Pfunde repetierend - ziemlich dazu zwingen.
Das ist jetzt vorbei, und meiner Stimmung konnte nichts besseres passieren - meiner Gesundheit übrigens auch nicht, denn die schlechte Stimmung war regelmäßig auch von heftigen Auseinandersetzungen meines Immunsystems mit Infektionen begleitet, was sich vorzugsweise in schweren Beinen und einem allgemeinen Schwächegefühl äußerte.
Nun bin und werde ich auch aus verschiedenen Gründen kein Dauerbarfüßer (Respekt vor den echten) und musste mich daher während des Oktobers umstellen : irgendwann war aufgrund sinkender Temperaturen und parallel dazu steigenden sozialen Drucks z. B. Schluss mit Samstag morgens barfuß im Ort einkaufen gehen - aber nachmittags und Sonntag morgens zum Bäcker ging es z. B. noch manche Tage ganz gut.
Das ist jetzt aber wohl auch vorbei. Was aber weiter möglich ist und bestimmt auch nahezu den ganzen „Winter“ - der bei uns seinen Namen in den letzten Jahren allerdings immer seltener verdient hat - bleiben wird, ist das unbeschwerte Wandern und Joggen - ersteres in der Natur, letzteres im Park und beides auf Naturböden.
Die regelmäßige Bewegung sorgt auch bei niedrigeren Temperaturen für gute Durchblutung und Erwärmung, was freilich nicht heißt, dass es nicht auch für mich ruhig wärmer sein dürfte. Meine Füße melden dann aber keineswegs : „Schweinekalt, wo sind die Schuhe ?“, aber durchaus : „Ein paar Grad mehr könnten es schon sein“.
Und diese Meldung ist mir tausend mal lieber als : „Warum sind wir eigentlich eingesperrt ?“, oder : „Verdammt eng und heiß hier drin“ !
Und deshalb wirkt sich mein Hobby jetzt so aus, dass ich nicht täglich, aber sehr regelmäßig Gelegenheiten zum Barfußlaufen im Freien suche - und auch finde.
Fröhliche und unbeschwerte Füße an alle Georg

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Barfuß als Sucht ?
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Irgendwie ist es schon komisch. Haben sich wirklich alle "Barfüßler" auch unter Kontrolle?
Ich meine "nur" aus Idealismus und Wohlgefühl wird nicht jeder barfuß laufen. Ich möchte nicht auf die sexuelle Fetischschiene abgleiten, aber provokativ diese These in den Raum stellen: Barfußläufer sind manisch, denn sie tun es aus einem Zwang heraus!
Ich verspüre selber diesen, und komme nicht immer gegen ihn an, was auch schön sein kann. Aber ich halte es für etwas "einfach" in schwarz und weiß - barfuß und nicht barfuß, Reibungspunkte einzuteilen. Trotzdem toleriere und bewundere ich Nonkonformisten, und das sind eben auch "Barfüßler"
Aber ich muss ehrlich zugeben: Eine gewisse exhibitionistische Neigung werden nicht wenige mit ihrem "unten ohne Look" frönen. Auch ich verspüre einen "Kiztel und Kribbeln", wenn ich besonders an Orten, wo man eigentlich auffallen "muss", extra barfuß rumlatsche.
Ich freue mich schon jetzt auf reges Feedback meiner Ansichten! Chris

