[Feuerlauf] [Scherbenlauf]

Barfuß über glühende Kohlen (Feuer) oder Scherben laufen
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2000)

Hallo! Wie kann man barfuß über glühende Kohlen laufen, ohne dass es weh tut?
Ich laufe nicht so viel barfuß und bin eher empfindlich an den Füßen. Ich stelle mir das so vor, dass man immer nur kurz auftritt. Hat jemand hier Erfahrung damit?
Gruß, Ansgar

Erfahrungen habe ich nicht (obwohl es bestimmt mal interessant wäre), aber ich habe mal in der Knoff- Hoff- Show einen interessanten Beitrag dazu gesehen, der das mystische am Kohlenlaufen entzaubert hat: Der Trick besteht darin, vorher idealerweise auf einem kühlen Untergrund wie z. B. einer feuchten Wiese zu stehen. Dann läuft man einfach zügig über die Kohlen.
Der Kontakt der Füße mit den Kohlen ist beim zügigem Laufen so kurz und die Wärmeaufnahme der Haut so schlecht, dass die Füße gar nicht warm genug werden um zu verbruzzeln.
Der Moderator (Joachim Bublath oder so ähnlich) hat es dann im Studio vorgeführt, nachdem er sich Temperatursensoren an die Fußsohle geklebt hat.
Ich weiß nicht mehr genau welche Werte rauskamen, sie waren aber so tief, dass jedem klar wurde, dass die Sache ungefährlich ist. Leider habe ich auf dem ZDF- Server nix mehr zur Knoff- Hoff- Show (geschweige denn zu dieser speziellen Folge) finden können... mfG Rol

Hier gibt's eine 'Scientific Study of Firewalking':  Thomas_S

Wie sieht es beim Feuerlaufen aus? Ist durch das Laufen die Zeit, wo die Fußsohle die heißen Kohlen berührt, so kurz, dass sie nicht zu heiß wird?
M.f.F, Dominik R.

That's it! Es ist genauso, als wenn Du mit dem Finger (bzw. großem Zeh ;-) kurz durch eine Kerzenflamme gehst, da spürst Du noch nicht mal große Wärme.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Kontakt der Fußsohle mit den Kohlen 0,7 sec nicht überschreiten darf, hängt wohl aber auch von der Hornhaut und der Hitze der Kohlen ab.
Vom Selbstversuch (ohne Anleitung) würde ich aber auch abraten ...
Serfuß, Jörg (2)

Feuerlaufen widerspricht allen physikalischen Regeln und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dabei "alles mit rechten Dingen" zugeht - zumal ich schon gesehen habe, dass sogar Personen durch die Glut laufen, die über kaum eine Hornhaut verfügen.
Ich kann mich natürlich auch täuschen. Vielleicht ist die Haut wirklich imstande sich gegen tausend Grad Hitze "zur Wehr zu setzen".
Wer kann darauf Antwort geben?
Viele Grüße, Frankie von Süden

Ich wundere mich auch immer wieder, wie so was ohne Verletzungen funktionieren kann. Aber es gibt auch ein paar wichtige Details, die stimmen müssen:
1) Glut darf nicht mehr zu stark sein, genau wie man beim Grillen auch das Fleisch nicht sofort reinlegen darf ...
2) ich hab mal gehört, dass die Kohlen vorzugsweise auf einer Wiese oder Erdboden liegen sollen, NICHT auf Asphalt.
Vielleicht stecken die Feuerläufer ihre Füße sofort danach in einen Eimer Wasser zum Abkühlen ? ?
Hab aber noch nie einen Feuerlauf an Ort und Stelle gesehen.
steveh

Ich auch (noch) nicht. Allerdings im Fernsehen. Was für mich unerklärbar und unvorstellbar ist: Wie konnte ein an Diabetes (!) leidender österr. Feuerläufer ohne Barfußpraxis (!) 40 Meter weit über glühende Kohlen schreiten, ohne die geringsten Anzeichen von Verbrennungs- und Schmauchspuren ??
In einer anderen FS-Sendung habe ich gesehen, wie NACH einem Feuerlauf-Seminar, an dem Erwachsene teilnahmen, deren 6 - 7 jährige Kinder - von denen man wahrlich keine intensive mentale Vorbereitung erwarten darf - im Kohlenfeuer herumliefen, dann mal kurz stehen blieben, und hin- und herhüpften, als wäre es Sand ...
Also ich verstehe das nicht.
viele Grüße
Frankie von Süden

