Was tun bei Barfußbegegnung mit Chef oder Kunden ?
(Forumbeiträge seit Winter 1999 / 2000)

Wie verhält man sich am besten, wenn ... man barfuß seinem Arbeitgeber oder Vorgesetzten oder Kunden begegnet ? Was sagt man in so einer Situation am besten ? Gruß, Ansgar

Ich gehe mal davon aus dass das außerhalb der Arbeit passiert. Da gibz doch den alten aber bewährten Spruch "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps." Rainer

Man grüßt freundlich und redet von ganz anderen Dingen als Füßen oder Schuhen.
Seit wann gibt es einen Dress - Code für Freizeitkleidung? Ich habe natürlich gut reden, mein Vorgesetzter fährt mit "Atomkraft nein danke" - Aufkleber auf dem Fahrrad, ist bei Terre des Hommes engagiert und hat absolut keine Probleme damit, dass ich immer barfuß im Büro bin. Da er nur eine Straße weiter wohnt, sieht er mich oft genug, um nichts anderes zu erwarten. Und mit Kunden habe ich nichts zu tun.
Und wenn? Ich würde ja nicht versuchen, ihnen etwas zu verkaufen, solange ich barfuß bin. Außer Dienst sind wir doch Privatleute, für die das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gilt! Ciao, Lorenz

Hallo Lorenz! Da hast Du aber sehr viel Glück mit deinem Vorgesetzten! Ich meinte eher Leute die einen schief anschauen, und einen für Wirr/ Verrückt/ Irre halten. Gruß, Ansgar

Hallo Ansgar, hallo Lorenz,
[Man grüßt freundlich und redet von ganz anderen Dingen als Füßen oder Schuhen.]
... und tritt auf als gäbe es nicht die Spur etwas Ungewöhnliches.
Variante 1 :
[Seit wann gibt es Dress - Code für Freizeitkleidung? Ich habe gut reden [...] mit Kunden habe ich nichts zu tun. Und wenn? Ich würde ja nicht versuchen, etwas zu verkaufen, solange ich barfuß bin. Außer Dienst sind wir Privatleute, für die Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gilt]
Variante 2 :
falls Du bei Deinem Gegenüber irgendwelches Interesse an Deinen nackten Füßen entdeckst (wiederholte Blicke oder Frage) gibst Du Dich als gesundheitsbewusster Mensch und Anhänger des im deutschen Sprachraum bestens beleumundeten Pfarrers Sebastian Kneipp und / oder der Fußreflexzonenmassage (davon hat auch schon jeder mal irgendwie gehört) zu erkennen !
Wenn das Gespräch bei passender Gelegenheit auf das Barfußgehen kommt, bist Du mit einigen Argumenten aus unserem "Best of" mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell auf der "sicheren Seite". Grundfalsch wäre es hingegen, sich im weitesten Sinne "erwischt" zu zeigen - sondern gib Dich einfach so wie immer ! Serfuß Georg

[meinte eher Leute, die schief anschauen und einen für Wirr/Verrückt/Irre halten]
mir ist diese Situation im meinem einen Jahr Barfußlaufen NIE passiert. Zumindest hat mich niemals jemand in dieser Art und Weise angesprochen. Was andere Denken, entzieht sich meiner Kenntnis - und es ist auch nicht wirklich beeinflussbar.
Lorenz und Georg haben schon recht: Ganz normal verhalten, Grüßen und auf Nachfrage ganz vernünftig und nicht verlegen reagieren.
Aber mal andersherum: Hältst Du (in irgendeiner Form) Barfußlaufen für Wirr/ Verrückt/ Irre - oder warum hast Du die Befürchtung, dass andere so denken könnten? Die meisten Probleme entstehen in unserem eigenen Kopf und wir sollten uns davor hüten, unsere eigenen Gedanken in die Köpfe anderer zu projizieren (gilt nicht nur fürs Barfußlaufen). Gruß Kai

Hallo Kai, nein, so denke ich nicht, aber wir sind ja nun mal in der Minderheit, und ich denke einfach, ein Großteil der Allgemeinheit denkt so darüber.
Lese dir nur mal den Beitrag über Warner Bros. oder die Polizeikontrolle durch :-( Gruß, Ansgar

[Ganz normal verhalten, Grüßen und auf Nachfrage vernünftig und nicht verlegen reagieren]
Das ist auf jeden Fall das sinnvollste. Wenn Du dem Gegenüber zeigst, dass Du trotz fehlender Schuhe weder offensichtlich Wirr im Kopf noch besoffen oder auf Drogen bist sondern "trotzdem" völlig ruhig, normal und vernünftig reagierst, kannst Du Vorurteilen wohl am besten entgegenwirken.
Wenn man direkt auf die nackten Füße angesprochen wird : am besten leicht erstaunt reagieren, als wenn es "das Normalste" der Welt wäre. Man muss dieses "nicht normal" - Image ja nicht noch selbst fördern ;-)
[andersherum: Hältst Du Barfußlaufen für Wirr/ Verrückt/ Irre - oder warum hast Du Befürchtung ... Probleme entstehen im eigenen Kopf und sollten uns hüten, Gedanken in Köpfe anderer zu projizieren]
Natürlich macht man sich in unserer Gesellschaft meist zu viele Gedanken darüber, was andere über einen denken, aber ganz wegdiskutieren kann man es (leider) nicht, dass man barfuß bei einigen Leuten vorgeprägte Vorurteils - Denkmuster aktiviert.
Nicht alle sind in der Lage sich darüber dann eigene (sinnvolle) Gedanken zu machen, wenn man das Ganze mit einem Vorurteil so praktisch in eine Schublade stecken kann. mfG Rol

[2001] Ich dachte, ich hätte es überwunden; aber gestern in Coburg ist es passiert; ich habe zweimal die Flucht ergriffen, weil ich barfuß unterwegs war; hinterher habe ich mich kräftig geärgert.
Zunächst begegnete ich einem ehemaligen Arbeitskollegen da ich zwei Monate in Coburg gearbeitet hatte. Ich glaube nicht, dass er mich erkannt oder gesehen hat; aber ich gab mich auch nicht zu erkennen; das war noch relativ harmlos; aber dann passierte es.
Ich war gerade auf der Suche nach meinem Auto und versuchte mich zu orientieren, da ich irgendwie zu bald in eine Straße eingebogen war. Ich stand an einer roten Fußgängerampel und überlegte, ob die Überquerung der Straße der richtige Weg sei oder nicht. In dem Moment hörte ich hinter mir eine weibliche Stimme einer meiner Kolleginnen, die glaubte, mich erkannt zu haben; ihr männlicher Begleiter antwortete mit einem deutlichen "Quatsch"; weil es ja nicht üblich ist, dass sich ein Banker barfuß rumtreibt.
Und was tue ich; nach dem Quatsch habe schnellstmöglich die Flucht ergriffen in die entgegengesetzte Richtung der Stimmen. Ich konnte nur erkennen, dass es mindestens vier Personen waren, konnte diese aber nicht identifizieren. Dies führte mich zwar zu meinem Auto, hat mich aber wahnsinnig geärgert, dass ich wieder mal nicht dazu stand, was ich tue; andererseits denke ich immer noch, dass ich irgendwann mal richtigen Ärger kriege, wenn ich den falschen Leute ohne Schuhe begegne.
Was also tun?
Viele Grüße Lothar

Hi Lothar, also, mir fällt da die Frage ein: Präge ich meinen Beruf. Oder lasse ich mich von ihm prägen?!
Unter dem Aspekt, dass auch du nur einmal lebst, empfehle ich das erste.
Eine andere Lösung wäre, mit Psychologie immer mehr von Deinem "Hobby" einfließen zu lassen. Vielleicht wäre hilfreich, wenn du von häufigen venösen Stauungsbeschwerden in den Beinen sprichst ...
Viel Erfolg Jörg (2)

Komisch ist es schon, dass man "seiner Firma schaden" kann, und zwar nur deswegen, weil sich zwischen der Fußsohle und dem Erdboden statt ein paar Millimeter Leder halt eben nichts befindet.
Da ist es ja gut, dass es nur sehr wenige Barfußläufer gibt, sonst wären schnell mal ein paar tausend Firmen bankrott ... ;-)
Grüße, Berni(N)

Wie war denn gestern das Samba Festival in Coburg? Ich nehme an Du warst dort. Warum solltest Du die "falschen" Leute treffen, wenn Du barfuß unterwegs bist?
Du kannst doch machen, was Du willst.
Wenn ich barfuß unterwegs bin und Bekannte treffe, können die nur mit einem Lächeln sagen "Jetzt ist der vielleicht verrückt geworden" oder sie sagen gar nichts.
Und vor Fremden Angst haben? Was sollen Die schon tun?
Oder hast Du nur Bedenken wegen Deines Arbeitsplatzes?
Schöne barfüßige Grüße von H

Was fällt mir zu deiner Frage spontan ein?
Als Erstes: "Entspannen." :-) Dann denke ich ein wenig nach.
Ich bin z. B. froh, dass ich es in diesem Jahr - auch mithilfe dieses Forums - geschafft habe, einige Male richtig schön barfuß zu laufen, dass ich mich dabei an idiotischen Kommentaren nicht zu sehr gestört und über positive gefreut habe, dass sich meine Freunde inzwischen daran gewöhnt haben, wenn sie mir bei Besuchen weder Socken noch Hauspantoffeln erfolgreich anbieten können ("Aber es ist doch so kalt hier auf dem Laminat" - "Klar, sind ja nur 20 Grad"), und dass ich einen netten Spaziergang mit einem anderen Forumsleser hatte.
Manchmal erscheint es mir dann denkbar, dass Barfuß gehen für mich eines Tages so normal wird wie Brille tragen.
Trotzdem sind da noch Tage wie die letzten drei oder vier, an denen ich mich schlecht fühle, traurig bin und keinen einzigen Schritt (wie auch immer) vor die Tür machen möchte.
Auch wenn das Brot alle ist, die Sonne immerhin ein wenig scheint und es noch so gesund wäre, jetzt etwa zum Freibad zu gehen.
Was tun? Ich mache es mir so angenehm wie möglich, lerne für die Schule und weiß, dass es morgen schon wieder ganz anders sein kann.
Was ich sagen will: Gut, du hast die Flucht ergriffen (und benutzt das Wort "herumtreiben", wenn du dir vorstellst, was dein Kollege von der Art und Weise deines Aufenthalts denkt).
Und? Was verlierst du dadurch?
Nichts von dem, das du bis Samstag erreicht hattest. Außerdem weißt du jetzt, dass sich Teile von dir schon mal selbstständig machen und dich die Flucht ergreifen lassen, wenn du in gefährliche Situationen kommst.
Du kannst dir jetzt "Boah, was war ich da für ein Idiot!" sagen, das sage ich mir auch oft genug. Und dir dann überlegen, wie du dich gedanklich auf mögliche weitere solche Situationen vorbereiten kannst. Frag dich, ob du das Zusammentreffen mit den Kollegen zu deiner Zufriedenheit hättest managen können, oder ob die "Flucht" nicht zunächst doch die bessere Handlung war.
Du hast zwei der in dir streitenden Teile ja schon genannt: Der eine will, dass du nach außen und innen hin Barfuß gehen als normalste Sache der Welt hoch halten kannst, der andere hat Angst vor wie auch immer gearteter Strafen und will dich schützen, und hat dich ja vorgestern tatsächlich gesteuert, als seine schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden drohten. Beide handeln für sich in bester Absicht.
Wenn du mal Lust und Ruhe hast, kannst du ja mal von diesen zwei recht gegensätzlichen Positionen ausgehen und die beiden fragen, welchem/n Herren sie eigentlich genau dienen, was sie vom jeweils anderen und von dir so halten, und ob sie vielleicht noch mehr als nur zu zweit sind.
Bye, Michael (wat)

Ich kann deine Angst vor den "lieben" Kollegen gut verstehen. Wahrscheinlich sind es weniger direkte Konsequenzen, die du fürchtest (ein Arbeitsrichter würde bei "barfuß in der Freizeit" als Kündigungsgrund einen Lachanfall bekommen), sondern das Gerede über dich hinter deinem Rücken, heutzutage Mobbing genannt.
Ziemlich schnell hat man den Ruf weg, ein Spinner zu sein - gerade wenn der Kontrast zum Erscheinungsbild im Büro besonders groß ist, wird man leicht zum Thema. Und Aufstiegschancen können darunter ernsthaft leiden.
Auf der anderen Seite: Wenn deine Kollegen dich erkannt haben, würde ich es für besser halten, selbstbewusst aufzutreten, nett zu grüßen und zu tun als wäre das für dich eine ganz normale Situation. Kommt bestimmt besser rüber als wenn du den Eindruck machst, "erwischt" worden zu sein.
Ich bin jedenfalls froh, nicht bei einer Bank zu arbeiten. Ich habe mich vor einiger Zeit gegen ein sehr lukratives Jobangebot im Bankbereich und für ein finanziell weitaus schlechteres im Medienbereich entschieden. Ausschlaggebend war für mich das liberalere Betriebsklima.
Ich hoffe, du findest eine dauerhafte Lösung. Wenn ich ständig Angst haben müsste, Kollegen zu treffen, würde mir das Barfußkaufen wahrscheinlich keinen Spaß machen.
Alles Gute, Markus (31)

1. kommt das auf den Job an und für einer Banker gilt halt barfuß zumindest für Männer gleich als unseriös genauso wie kurze Hosen oder ähnliches; übrigens nicht meine Meinung sondern Ergebnis einer Umfrage unter der Bevölkerung.
2. in einer Situation wo das oberste Ziel vieler Firmen und auch meines Arbeitgebers ist Kosten zu sparen und Stellen zu streichen gibt es ein gewünschtes Hauen und Stechen unter der Belegschaft um die verbleibenden Arbeitsplätze und da ist vielen Leuten jedes Mittel recht.
Lothar

Ich weiß nicht, warum Ihr Euch ausgerechnet über die Begegnung mit Bekannten Sorgen macht.
Da ich eher im Büro und in der Freizeit barfuß bin als beim Einkaufen, wissen gerade meine Kollegen und Freunde sowieso, dass ich gerne barfuß bin. Den Nachbarn wird es auch schon aufgefallen sein. Wo ist also das Problem?
Auch wenn's blöd klingt - ich mach mir über Fremde beim Barfußlaufen mehr Gedanken.
Gruß, Fritz

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