Barfuß - Lobbyismus
mit dem [BarfußBund] ?
(Forumbeiträge seit Frühjahr1999)
Die Frage
nach der Zielsetzung des Forums und der Wege zur Verbesserung
einer gesellschaftlichen Akzeptanz des Barfußlaufens stellten wiederholt
engagierte Forumteilnehmer.
Die folgenden Beiträge geben ihre Anregungen dazu und unterbreiten Vorschläge :
1999. Da wir wieder auf die Frage gestoßen werden, was wir denn mit diesem Forum erreichen
wollen, kam mir ein Gedanke:
wenn es tatsächlich unsere Absicht ist, die gesellschaftliche Akzeptanz des
Barfußlaufens und des barfüßigen Daseins überhaupt zu erhöhen, wäre es dann nicht
mittelfristig einmal über die zahlreichen privaten Initiativen hinaus sinnvoll, eine Art
"Interessenverband" zu gründen?
Lobbyismus für Barfüßer?!!!
So etwas wie eine "Gesellschaft für natürliches (gesundes) Gehen" ?
Im Ernst: eine Gesellschaft, die vielleicht neben der Abteilung für den barfüßigen
Lebensstil [BarfußBund?] vor allem Expertenwissen und -gewissen sammelt, bündelt und der
Außenwelt (nicht n u r übers Netz) verfügbar macht?
Die Initiativen im gesundheitlichen oder Kinder-/Jugendbereich fördert und anstößt?
Nun gut, Deutsche lieben es, sich zu organisieren (sagt man ja so) und ich möchte jetzt
nicht hier zwangsweise diese "Tradition" hüten, aber manchmal denke ich eben,
dass nicht nur Kaninchenzüchter, Schützen, Briefmarkensammler das Recht auf Organisation
nutzen sollten ... Vielleicht ist es noch zu früh für so was, aber perspektivisch würde
ich das gut finden, weil das dem oben genannten Ziel sicher dienen würde ...
Aus der deutschen Hauptstadt (die - zumindest noch - keineswegs die der Barfüßer ist),
euer Lupu
Hallo Lupu,
[über die zahlreichen privaten Initiativen hinaus sinnvoll, eine Art
"Interessenverband" zu gründen?]
Da mir schon von vorneherein klar war, dass ein Einzelner mit ein paar tausend Besuchern
auf seiner Homepage keine wahrnehmbare Veränderung erreichen kann, habe ich natürlich
auch schon in diese Richtung gedacht. Denn die vielgepriesenen neuseeländischen und australischen
Verhältnisse sollten doch auch bei uns möglich sein!
[Deutsche lieben es, sich zu organisieren ... manchmal denke ich ... das Recht auf
Organisation nutzen sollten]
Mich selbst drängt es nun nicht gerade zu einer Vereinsgründung, aber vielleicht geht es
mit unserem Anliegen auch einfacher. Ich stelle mir vor, dass jeder, der ein wenig
in
dieser Richtung tun will, es mit den Aktivitäten anderer abstimmt. Es sollte nicht jeder
dasselbe tun, aber Einzelaktivitäten sollten sich gut ergänzen. Dazu müsste man
natürlich wissen, wer da etwas vorhat.
Ein erster Schritt könnte sein, schon vorhandenes Material (Homepages, "Best
of", Faltblätter) optimal zu nutzen.
Ich habe z.B. schon einige Zeitschriften angemailt, ob sie nicht meine Homepage
journalistisch verhackstücken wollen. Damit etwas in Bewegung kommt, muss man allerdings
mehr Lobbying treiben, als ein Einzelner in seiner Freizeit erledigen kann.
Vielleicht sollten sich die "Barfuß - Aktivisten" in einer Mailing - Liste
abstimmen, wer gerne was tun will? Barfußerlebnisse und - Erfahrungen sollten jedoch
weiter hier ins Forum kommen!
Herzliche Füße, Lorenz
Hallo Lorenz und allseits, ich fasse Eure Punkte
noch mal zusammen:
1) Vereinsgründung hat Vor- und Nachteile;
2) diverse Einzelaktivitäten etwas mehr abstimmen;
3) Initiativen sind selbständig, ergänzen sich inhaltlich;
4) Herstellung von Faltblättern;
5) mehr Lobbying treiben.
Hier noch paar Überlegungen dazu:
Eine Möglichkeit (außerhalb des Vereins) ist die GBR
(Gesellschaft Bürgerlichen Rechts). Man gibt sich eine Ordnung, die Ziel und Betrieb
regelt.