Ein kurzer Blick ins Internet ergab folgendes Erklärungsmuster, wobei die Forschung wohl noch nicht ganz abgeschlossen ist:
Auch deutsche Forscher benutzten dem SPIEGEL (26/87) zufolge eine Videokamera. Die Mitarbeiter des Max-Planck-Institutes für Verhaltensphysiologie in Seewiesen maßen allerdings nur eine "Kontaktzeit mit der Glut" von 0,25 bis 0,8 Sekunden. Und sie hatten auch nicht vergessen, die Temperatur der Glut zu messen: Nur 240 bis 438 Grad. Da genügt die Hornhaut an den Füßen als Isolierschicht. Resümee der Forscher laut SPIEGEL:
"Ein schadloses Überqueren der Holzkohlenglut" ...sei auch "ohne Vorbereitungszeremoniell, ohne jegliche psychophysische Ausnahmezustände, ohne Verknüpfung mit religiösen Glaubensinhalten" und "barfuß in normaler Alltagsverfassung möglich".
Kai W.

Die Asche muss die richtige Zusammensetzung haben, so dass sie geringe Wärmeleitfähigkeit hat. Die Hornhaut hat dann auch eine gewisse Isolationsfähigkeit, und zusammen ergibt sich bei kurzem Kontakt eine genügend geringe Wärmeübertragung, dass sich die Haut nicht bis in einen Temperaturbereich erwärmt, der zu Verbrennungen führt.
(Es ist auch möglich, ganz kurz in eine Kerzenflamme zu fassen, ohne sich zu verbrennen.)
Unci

Wenn es sich nur um "heiße Asche" handeln würde, ja. Aber die Feuerläufer laufen über glühende Kohlen, Temp. ca. 1000 Grad. Bei jedem Schritt drückt die bloße Haut mit dem Gewicht des Läufers (sagen wir: 75 kg) auf das glühende Material, dazu kommt noch die Schritt-Dynamik, sodass eine effektive Anpresskraft von ca. 80 - 90 kp wirkt.
Man probiere das mal mit irgendeinem anderen Körperteil. Fängt sofort zum Brutzeln an. Auch die Handfläche. Mach mal einen Handstand und stütz dich kurz ab auf einer heißen Herdplatte - die hat im Vergleich dazu nur 400 Grad - du hast sofort Blasen und Verbrennungen!
Noch dazu laufen Leute über die Glut, die sonst nie barfuß laufen und kaum Hornhaut haben.
Mir ist das schleierhaft.
viele grüße, Frankie von Süden

Der Anpressdruck kommt in keiner mir bekannten Formel für den Wärmeübergang zwischen Festkörpern vor. Allerdings ist der weiche Untergrund eventuell ein Problem: weil sich die Asche und Kohlen unter den Schritten verformen, kommen eventuell auch weniger widerstandsfähige Hautpartien in Kontakt damit.
Wie ein Unglück in Portugal vor einiger Zeit zeigte, kommt es in der Tat auf die Zusammensetzung des "Materials" an.
[Man probiere das mit anderen Körperteil. Fängt sofort zum Brutzeln an. Auch die Handfläche]
Die Haut an den Händen ist (außer bei manchen Berufsgruppen, zum Beispiel Gitarristen, die eine ganz spezifische Hornhaut entwickeln) viel dünner und isoliert deshalb nicht so gut. Stahl hat auch einen viel höheren Wärmeleitkoeffizienten als Holz bzw. Graphit. Bei Stahl schwankt er je nach Sorte und Temperatur zwischen 20 und 50 W/mK; hat jemand Werte für Holzkohle?
[Noch dazu laufen Leute über die Glut, die sonst nie barfuß laufen und kaum Hornhaut haben]
Jeder, der läuft, hat an den Füßen dickere Haut als sonst wo. (Bei Querschnittsgelähmten könnte das mangels Beanspruchung anders sein.)
Unci

Am letzten Wochenende hatte ich erstmals Gelegenheit, einen Feuerlauf zu erleben. Es war schon ein spannendes Gefühl, barfuß über eine Feuerglut zu laufen. Und sehr erstaunlich, dass man sich dabei nicht notwendigerweise verbrennt.
Als das Feuer entzündet wurde und die Hitze einem fast die Augenbrauen versengte, das wurde mir sehr mulmig. Ich hatte erhebliche Zweifel, ob mein Entschluß, das mitzumachen, richtig war.
Auch als ich dann später vor der unendlich heißen Glut und damit vor der Frage "Tust Du's oder Tust Du es nicht?" stand, hatte ich Angst.
Ich bin an diesem Abend insgesamt viermal über die Glut gelaufen. Beim Dritten mal tats weh, weil ich da unkonzentriert war. Beim vierten Mal war ich mental wieder gut drauf und alles war super.
Feuerlauf ist vielleicht eine etwas extreme Form des Barfußlaufens, aber für mich war es eine sehr spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Nebenbei bemerkt, war für mich die Überwindung, das erste mal öffentlich in Berlin barfuß zu laufen größer, als beim Lauf über das Feuer :-)). ...
Barfuß übers Feuer zu laufen ist keine Tradition, die Jürgen Höller oder ein anderer Motiviations-Guru erfunden hat. Vielmehr ist das eine Jahrhunderte alte Tradition, die auch in unseren Breiten als Bewährungsprobe üblich war. Der umgangssprachliche Ausdruck "Ich gehe für Dich durchs Feuer" als Beweis einer großen Zuneigung oder großen Vertrauens hat seinen Ursprung in den Feuerläufen.
Nachdem Feuerlaufen bei uns aus der Mode gekommen war, wir aber alles fanzinierend finden, was anderswo passiert, ist diese alte Tradition über Asien (Bali u.a.) wieder reimportiert worden. 
Es ist keinesfalls so, dass man sich beim Feuerlaufen die Füße verstümmelt und lebenslang an Brandwunden leidet, wie einige von Euch vermuteten. Ich glaube auch nicht, dass sich Tausende jährlich solcher Gefahren bewußt aussetzen würden.
Für mich ist das barfuß übers Feuer laufen eine Erfahrung, die symbolisch dafür ist, dass man Dinge tun kann, die man nicht für möglich gehalten hätte. Das ist nicht anders, als wenn wir probieren, barfuß in der Öffentlichkeit zu erscheinen, was wir zuvor nicht für machbar gehalten hätten. Und dann stellen wir fest: es geht, es ist nicht schlimm, es macht sogar Spaß. Man muß nur einen Schritt weitergehen als bisher.
Was die Gesetze der Physik anbelangt: Ich kenne kein Gesetz, dass sagt, man würde beim Feuerlauf Brandblasen bekommen. Gäbe es dieses Gesetz, wäre es durch die Praxis widerlegt.
Es ist seit langen bekannt, dass wir durch unsere Gedanken die Wirklichkeit verändern können. In Hypnose kann man zeigen, dass ein Mensch, dem man suggeriert, man würde ihm ein glühendes Geldstück auf die Haut legen, tatsächlich Brandblasen bekommt, legt man ihm ein (natürlich normal temperiertes) Geldstück auf. Umgekehrt kann man durch diese Art Suggestion auch einen Zustand erreichen, der es ermöglicht, barfuß über glühende Kohlen zu laufen oder wie die Feuerläufer auf Bali sich sogar nackt in der Glut zu wälzen oder bis zu einer Stunde darin barfuß zu tanzen.
Für mich zeigt das die wunderbaren Fähigkeiten unsers Gehirns, von denen wir kaum eine Vorstellung haben.
Barfüßige Grüße: Michael (AL)

Der Motivationstrainer Thomas Baschab, der auf Einladung der örtlichen Volksbank letztes Jahr einen Vortrag hier in Offenburg gehalten hat, hat für mich nachvollziehbar begründet, warum der Feuerlauf funktioniert:
Es gibt bei jeder Kombination eine Kontaktzeit, die es dauert, bis heißes Material etwas anderes verbrennt. Bei glühenden Kohlen auf menschliche Haut liegt diese Kontaktzeit bei einer dreiviertel Sekunde. Da man schon bei normalem Schritttempo die Fußsohle so lange nicht am Boden hat, kann beim Feuerlauf nichts passieren, solange man nicht stehen bleibt. Das Phänomen ist etwa vergleichbar mit dem, dass man auch mit dem Finger durch eine Kerzenflamme fahren kann, ohne sich zu verbrennen - die Kontaktzeit ist nicht lang genug. 
Trotzdem sollte man keinesfalls ohne fachkundige Anleitung Feuerlauf selbst ausprobieren: Schließlich würde sich wohl (hoffentlich) auch niemand ein Gummi-Seil um die Füße binden und von einer Brücke stürzen, nur weil er mal beim Bungee-Jumping zugesehen hat.
Mit geistiger Vorbereitung oder gar irgendwelchen Mysterien hat das jedoch nicht das allergeringste zu tun. Bei seriösen Motivationstrainern geht es nur um das Erlebnis, etwas scheinbar unmögliches geschafft zu haben, um aus diesem Erlebnis Kraft für die manchmal auch unmöglich erscheinenden Herausforderungen des Alltages zu schöpfen. Funktioniert gleichermaßen mit Feuerlauf, Hochseilgärten, Fallschirmspringen, Bungee-Jumping, etc.
An der Leistung der Überwindung ändert meiner Meinung nach auch die Kenntnis der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge nichts. Ich zum Beispiel weiß sehr genau, dass mir bei einem Sprung vom 10-Meter-Turm in ausreichend tiefes Wasser normalerweise nichts passieren kann. Trotzdem käme ich nicht im Traum auf den Gedanken, das tatsächlich mal zu machen (schauder). Dann doch lieber Feuerlauf - habe ich zwar auch noch nicht gemacht, würde ich mir aber zutrauen. Fallschirmspringen oder Bungee-Jumping wiederum - nein, danke! (Obwohl rein wissenschaftlich gesehen auch normalerweise völlig ungefährlich)
Viele Grüße
Oliver S.

Zum Thema existiert auch eine Zusammenstellung aus dem Pressespiegel.

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Hallo allerseits, bevor ich hier alles zumülle nur eine kurze Frage: Kennt sich hier jemand mit dem Scherbenlauf aus? Liebe Grüße, Julian Wolf

Ich bin schon öfter barfuß über Scherben gelaufen, es ist völlig ungefährlich, wenn sie gut auf einem größeren Haufen liegen.
Nur wenn man wieder zurück auf den festen Boden tritt, muss man gut aufpassen, dass man keine Scherben mehr unter den Füßen hat. Eventuell braucht man die Hilfe eines Partners / einer Partnerin, der / die einem die Scherben kurz mit der Hand von der Fußsohle und zwischen den Zehen entfernt.
Ansonsten viel Spaß, ist ein tolles Gefühl
Michael

Zumindest theoretisch kann ich dir weiterhelfen: Da man nicht auf eine, sondern auf Hunderte bzw. Tausende Scherben tritt, verteilt sich das Körpergewicht dermaßen darauf, dass keine Scherbe das bestreben hat, tief in die Haut einzudringen. Allerdings habe ich schon mal gehört, dass Anfänger nach solchen "Abenteuern" sehr viele sehr kleine Splitter in den Fußsohlen hatten.
Das Prinzip kannst Du z.B. mit einer Erbse auf dem Tisch nachvollziehen. Leg' sie hin und drücke fest mit der Hand darauf. Nun mach' den gleichen Versuch mit ganz vielen Erbsen. Du wirst merken, dass viele Erbsen fast schon angenehm sind, während eine einzige doch als ziemlich störend empfunden wird. Unter diesem Gesichtspunkt (dass es keine "Zauberei" ist) verstehe ich den Sinn nicht so recht und rate davon ab.
Ähnlich sieht es mit dem "Feuerlauf" aus: Beim Gehen darüber wird die Fußsohle nicht heiß genug, um zu verbrennen. Kein Feuerläufer kann aber einfach - und sei' es nur noch so kurz - auf den glühenden Kohlen stehen bleiben. Daher gilt auch hierfür: Keine "Zauberei", sinnlos, nicht empfehlenswert.
Den meisten genügt als Mutprobe schon ein Gang barfuß durch die örtliche Einkaufspassage, besonders bei der augenblicklichen Jahreszeit mit den entsprechenden Temperaturen... ;-)
Mit freundlichen Füßen, FRANEK 31. Rm. Dortmund

Man kann ganz normale Scherben nehmen! Die ganz kleinen Splitter müssen raus, das ist wichtig. Aber die Scherben auf ca. 4 x 4cm Größe gebracht sind zum Draufstellen und Darüberlaufen total ungefährlich!
Hypnose, hahaha!
Ich biete auf Sommerfesten in und um Nürnberg schon seit drei Jahren eine Parcours mit Glasscherben und Nagelbrett an, und es ist noch nieeee was passiert, und das liegt nicht an Glück, sondern an Physik (und der Vernunft der Leute sich langsam zu bewegen).
Auf Scherben zu springen ist was anderes. Vor Shows von Fakiren, die in Scherben springen, hab' ich Wahnsinnsrespekt, weil man da nicht die Möglichkeit hat, sich die Scherben unter den Füßen etwas zurechtzulegen!
Also barfüßige Grüße aus dem Scherbenhaufen, Stefan

Mich würde interessieren, wie die Leute hier zu solchen Sachen wie Barfuß - Feuerlaufen oder in Glasscherben springen stehen?? Extrem oder Hokuspokus??
domink (nick)

Na ja, wem's gefällt ... Ich interessiere mich nicht dafür.
Barfuß, Markus U.

Hallo zusammen, es interessiert mich schon - unter dem Gesichtspunkt, was sich auf diesem Wege in Hinblick auf die „Leistungsfähigkeit“ barer Füße Zweiflern gegenüber beweisen lässt.
Der ganze Psychozauber drumrum hingegen lässt mich ziemlich kalt.
Serfuß Georg

Feuerlaufen (bzw. gemütlich drüber schlendern) habe ich schon gemacht. War jedes Mal wieder ein tolles Erlebnis.
Irgendwie schwanke ich noch zwischen physikalisch erklärbar, Metaphysik und esoterisch. Über die Kohlen gehen bzw.. Laufen könnte man noch damit erklären, dass die Zeit des Kontakts nicht ausreicht um den Fuß zu erhitzen. Es gibt aber z.B.. in USA eine Sarah irgendwie (Name und Homepage habe ich leider vergessen), die 10! Minuten auf den Kohlen stehen bleibt und auch noch mit den Händen hinfasst. Dazu sind noch Ventilatoren aufgestellt, die die Kohlen so richtig heiß machen. Und, da hat wohl jeder Physiker Erklärungsnotstand.
Solche Extreme interessieren mich sehr und ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass der Geist wohl so manches bewirken kann.
Glasscherben habe ich schon ausprobiert. Und zwar mit richtigen Scherben. Nicht mit vorher in warmen Wasser gewaschen, wodurch sie stumpf werden.
Ich wollte den Gefährlichkeitsgrad von verschiedenen Gläsern machen, habe einige Flaschen in einem großen Karton zerschlagen und festgestellt, dass Glas sehr unterschiedlich ist. z.B.: grüne Mineralwasserflaschen sind relativ unkritisch. An Bierflaschenscherben verletzt man sich leichter, weil das Glas in kleinere schärfere Scherben zerbricht. Sektgläser habe ich einfach zertreten, ohne Verletzungen. Nach der Aktion hatte ich dann eine Schachtel voller Scherben, die ich dann noch eine zeitlang als "kleines Fakir Set" manchmal zum Verblüffen von Besuchern gebraucht habe.
Seit dem Test gehe ich auch auf der Straße entspannt über zerbrochenes Glas, oft zum Schrecken besorgter Mitmenschen.
Fazit: große Scherben tun meist nichts, wenn man nicht gerade drauf herumrutscht. Unangenehm sind winzige Splitter, die man oft gar nicht sieht. Die dringen oft unbemerkt ein und nerven erst später.
Sollte man gleich "herausoperieren", weil die weit nach innen wandern können.
lg, Klaus (k.c.)

Hi, Klaus Feuerlaufen und Co: Schau dir mal an, wenn Hausfrauen und Hausmänner heiße Töpfe vom Herd holen und auf den Tisch tragen. Eigentlich müsste man sich daran brutal verbrennen (wenn man die Topflappen vergessen hat). Tut man aber nicht.
Ich als eingefleischter Single kann das bestätigen. Man trägt zwar den heißen Topf an den heißen Henkeln, doch irgendwie "nimmt man die Hände drunter weg", keine Ahnung wie man das nennt. Man greift nicht "volle Kanne" zu, sondern es ist eine Art Balancieren. Man spürt deutlich, dass es viel zu heiß ist, aber man verbrennt sich nicht.
Ist beim Barfußlaufen ähnlich. Auf die Tour bin ich heute Mittag über Stock und Stein gelaufen, obwohl ich zwei Jahre inaktiv war und meine Füße durch ständiges Tragen von Sicherheitsschuhen muskelmäßig total "unterernährt" sind. Man spürt, wenn es böse piekt (pieken könnte) und weicht "irgendwie aus". Das hat wohl was mit Gewichtsverlagerung und mentaler Einstellung zu tun.
Das Mentale sollte man nicht unterschätzen. Als begeisterter Radtourer kann ich davon ein Lied singen. Eine alte Radlerregel lautet: 40% Training und 60% Kopf! Es klingt verrückt, aber wenn du feste denkst: "Das Glas schneidet mich nicht", dann tut es das auch nicht.
Wer hat ähnliche Erfahrungen?
Mir fehlen zurzeit leider die richtigen Worte für das was ich meine.
Stefan S.

Hallo, also ich selbst werde den Kohlen- oder Scherbenlauf wohl nicht zu meinem täglichen Hobby machen, weil einfach die Genusskomponente fehlt. Dennoch würde mich schon reizen, es mal auszuprobieren.
Allerdings glaube ich nicht, dass das erfolgreiche Bestehen der "Feuerprobe" von der Abhärtung bzw. der Dicke der Hornhaut abhängt, bzw. nur ganz minimal. Natürlich kann die Hornhaut schon etwas schützen. Es gibt immer wieder Feuerlaufveranstaltungen, an denen dann auch Leute teilnehmen, die sonst so gut wie nie barfuß sind, also auch keine wiederstandsfähige Haut an den Fußsohlen haben. Und sie schaffen es trotzdem. Mit der kurzen Berührungszeit zwischen Füßen und Glut ist das wohl erklärbar. Allerdings auch mit Konzentration, bzw. mit Trance. (Das hat nichts mit "Hokus Pokus" zu tun).
Ich hatte bei einer Veranstaltung mal eine Hypnosevorführung gesehen, bei der ganz normale Leute teilnahmen. Es waren Leute dabei, die ich kannte, von denen ich wusste, dass sie keine Artisten und auch keine außergewöhnlichen Sportler waren. Und sie waren in Trance zu Dingen fähig, die normalerweise absolut unmöglich gewesen wären.
Es ist ja auch bekannt, dass Menschen genauso wie Tiere in Ausnahmesituationen zu Leistungen fähig sind, die unter normalen Umständen nicht möglich wären. Dies ist eine Schutzeinrichtung des Körpers, um sich bei drohender Lebensgefahr (in der Natur z.B. Angriff eines Raubtieres) kurzfristig wehren zu können. Wenn man versuchen würde, diese Kraftanstrengungen länger durchzuhalten, würde man an Erschöpfung sterben. Die "Zauberei" besteht nun darin, diese Schutzfunktionen im Körper hervorzurufen und somit kurzfristig scheinbar übernatürliche Kräfte zu erbringen.
Gruß, Bernd A

Hier wurde ja schon immer mal das "Feuerlaufen" diskutiert, d.h. das Barfußlaufen über glühende Kohlen und die Frage, ob es Willenskraft ist oder es wissenschaftliche Begründungen für die Unversehrtheit der nackten Füße gibt.
Dass letzteres wohl eher der Fall ist, zeigt ein Negativbeispiel (kein Beweis, aber ein Indiz), über den Focus online berichtet:
Verkohlte Füße im Club
Auf einem Selbsterfahrungstrip haben sich neun deutsche Urlauber schwerste Verbrennungen zugezogen. Nach Informationen von FOCUS Online verletzten sich die Gäste des Aldiana Clubs Algarve in Portugal bei dem Versuch, barfuß über glühende Kohlen zu laufen.
"Der Feuerlauf sollte Grenzerfahrungen, Angstüberwindung und positives Denken vermitteln", erzählte ein Teilnehmer FOCUS Online. Doch nach dem Lauf über die Glut mussten der Kursleiter sowie acht Teilnehmer mit Verbrennungen ersten, zweiten und dritten Grades in Krankenhäusern behandelt werden.
Weil eine medizinische Versorgung der Brandverletzungen in Portugal nicht gewährleistet war, traten die Verletzten den Rückflug nach Deutschland an. Einem der Feuerläufer konnten Ärzte der Würzburger Uniklinik nur durch eine Hauttransplantation helfen.
Obwohl Experten fatale Mängel beim Ablauf des Feuerlaufs entdeckten (zu viele glühende Kohle, Steinboden als ungeeigneter Untergrund), wollte sich der zur NUR Touristic gehörende Aldiana-Club zu den Vorwürfen bislang nicht äußern. "Wir können nach Studium der Unterlagen jedenfalls eine Haftung nicht erkennen", erklärte ein Anwalt der NUR Touristic GmbH.
[Focus online, 30. 05. 2001]
Also: Verstand einschalten beim Barfußlaufen! (nicht nur bei glühenden Kohlen)
Warme, nicht brennend heiße Füße wünscht
Jörg (Hanna)

Gerade kam ein Beitrag darüber im Fernsehen ("Brisant"). Sicherlich spielen Dinge wie die Wärmeleitfähigkeit der Kohlen eine Rolle.
Das portugiesische Unglück hat mich davon abgebracht, es selbst einmal zu versuchen. Warum auch Extreme suchen, wenn das problemlose Meistern von Alltagssituationen schon eindrucksvoll genug ist?
Unci

Den Beitrag habe ich auch gesehen. Wahrscheinlich kommt es bei dergleichen Dingen auf die richtige mentale Vorbereitung/ Geisteshaltung an, die ja auch bei anderen besonderen Barfußleistungen (Zerschlagen von Ziegelsteinen oder Betonbarren mit nackten Füßen beim Karate etc.) eine Rolle spielt.
Nicht von ungefähr wird deshalb ja auch immer vor leichtfertiger Nachahmung durch Ungeübte gewarnt.
Ansonsten bin ich derselben Meinung wie Du - ich will und brauche so was nicht; mein Ziel ist es, das ganze Jahr und auf jedem Boden barfuß gehen zu können (leider nur in der Freizeit, da bei mir dem Barfußlaufen auch im Beruf unüberwindliche Schranken entgegenstehen), und das finde ich eigentlich schon spannend genug.
Herzliche Barfußgrüße,
Markus U.

In diesem oder einem anderen Bericht wurde unter anderem erzählt, dass die Organisatoren eine 20cm dicke Schicht aus glühender Kohle hergestellt haben, in die die "Opfer" eingesunken sind.
Beim richtigen Kohlelaufen darf die Schicht aber höchstens 3cm bestehen und die Glut sollte vor allen Dingen aus kleinen Holzzweigen entstanden sein.
Die Ursache für die schweren Verbrennungen sind demnach schwere Fehler der Organisatoren. (Die "Opfer" werden diese wohl verklagen). 2 der Opfer wollen - wenn die Füße wieder heil sind - einen 2. Versuch wagen, diesmal aber unter der Anleitung von Profis.
Gruß
PeterBW

Zum Thema existiert auch eine Zusammenstellung aus dem Pressespiegel.

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