Lieber Chris, das mit der Sucht kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
Ich würde eher von LUST sprechen, nämlich der Lust am Barfußlaufen, die ich habe und die ich mir auch nicht von irgend jemandem, den mir zufällig mit Schuhen über den Weg läuft, zerstören lassen will.
Genauso wenig will ich den Konventionen, die hierzulande nackte Füße eher als etwas Intimes, das man nicht in der Öffentlichkeit zeigt, auffassen, Folge leisten.
Selbst in vielen Ländern mit "westlicher" Kultur (Australien, Südafrika, Neuseeland, auch USA) sieht man das etwas lockerer - von Ländern und Regionen, die anderen Traditionen verpflichtet sind, nicht zu reden.
Apropos locker: in Deutschland wird vieles ziemlich unlocker genommen - auch das ein Grund für mich, dem mit kleinen Nadelstichen (wie baren Füßen) zu widersprechen. Klar ist es ein besonderer Kick, wenn "die Leute" (wer ist das eigentlich?) glotzen; sollen Sie es halt tun.
Viele würden vielleicht auch gerne und trauen sich nicht. Auch ich habe mich anfangs nicht getraut und tue es zu meiner eigene Freude und mit wachsendem Selbstbewusstsein mehr und öfter.
Schon möglich, dass die "Lust" unterschwellig auch etwas Sinnlich- sexuelles hat - ich finde wohlgebildete Füße egal welchen Geschlechtes einschließlich meiner eigenen schön und anziehend - aber sei´s drum.
Bislang halte ich mich jedenfalls weder für zwanghaft noch für einen Fetischisten, wobei es beides sicher gibt. Jedenfalls werde ich darauf achten, ob "die Lust am" irgend wann einmal in "den Zwang zum" umkippt.
Herzlichst füßt Dich und alle anderen Forumsleser der Schorsch

Ich glaube, es handelt sich beim Barfußlaufen - Wollen um ein natürliches Grundbedürfnis, welches sich über Millionen von Jahre entwickelt hat und sinnvoll ist.
Wenn dieses Grundbedürfnis aber unterdrückt wird, dann bricht es zeitweise als "Sucht" hervor, oder aber der Mensch leidet anderweitig. Letzteres kann völlig verschlungene Wege gehen, und sei es, dass es ganz woanders schmerzt oder dass man einfach "nur" unausgeglichener ist. Vieles dazu findet sich ja auch im "Best Of".
Ansonsten kann ich mich den Ansichten von "Schorsch" nur anschließen. Einen schönen Gruß, MarkusII

Also, barfuß laufen kann auch eine "Kettenreaktion" auslösen. Erst bin ich nur in der Wohnung barfuß ... dann, egal ob man in einem Mehrfamilienhaus wohnt, bringt man provokativ nur noch barfuß den Müll runter (so ging es bei mir los). Selbst die Post oder die Zeitung morgens holt man barfuß.
Und irgendwann ist man so weit und überlegt: Was soll ich eigentlich noch mit Schuhen? Dann geht man barfuß aus dem Haus. Fährt barfuß mit dem Bus in eine andere Stadt, geht barfuß durch die Geschäfte usw. ...
Schon gemerkt?
DAS IST TYPISCHES SUCHTVERHALTEN. Erst leichte Dosierung, dann mehr, und irgendwann?
Deshalb die Frage an Leute die eigentlich immer barfuß laufen wollen, und es dann doch aus irgendwelchen Gründen (Schwiegereltern, Nachbarn, usw.), außer Julia, nicht machen. Was hindert euch eigentlich daran (außer auf der Arbeit, aber das ist ein Sonderfall) IMMER barfuß zu laufen?
Schmeißt die Schuhe in die Tonne und kümmert euch nicht darum was andere sagen! Und irgendwann nach ein paar Wochen und Monaten werdet ihr froh sein, diesen letzten Schritt gemacht zu haben!
Oder ist da nicht doch noch eine "Stimme" im Hinterkopf die sagt: Warum mache ich das eigentlich? Warum bin ich so auf meine Füße fixiert (ich meine keinen Fetisch)? Überlegt mal!!! ;)))
Chris