Vorteil des Vereins: es hier um pädagogische, gesundheitliche und gesellschaftlich
relevante Ziele. Wenn man z. B. einen Sponsor findet, könnte evtl. eine Zeitschrift
finanziert werden, die wichtige Zielgruppen anspricht. Man könnte von der Adressenkartei
des Sponsors profitieren.
Es ließe sich bestimmt auch ein Sponsor finden, der wirklich
seriös ist und dessen eigene wirtschaftliche Interessen völlig problemlos zur Sache
passen.
Eure Ideen dazu? Jörg (2)
["Interessenverband" zu gründen? Lobbyismus für Barfüßer?!!! ... von
vorneherein klar war, dass ein Einzelner keine wahrnehmbare Veränderung erreichen
kann]
Auch ich habe schon häufiger über solche Modelle nachgedacht. Da ich aber eine gewisse
Erfahrung mit Vereins- und Verbandsmeierei auf lokaler, regionaler und auch nationaler
Ebene gesammelt habe und im Resümee dessen vor allem enttäuscht von dem bei mir
verschlissenen Idealismus bin, stehe ich letztlich ziemlich skeptisch solchen Ideen
gegenüber. Außerdem frage ich mich, ob man den Schuh überhaupt von dieser Seite her
ausziehen kann.
Erfolgversprechender wären allemal lokale Initiativen, die mit Ideenreichtum und Fleiß
sinnvolle Modelle entwickeln :
Die Frage wäre dann allerdings, ob man dafür eigene
Vereine o. ä. braucht, oder ob es nicht möglich und sinnvoller ist, im Rahmen
vorhandener Vereinigungen (unter dem Dach der Kneipp - Organisation, des Deutschen
Turnerbundes, ....) entsprechende Abteilungen aufzubauen !
Eventuell bietet sich auch ein Zusammenwirken mit Krankenkassen an, die sich ja neudeutsch
viel lieber als "Gesundheitskasse" ansehen und möglicherweise die hehren Worte
ihrer Broschüren zum Thema "Haltung" auch mal in die Praxis umsetzen wollen.
Aber dann kommt gleich das nächste Problem : die typisch - deutsche Qualifikationsfrage !
Für die Realisation der meisten meiner Ideen von oben braucht man mindestens eine(n)
Übungsleiter(in) - und wo bekommt man die lizenzierten Barfußaktivisten her ?
[Vielleicht noch zu früh für so was, aber perspektivisch]
Mit dem Sammeln und Verbreiten unserer Ideen sollten wir allemal weitermachen ! Da sehe
ich das Forum auf einem guten Weg, und der spornt mich an, auch weiterhin am "Best
of" zu werkeln, das sich für meinen Eindruck jedenfalls zunehmend zu einer
ausgesprochen ergiebigen Sammlung von Erfahrungen, Erkenntnissen, Ideen und Standpunkten
entwickelt und jedem Interessierten kostenfrei zur Verfügung steht.
Deswegen wäre es
gut, gerade hierin auf Synergieeffekte zu setzen und der Zersplitterung von Informationen
entgegenzuwirken. So können am ehesten diejenigen, die sich begeistern
lassen (wollen) - vgl. z. B. den erfreulichen Kontakt zur
Wanderjugend - von den (Vor-) Erfahrungen profitieren, Modelle umsetzen und weiterentwickeln (hallo
Btreffler, Ihr wolltet von der Zusammenarbeit mit der Zeitung berichten) usw.
Ich freue mich darauf, zu diesem für mich wieder interessanteren Thema von Euch zu lesen
! Georg
Bezüglich
der Zusammenarbeit mit der Zeitung hatten wir uns ja hier im Forum um Mitstreiter bemüht.
Trotzdem sich ja z.B. für geführte Barfußwanderungen noch eine Vergütung ergeben
hätte, hat sich leider niemand gemeldet. Und das Vereinsproblem ist aus demselben Stoff
...
Ich glaube, man sollte sich nach einem Partner im Gewerbe oder Dienstleistungsbereich
umsehen. Für diesen springt etwas Werbung heraus, und die Barfußaktivisten sollten
ansonsten freie Hand (eigentlich: "freien Fuß") haben. Es könnte auch um einen
Dienstleister gehen, dessen Sache mit Barfuß nicht zu eng in Verbindung steht.
Wir haben uns hier schon manche Gedanken darum gemacht. Aber die noch ziemlich unkonkreten
Meinungen hier im Forum sind ein Zeichen, dass die Sache wohl noch etwas reifen muss. Ich
denke, viele Forumsteilnehmer wollen auch nicht aus ihrer Privatsphäre heraustreten. Wie
seht Ihr das? Tschüss Btreff - Team Rainer
Ein "seriöser" Name für
eine Art "Deutscher Barfußverein" wäre sehr günstig.
Gefragt ist ein Name eines (vielleicht auch tatsächlich zu gründenden Vereins), der
etwas hermacht. Schließlich geht es hier nicht um das Vertreten und Ausleben eines
"Spleens" auf Kosten anderer, sondern um Lebensqualität und v. a. um handfeste
gesundheitliche Interessen.
Ich möchte kein um den Faktor 50 (!) erhöhtes Risiko allein von Hautkrankheiten an den
Füßen (auf nachgewiesene über 50% der mitteleuropäischen Bevölkerung), von den
anderen und schlimmeren Schäden und Beeinträchtigungen durch Schuhe und Sandalen ganz zu
schweigen.
Der Verein könnte im Idealfall eine Art "FAZ" zum Thema Barfußlaufen sein, auf
den man sich bei Zitaten von (z. B. gesundheitlichen Forschungsergebnissen etc. etc.)
verlassen kann (was ja bereits jetzt z. T. der Fall ist).
Sein Name sollte u.a. für absolute Seriosität stehen, darüber hinaus im Idealfall
natürlich "Schwung" haben und "Lebensfreude" mitteilen. Ich hoffe,
dass alles ist nicht zu viel "verlangt", aber das Denken (und Schreiben in
diesem Forum) ist ja frei ...
Nun hoffe ich auf Rückmeldungen und Beiträge Eurerseits. Viele Grüße aus Bonn, Euer MarkusII
[Gefragt ist Name eines (vielleicht
tatsächlich zu gründenden Vereins), der etwas hermacht]
Irgendwie müsste sich dieser Verein schon konstituieren und ein per Satzung formuliertes
Ziel haben, sonst ist es nur ein durchschaubarer Bluff. Dann ist es allerdings leichter,
einen Namen zu finden, als die Leute, die sich an die Vereinsarbeit machen.
Trotzdem ich will diese Idee keinesfalls abblocken, und mit dem Ideenwettbewerb für den
Namen kann ja schon einmal angefangen werden: "Barfuß - Liga" ist schon einmal
vorgeschlagen worden; ansonsten fällt mir gerade so ein Quatsch ein wie: "Freunde
des natürlichen Gehens", "Verein für barfüßige Lebensqualität",
"Verband für Freifuß - Kultur (FFK)", "Die freien Gesundfüßler".
Aber vielleicht kommen wir auch auf der jetzigen Basis weiter, indem wir uns gegenseitig
gute Argumente liefern. Die Barfußgegner in Beweisnot zu bringen, wirkt wahrscheinlich
besser als der Verweis auf einen Verein, dessen Existenz man nicht nachweisen kann. Lorenz
Wie wär's mit Arbeitsgemeinschaft Fußgesundheit (in Anlehnung an die real existierende Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit)? Gruß Dirk
Hallo Dirk! Klingt "seriös"! Wie mir beim
Lesen Deines Vorschlags aber klar wurde, greift es eigentlich zu kurz (wegen der starken,
gesundheitsfördernden Wirkungen des Barfußlaufens für den gesamten Menschen). ...
Als
Name fällt mir gerade ein "Verein Pro Barfuß". Ganz gut, aber nur mäßig
mitreißend ...
Lorenz' Ansicht, dass es wohl erheblich schwerer sei, Leute für die
Vereinsarbeit zu gewinnen als einen Namen für besagten Verein zu finden, ist wohl leider
(ganz verdammt) realistisch.
Im Idealfall würde der Verein nämlich auch Auskunft in rechtlichen Fragen erteilen
können sowie sämtliche Quellen zum Thema Gesundheit "zitierfest" bereithalten.
Allerdings gibt es neben diesen Dingen ja auch die Komponente "Spaß", die - in
diesem Forum ja sowieso nicht - zu kurz kommen dürfte. Euer MarkusII
Ich glaube, dass so ein Verein als eine Art Lobby und auch Rückgrat in bestimmten
Situationen fungieren könnte. Immerhin, das sollte man nicht unterschätzen, gibt es in
unserer Gesellschaft immer noch eine gewisse "Autoritätsgläubigkeit" und es
hängt dann immer davon ab, inwieweit ein Verein für einzelne Personen dann tatsächlich
eine Autorität darstellt.
Ehrlich gesagt könnte ich mir aber schon vorstellen, dass viele durch die Tatsache
beeindruckt wären, dass da ein seriöses Gebilde existiert, welches Barfußgehen
"offiziell" empfiehlt oder fördert.
Insbesondere der gesundheitliche Aspekt mit
all den aufzuarbeitenden Bereichen (medizinische Studien, Gutachten und Empfehlungen) im
Zusammenspiel mit aufgeschlossenen Institutionen (evtl. sogar Kassen) und Ärzten könnte
dem Lobby - Aufbau dienlich sein.