[Also, barfuß laufen kann auch "Kettenreaktion" auslösen]
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht und darüber nachgedacht.
[TYPISCHES SUCHTVERHALTEN. Erst leichte Dosierung, dann mehr, und irgendwann?]
Einspruch Euer Ehren ;-)
Zum typischen Suchtverhalten gehört die destruktive Komponente. Meiner Erfahrung nach hat das progressive Barfußgehen eher eine gesundheitlich und geistig aufbauende Komponente. Ich kann weder bei meinen Mitmenschen noch bei mir selbst eine schädigende Wirkung des Barfußgehens erkennen.
[Frage an Leute die eigentlich immer barfuß laufen wollen, und es doch nicht machen. Was hindert euch]
Das sind wahrscheinlich tiefgehende Konditionierungen und die (nicht zuletzt damit verbundene Anfälligkeit für die) "soziale Kontrolle".
[Warum bin ich so auf Füße fixiert (meine keinen Fetisch)]
Die Füße verdienen es, einen stärkeren Fokus zu bekommen, weil
(1) sie in unserer "kopfigen" Gesellschaft bisher von der Mehrheit zu stark vernachlässigt wurden;
(2) gewissenlose Abzocker (aus der "Gesundheits"- oder Konsumgüterindustrie) billigend in Kauf nehmen, mit ihrem Service oder Gütern unserer Gesundheit zu schaden und daran auch noch heftig zu verdienen.
Millionen Lemminge sind kein Argument für das "rechte" Verhalten. Möglicherweise sind wir einem der größten (von den o.g. Interessengruppen genährten, oder zumindest nicht bekämpften) Zivilisations- Irrtümern auf der Spur, wenn wir meinen, unsere Füße hätten nur ein rechtes Ziel, nämlich Richtung Schuh.
Wieweit wir barfuß gehen können, kann ich momentan noch nicht voll abschätzen, aber nach den eigenen Erfahrungen und denen des Forums, ist der Raum der Möglichkeiten viel größer als bisher angenommen.
Lasst uns aus dem Barfuß - Paradies nicht ein zweites Mal rausgeschmissen werden. Darum bittet für uns alle, die es (ansatzweise) realisiert haben oder die eine Chance haben, es zu verwirklichen, mit aller Leidenschaft Fridemar

[irgendwann überlegt: Was soll ich eigentlich noch mit Schuhen? Dann geht man barfuß aus dem Haus. Fährt barfuß in eine andere Stadt, geht barfuß durch Geschäfte usw. ... Schon gemerkt? TYPISCHES SUCHTVERHALTEN. Erst leichte Dosierung, dann mehr, und irgendwann?]
Eine interessante Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Ich stimme dir zu, dass barfußlaufen sich zu einer "suchtähnlichen" Vorliebe entwickeln kann.
Nur ist barfußlaufen ja grundsätzlich nichts negatives bzw. es birgt zunächst kein ernsthaftes Suchtgefahrenpotential - macht nicht krank, kostet kein Geld usw.
Allerdings runzle ich manchmal auch die Stirn, wenn ich lese, dass jemand riskiert, den Job zu verlieren, weil er nicht bereit ist, aufs barfußlaufen zu verzichten oder aber Familien-/ Beziehungskrisen auslöst, weil er/sie unbedingt auch im Spätherbst noch barfuß auf Tour will oder unbeschuht zu irgendwelchen einigermaßen förmlichen Veranstaltungen gehen will. Da könnte man schon ins Grübeln kommen, ob das noch in einem ungefährlichen Bereich ist??
Allerdings denke ich, dass die allermeisten Forumsteilnehmer mit dieser "Gefahr" verantwortungsbewusst umgehen und ihre Grenzen so setzen, dass solche Probleme nicht entstehen.
Und dass das barfußlaufen immer mehr Spaß macht, ist meiner Meinung nach nichts schlimmes, sondern eine ganz normale Entwicklung. Denn einerseits können erfahrene Barfüßer eben fast immer und überall barfuß bleiben und andererseits macht es einfach riesig Spaß, von vielen anderen Forumsteilnehmern sich ermutigen zu lassen, die eigenen Barfußgrenzen immer weiter hinauszuschieben.
Why not, wenn man es genießen kann und nichts riskiert. Gruß Moritz

Sucht? Hobby! Deine Charakterisierung passt doch ganz gut auch auf ein gerne ausgeübtes Hobby, ohne dass man gleich den Suchtbegriff überstrapazieren müsste.
[Frage an Leute die immer barfuß laufen wollen und es nicht machen. Was hindert euch daran (außer auf Arbeit, das ist Sonderfall) IMMER barfuß zu laufen?]
... das (kalte, nasse, heiße) Wetter
... ich muss nicht dauernd meinem "Hobby" nachgehen
... es macht auch Spaß, bei bestimmten Anlässen "förmlicher", d.h. mit Schuhen gekleidet zu sein
... Bequemlichkeit, nicht ständig erklären müssen warum man barfuß ist
... Konventionen, gegen die anzugehen nur mit unverhältnismäßigem negativem Resultat möglich ist.
Aber zu allen anderen Gelegenheiten bleibt Barfußlaufen Hobby und sicherlich nicht Sucht.
Ach ja, Arbeit: Immerhin waren wir im Hochsommer (aber nur dann!) bis zu drei Barfußläufer/innen im Büro. Kai

Ich glaube nicht, dass barfuß eine Sucht sein kann!
Die von Dir beschriebenen "Sucht" - Symptome bezeichnen in diesem Falle einfach die Tatsache, dass man nach und nach irgendwelche Hemmungen abbaut.
Mir geht es so, dass ich, wenn nicht ständig irgendwelche Bemerkungen kommen, von Leuten, die das eigentlich überhaupt nichts angeht, ganz selbstverständlich barfuß bin, sofern mir danach ist.
Wenn ich Lust habe, Schuhe zu tragen, auch in der Freizeit, tue ich das.
Es gibt natürlich auch Anlässe, wo barfuß, auch mit Sandalen, absolut unpassend ist. Aber da gibt's ja bequeme Halbschuhe mit schmalen Luftschlitzen. Ob ich rote, grüne, weiße, schwarze oder gar keine Socken darunter habe, sollte eigentlich niemanden interessieren.
Ich bin fast immer barfuß (ganz, oder mit Sandalen) und zwar nicht, weil es eine Sucht ist, sondern ganz einfach deshalb, weil mir geschlossene Schuhe zu warm sind. Das war auch schon so, als ich noch ein Kind war und meine Eltern entschieden, ob und wann ich barfuß sein darf. Da ertrug ich halt die heißen Füße, weil die Alternative dazu heiße Füße + "heißes" Hinterteil war...
Natürlich gibt es auch Leute, die barfuß sein MÜSSEN! Das wirkt sich aus wie eine Sucht, ist aber eigentlich keine. Psychologen nennen das glaube ich "Zwangsneurose".
Und dann gibt es ja auch noch die Fetischisten. Ganz verstehen kann ich nicht, warum barfuß solch ein wichtige Thema sein kann, über das man ständig diskutieren kann. Wir "zivilisierten" Menschen habe schon ein seltsames Verhältnis zu unseren Füßen und den Füßen anderer. Niemand würde andere ansprechen, ob das nicht zu kalt ist, wenn derjenige bei winterlichen Temperaturen ohne Handschuhe oder ohne Pudelmütze unterwegs ist. Aber wenn man ohne Socken in Sandalen unterwegs ist, das erregt (nicht nur im Winter) Aufsehen.
Es ist ja auch noch ein Unterschied, ob Mann oder Frau. Wenn eine Frau bei kühleren Temperaturen barfuß in Sandalen ist, erregt das nicht solches Aufsehen, wie bei einem Mann. Arbeitgeber tolerieren (oder wünschen es sogar), dass (vorzugsweise hübsche) Frauen barfuß in Sandalen sind, männliche Kollegen mit Sandalen werden, selbst wenn sie Socken tragen, abgemahnt und im Wiederholungsfall rausgeworfen! Da spreche ich ja aus Erfahrung.
Wie gesagt, für mich ist barfuß oder nicht barfuß ganz normal. Ich entscheide mich ja auch selbst, nach eigenem Temperaturempfinden, ob ich einen Pullover anziehe oder lieber nur ein leichtes Hemd, ob ich eine dicke Winterjacke anziehe, eine leichte Jacke, oder gar keine.
Gruß, Bernd A

Hi Chris! Beim Lesen Deiner Botschaft kann ich mir einige Anmerkungen nicht verkneifen:
[barfuß laufen kann "Kettenreaktion" auslösen. Erst nur in Wohnung barfuß ... dann  provokativ nur noch barfuß Müll runter. Selbst Post oder Zeitung holt man barfuß. Was soll ich noch mit Schuhen? Dann geht man barfuß aus. Fährt barfuß mit Bus in andere Stadt, geht barfuß durch Geschäfte TYPISCHES SUCHTVERHALTEN. Erst leichte Dosierung, dann mehr, und irgendwann?]
Mit Suchtverhalten hat die von Dir beschriebene "Kettenreaktion" nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr darum, dass jemand, und etliche aus diesem Forum werden solche Erfahrungen gemacht haben, die Natürlichkeit des Barfußlaufens (wieder)entdeckt und sich nach und nach von den tiefsitzenden, anerzogenen eigenen Vorbehalten gegen das Barfußlaufen sowie dem gesellschaftlichen Druck zum Tragen von Schuhen und Strümpfen befreit und sich auf diese Weise immer mehr Freiräume zur natürlichen Art menschlicher Fortbewegung erobert, was doch sehr begrüßenswert ist.
[Frage an Leute die immer barfuß laufen wollen und es nicht machen. Was hindert euch daran (außer auf Arbeit, das ist Sonderfall) IMMER barfuß zu laufen? ]
Da liegt der Hase im Pfeffer! Es ist genau, wie Du selbst treffend erkannt hast, der "Sonderfall" Arbeit, der mich persönlich daran hindert, die Schuhe in die Tonne zu schmeißen und IMMER barfuß zu laufen.
Für mich als Rechtsanwalt sind barfüßige Mandantengespräche oder gar Gerichtsverhandlungen schlichtweg undenkbar! Da sind Schuhe unbedingt ein "Muss" (was mich freilich nicht hindert, wenigstens ganzjährig auf Socken zu verzichten).
Ohne diesen Aspekt wäre ich auch für radikale "Schuhentsorgung".
["Stimme" die sagt: Warum mache ich das? Warum bin ich auf meine Füße fixiert]
Die Antwort hast Du eigentlich schon gegeben: Die den meisten von uns in früher Kindheit geraubte Freiheit der Füße muss Stück für Stück und manchmal gegen beachtliche innere und äußere Widerstände mühsam erkämpft werden.
Und wie alle Kämpfe erfordert auch dieser Anspannung, Konzentration und sorgfältiges Abwägen von Risiken, was den Eindruck erweckt, auf die eigenen Füße "fixiert" zu sein.
Ich bin jedoch überzeugt, dass sich das gibt, sobald jeder sein persönliches "Barfußziel" erreicht hat. Für mich sind beispielsweise Socken kein Thema mehr, und ich erwähne sie nur, um anderen Mut zu machen ...
Zum Schluss noch eine direkte Frage an Dich, Chris: Hast DU Deine Schuhe schon weggeschmissen?
Herzliche Barfußgrüße, Markus U.

Schließlich das "Barfuß als Sucht" - Thema.
Ich habe mal MS Encarta '99 bemüht und dort folgende Definition gefunden :

Sucht, im weitesten Sinn jede zwanghafte Bedürfnisbefriedigung, die Symptome einer psychischen und/ oder physischen Abhängigkeit aufweist.
Abhängigkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass eine für den Betroffenen unerträgliche innere Spannung die Bedürfnisbefriedigung erzwingt. Von Sucht kann in diesem Sinn sowohl bei der Abhängigkeit von einer psychoaktiven Substanz gesprochen werden (vor allem Drogen), als auch hinsichtlich eines bestimmten Verhaltensmusters.
Als nicht substanzbezogene Sonderformen der Sucht sind etwa Essstörungen [...] zu nennen.
Häufig wird auch bei Verhaltensstörungen, wie übermäßigem Hang zur Kritik, auffällig übersteigertem Arbeitsdrang oder Machthunger und Ähnlichem von Kritik-, Arbeits- oder Machtsucht etc. gesprochen.
Im engeren Sinn wird unter Sucht zumeist der zwanghafte Missbrauch von Suchtmitteln, d. h. von Drogen, Rausch- und so genannten Genussmitteln verstanden [... es folgen Ausführungen zu Sucht im engeren Sinn / Drogen].

Da die Definition im engeren Sinne ja ohnehin nicht in Frage kommt, bliebe noch die "im weitesten Sinne". Zwanghafte Bedürfnisbefriedigung und Abhängigkeitssymptome im Sinne einer unerträglichen inneren Spannung werden hierbei genannt.
Wenn ich es recht sehe - im Urteil über sich selbst sollte man ja vorsichtig sein - wird, bei allem Spaß am Barfußlaufen, meine innere Spannung so groß nun auch wieder nicht. Obwohl : irgendwie fehlt mir schon was, wenn ich über einen längeren Zeitraum nicht barfuß sein kann ...
Allerdings kenne ich jede Menge Leute, denen auch etwas fehlt - wenn sie z.B. keine Musik hören können, ein bestimmtes Lebensmittel länger nicht bekamen, keine Gelegenheit zum Laufen - Schwimmen - Tanzen ... hatten, keinen Schwatz mit Nachbarn hielten usw. usf.
Für eine Sucht muss es doch schon weit zwanghafter sein als "nur" ein gern gepflegtes Hobby.
In diesem Sinne ist es auch ganz gut, dass dieses board "Hobby? Barfuß!" und nicht etwa "Barfußsüchtig" heißt ...
Herzliche Füße an alle sendet Georg

Letzthin hat in diesem Forum jemand die Frage gestellt, ob Barfußlaufen tatsächlich ein Hobby sei. Hobby vielleicht nicht, aber Spleen? Oder vielleicht gar Sucht? Etwas, auf das man nicht mehr verzichten will oder kann? Wenn die nackten Füße den Erdboden berühren, liefern eine Unzahl von Nervenenden, mit denen offensichtlich unsere sehr sensiblen Laufwerkzeuge bestückt sind, unterschiedliche Informationen sonder Zahl ans Gehirn. Das ist dann wohl das, was einen beim Barfußlaufen diesen “Kick” gibt, einen Kick, wie man ihn empfindet, wenn man im kalten Wasser oder bei Regen und Sturm schwimmt. Unter Umständen steigert man sich in eine eigentliche Euphorie hinein! Seinen Körper der Natur und ihren Kräften aussetzen, ihn bis an seine Grenzen fordern, kann süchtig machen. “Süchtig” möchte ich hier nicht negativ verstanden haben, wenigstens so lange nicht, als der Verstand noch rechtzeitig “Halt!” befehlen kann (und das ist zum Glück beim Barfußlaufen äußerst selten nötig!). Vielleicht ist auch ein bisschen Masochismus dabei, wenn man etwas schmerzvollere Meter immer noch als lustvoll empfindet. Und wie steht es mit dem Exhibitionismus? Die bewundernden oder spöttischen Blicke und Kommentare unserer Mitmenschen lassen doch etwas Neid vermuten. Und sind wir nicht etwas stolz auf unsere kräftigen, braungebrannten und widerstandsfähigen Füße?
In meiner Jugend liefen die Kinder der Region, in der ich aufwuchs, vom Frühling bis zum Herbst barfuss. Für viele Eltern bedeutete dies, dass sie ihren schmalen Geldbeutel schonen konnten, weil ihre zahlreiche Kinderschar keine Schuhe brauchte. Für die Kinder besser betuchter Eltern war es dagegen Ehrensache, nicht als verzärtelte Sprösslinge zu gelten und deshalb die Schuhe im Frühling auch in die Ecke zu stellen. Zuerst wurde die Mutter bearbeitet, dass es nun höchste Zeit fürs Barfußlaufen sei, am Schluss sprach dann der Vater sein Machtwort, je nachdem im positiven oder negativen Sinn. Barfußlaufen war aber nicht nur Ehrensache, sondern auch Ausdruck von Freiheit. Damals trug man ja winters und sommers kurze Hosen (Buben) bzw. Röcke (Mädchen). Im Winter kamen dazu die handgestrickten Wollstrümpfe, die entweder durch ein blutstauendes Gummiband oder von einem Folterwerkzeug, im Schweizer Dialekt “Gstältli” genannt, am Platz gehalten wurden. Dieses Gstältli engte den Oberkörper ein und musste jeden Morgen am Rücken mühsam geknöpft, am Abend entknöpft werden. Konnte man im Frühling auf dieses Objekt verzichten, so war das reine Freiheit! So verbinde ich Barfußlaufen auch heute noch mit “Freiwerden” und “Freisein”, womit wir dann unserm Hobby, Spleen, Sucht auch noch eine höhere philosophische Weihe gegeben haben!
Walter

Also ich bin der Meinung, dass das Barfußgehen keine Sucht (auch nicht im positiven Sinne) und auch kein Spleen ist, es wird nur leider immer wieder von intoleranten Mitmenschen als spleenig dargestellt! Es ist eben einfach ein schönes Gefühl, das nicht zuletzt nur aus dem Grund, den Du genannt hast, nämlich den vielen Nerven, die das Empfinden des Bodenkontaktes in den Füßen verstärken, so. Wenn man jemand barfuß gehen sieht, dann hat das eine "ansteckende" Wirkung und wie Du schriebst, wird es auch oft mit neidischen Blicken begutachtet, da Viele es selbst gerne tun würden, den Mut dazu aber nicht haben. "Anstecken" lassen sich nur Die, die den Mut aufbringen, wenn es ihnen jemand "vormacht", das konnte ich schon sehr häufig beobachten, als ich barfuß ging, es waren allerdings meistens Frauen, ab und zu, aber viel seltener, auch Männer. Ich bin auch Deiner Meinung, dass man es gerne Anderen zeigt, dass man barfuß ist (ich allerdings nicht überall) und man sieht es auch gerne, wenn eine andere Person barfuß geht. Das sind bei Männern eben in der Regel die Frauen. Nicht selten kann man hier im Forum und auch ganz allgemein die Erfahrung machen, dass viele Männer den Anblick schöner Frauenfüße z.B. in Flip-Flops sehr erotisch finden. Ich erwähne das nicht gerne in diesem Forum, da ich hier kein Ärgernis schüren will, aber ich bin fest davon überzeugt und weiß es aus Erfahrung, dass die "Schwelle" zwischen "gerne barfuß gehen" und dem erotischen Gefühl dabei, nur sehr klein ist. Viele wollen das bloß nicht wahrhaben, da sie befürchten, sie seien dann nicht "normal", da sie sich dann nicht der "Norm" angepasst fühlen, also verdrängen sie es. Darum wird dieses Thema auch häufig "totgeschwiegen" und ich denke, dass auch Viele aus diesem Grund barfuß gehen, weil es einfach gewisse Reize hervorruft. Was ich weniger glaube ist, dass es etwas mit Masochismus zu tun hat, wie Du schriebst, denn keiner, den ich kenne (auch nicht hier im Forum), möchte Schmerzen erleiden beim Barfußgehen. Sie sind höchstens stolz darauf, viele Untergründe, die einem ungeübten Barfüßer weh tun, ohne Schmerzen überstehen zu können und darüber gehen, als sei es Asphalt oder ein Untergrund in dieser Art. Aber wie auch immer, ich werde es tun, wann und wo ich Lust dazu habe und ich persönlich, das schrieb ich hier auch schon ein paar Mal, liebe ein gewisses Prickeln und sogar eine leichte Aufregung, wenn ich barfuß unterwegs bin! ;-)  
Einen lieben Gruß von Andi(35)

Wollte erst schreiben, barfuss IST eine Sucht, habe dann aber mal im Lexikon unter ”Sucht” nachgeschaut, und dort steht: "... zwanghafte psychische und physische Abhängigkeit, die zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann."
Also doch eher Hobby oder Spleen. Aber einen Aspekt von Sucht, wieder nach dem Lexikon, hat barfuss doch für mich, Entzugserscheinungen ! Bekomme zwar keine Schweißausbrüche und auch nicht das große Zittern nach ein paar Stunden in Schuhen und richte auch nicht den gesamten Tagesablauf auf die Erfüllung der Sucht aus, aber Glücksgefühle stellen sich eindeutig ein, wenn die Schuhe in der Ecke verschwinden ! Wäre doch ein gutes Thema für eine wissenschaftliche Forschungsarbeit, natürlich experimentell belegt durch möglichst viele Barfuß-Aktionen.
Barfuss ist für mich einfach eine zusätzliche Dimension der Wahrnehmung. Während man in Schuhen fast keinen Unterschied spürt, egal über was für einen Boden man gerade läuft, signalisieren einem die bloßen Füße all die vielen feinen Unterschiede zwischen den verschiedenen Oberflächen. Gerade bei einer Wanderung durch die Natur, über Waldboden, durch taufeuchte Wiesen oder über von der Sonne aufgeheizte Felsen empfinde ich dies genauso eine Wahrnehmung der Natur wie den Duft von Blumen oder auch das Zwitschern der Vögel, eine Wahrnehmung, die ich einfach nicht versäumen möchte.
Daneben ist barfuss für mich auch ein wenig Auflehnung gegen Modediktat, gesellschaftliche Zwänge und Angepasstsein. Und ein nicht zu unterschätzenden Vorteil für faule Leute wie mich, man spart sich für einen Großteil des Jahres das Schuhe putzen!
Mit sauberen Schuhen im Schrank, aber noch schwarzen Füssen  
Joachim (GE)

Ich hätte gerne hiermit eine grundsätzliche Frage gestellt:  
Ist das Barfuss laufen für die größte Mehrheit von uns nicht eine "way of life" = Lebensform, Lebensart ? Die Überzeugung, barfuss zu gehen,.. ja eigentlich zu leben, geht wahrscheinlich fielen tiefer vor, wie zum Beispiel den Vegetarismus, also fleischlos zu leben, wie die Überzeugung, ohne Schuhe und Socken durchs Leben "gehen" zu wollen ohnehin.
Alle diese wunderschönen Berichte, die ich immer wieder lese und diejenigen die darauf antworten, mit vollem Herzen und Zuneigung, Hinwendung seine/ihre Füße voll im Leben mit einzubeziehen ist schon eigentlich weit mehr als ein Hobby, die ich als mit den Modeleisenbahn oder Münzen sammeln oder Schmetterlinge nachforschen vergleichen würde. Das Barfuss laufen ist eine Bewegung wie einst in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts das FKK seine Ursprünge genommen hat, eine Bewegung, Lebensgefühl, eine Lebensart; Überzeugung, die uns schon lange Gang und Gäbe ist. Wir wissen ja, dass viele hier sogar im Winter ihren Füssen diesen wunderbaren "Gefallen" tun, nackt wie Gott sie schuf im Schnee marschieren zu lassen, oder/und wenn es während Monaten in Europa kalt und regnerisch ist.
Ich will hiermit natürlich nicht irgendjemanden belächeln, die das Barfußlaufen als ein Hobby anschauen oder als Spleen, ich bin dennoch der Überzeugung, dass das Gehen nackten Fußes etwas ist, was viele Menschen von uns allen, wie das Zähne bürsten oder das tägliche Essen ins Leben aufgenommen haben und jetzt nicht mehr VOM Leben weg-zu-denken können. (Ich will es zumindest so gehofft haben, es ist ein revolutionäres Gefühl, den Boden unter den Füssen spüren zu können. Es gab ja ein Lied aus den siebziger Jahren: "I feel earth,- move,- under my feet." ein starkes Stück Befreiung, dieses Song, so fühle ich mich, wenn ich die Haustüre hinter mir schließe und in die Welt hinaus gehe, ich fühle sie viel mehr, werde auch damit seither viel mehr feinfühliger, weil ich den starken Kontakt, das intensive Reiben zwischen meinen Fußsohlen und dem Boden viel mehr empfinde. Als ich noch mit den Schuhen durch die Strassen watschelte, nahm ich alles umsonst,
ich fühlte mich kaum mehr "alive", sondern nur noch wie ein umher Irrender, der Seine Umwelt gar nicht mehr spüren und wahrnehmen kann. Das ist heute nicht mehr so. Ich gehe mit sehr viel mehr Vorsicht und Behutsamkeit durch die Strassen umher und gehe mit den Menschen viel mehr sachte um als vorher. Das alles kann einem mit Barfußlaufen ändern. Das versichere ich Euch allen,...!!  
Gruß mit Fuß:  
Christopher aus London (38)

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