Deswegen müsste ein solcher Verband sicherlich einen "Gesundheits-" und einen
"Fun-", "Praxis-" oder "Lifestyle - "Bereich haben. Da würde
sich doch ein nach Belieben teilbarer Doppelname wie etwa "Gesellschaft für
natürliches Gehen GNG [Barfuß:Bund]" o.ä. anbieten. Grüße, Lupu
Ich kann mich Deinen Ausführungen
eigentlich nur nahtlos anschließen. Und das Problem in punkto Verein ist schlicht die
Arbeit, die damit verbunden ist (wie mir inzwischen leider auch klar geworden ist).
Denn man kann ja eigentlich nicht nur nach "Service" rufen, sondern müsste
auch
selbst ordentlich "Input" liefern ...
Wenn ich wieder mehr Zeit habe, würde ich
dann die Gesundheitsstudien zusammentragen.
Aber "Vorsitzender" spielen, Interviews geben, Sitzungen leiten bzw. maßgeblich
mitgestalten, etc. etc. - das wäre wohl nicht, was ich mir wünschen würde. Viele
Grüße erst einmal MarkusII
Was die Idee eines Vereins angeht, teile ich Lorenz'
Auffassung, dass der Aufwand, einen solchen zu gründen, ins Vereinsregister einzutragen
lassen, etc. den möglichen Nutzen weit übersteigen würde.
Was anderes wäre das erst dann, wenn man auf die Weise ein paar tausend Leute (und nicht
nur etwa 20) organisieren und dann auf eine entsprechend hohe Mitgliederzahl verweisen
könnte nach dem Motto "Wir sind keine vereinzelten Spinner" ;) Oliver S.
2000. Zur Ernsthaftigkeit gehört für mich auch, dass wir mit
möglichst vielen Aktiven Wege finden, wie wir unser gemeinsames Hobby bzw.
Anliegen pflegen und ausbauen können - im Internet wie im "wahren"
Leben. Da ist Lorenz mit seinen Fühlpfadaktivitäten bereits sehr aktiv, und
hoffentlich wird z. B. auch das Barfußwandern von einigen von uns weiter
gefördert werden.
Auch im Internet gibt es noch Möglichkeiten, die wir
ausschöpfen sollten : Wie einige bereits wissen, würde ich den Aufbau eines
von bestehenden Websites unabhängigen Internetauftritts bevorzugen, der auf
eine Art Forums - "Very best of" gestützt folgende Aspekte des
Barfüßerns schwerpunktmäßig vertreten sollte :
(die Reihenfolge ist bewusst
alphabetisch gewählt, um einer wenig ergiebigen Stellenwertdiskussion
auszuweichen).
Von diesem Auftritt aus könnten bzw. sollten dann Verbindungen
geknüpft werden zu Gruppierungen, die ähnliche Anliegen vertreten, und
natürlich geeignete Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden - was aber alles
nur funktionieren kann, wenn sich ausreichend viele Aktive finden, die daran
mitzuwirken bereit wären.
Und in diesem Sinne fand ich übrigens immer schon
ein - wohlgemerkt sich in Maßen darstellendes - Sendungsbewusstsein - mitunter
auch als "missionarischer Eifer" gescholten - nicht nur nicht
unsympathisch, sondern recht folgerichtig.
Jetzt ist das doch ein reichlich
langer Text geworden. Aber vielleicht mag ja der eine oder die andere darauf
eingehen ? wünscht sich jedenfalls Georg
Früher war ich eher etwas skeptisch bezüglich eines "Very best
of" inkl. eines eigenständigen Webauftritts. Allerdings zeigen doch viele
Diskussionsbeiträge der letzten Monate, dass vermehrt "Basis - Infos"
gefragt sind, welche zwar im "Best of" abrufbar sind, jedoch in den
aktuellen Forumsdiskussionen nicht mehr so präsent sind.
Letzteres hängt
natürlich auch damit zusammen, dass es für die "alten Hasen" im
Forum nicht mehr reizvoll ist, ständig das Gleiche zu schreiben.
Andererseits
ist für Neubesucher das "Best of" scheinbar doch zu versteckt und
durch seine mittlerweile recht stattliche Größe etwas unübersichtlich
geworden. Hier nochmals ein "Very best of" zu extrahieren und auf
einer eigenen Seite optisch und inhaltlich übersichtlich zu präsentieren,
wäre also sicher eine tolle Dienstleistung für Barfußinteressenten (und
-innen).
Eine kleine Redaktionsgruppe aus den Aktiven des Forums, könnte dies
meiner Meinung nach mit vertretbarem Aufwand schaffen - oder?
Meint zumindest
Kai
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |