Gibt es in den letzten Jahren mehr oder weniger Barfüßer ?
(aus verschiedenen Forumbeiträgen seit Vorfrühling 1999)

Noch zu etwas anderem... Hier im Forum herrscht anscheinend gerade ein Zweckoptimismus, dass Barfußlaufen demnächst richtig Mode werden könnte. Da ich bereits einige Jahre Erfahrung habe (ich bin 32) und ich schon auch immer darauf achte, ob andere auch barfuß laufen, habe ich eher das Gefühl, dass das Barfußlaufen in Deutschland bestenfalls stagniert - wenn nicht sogar abnimmt. Was mein Ihr dazu?
Mit freundlichen Füßen Thomas (tü)

Hallo Barfüßer & Co. Ich bin der Meinung, dass Barfußgehen in Deutschland eher am zunehmen ist. Da wir Schweizer ja Nachbarn sind, bin ich öfters in Deutschland und sehe dort immer wieder Barfußgänger/innen.
Bei uns in der Schweiz ist dies eher noch eine verklemmte Sache. Aber mit guten Beispiel vorangehen und andere dazu ermuntern, die Schuhe auszuziehen, wird sicher Erfolg in der "Szene" bringen.
Gr(F)üße aus der Schweiz Bully

Hallo, schon mal im Appenzeller Land gewesen (ist ja ein Teil der Schweiz, gell ;-))?? Ich erst einmal an einem schönen Frühsommertag vor ein paar Jahren (~ 1994). Eine absolute Hochburg der Barfußens, ca. 50 % der Schulkinder und eine ganze Menge (auch ältere) Erwachsene waren in den Dörfern (Städte gibt's da ja eher keine ;-)) barfuß, obwohl es noch nicht mal besonders heiß war.
Ich weiß nicht, welche Gegenden von Deutschland du meinst (mit viel Barfüßlern und so..), aber die der Schweiz naheliegenden Ecken (z. B. Freiburg, und Bodensee) zählen meiner Erfahrung nach zu den Barfußhochburgen Deutschlands und sind leider keineswegs typisch.
Ich hoffe ja schon, dass du recht hast mit deinem Optimismus, bin mir aber nicht so sicher. Gruß und Fuß Thomas

Ja ja mein Grenzenloser Optimismus. Das Appenzellerland kenne ich nur von Durchfahren. Aber wie Du richtig bemerkt hast, gehen bei uns in den ländlichen Gegenden viele barfuß. Und auch in der Deutschen Ecke von uns Freiburg etc. sieht man häufig Barfüßer. Und der Rest von Deutschland kommt dank diesem Forum auch noch auf den Geschmack... wetten dass !!
Füßewinkend Bully

Zweckoptimismus ? Hallo Freunde, wenn es nach uns ginge, wäre es ja überall mindestens so, wie Thomas es aus dem Appenzeller Land beschreibt (offenbar ein empfehlenswertes Reiseziel für Barfüßer ...). Die Wirklichkeit ist aber denn doch anders, auch regional wohl recht verschieden.
Dass sich hier im Forum eigentlich erstaunlich (erfreulich) viele - wie ich jedenfalls finde - Barfüßer treffen, bringt die Gefahr mit sich, dass man allzu schnell glauben mag, übernächste Woche spätestens würde die Schuhindustrie weltweit in den Konkurs gehen. Immerhin ist aber das Medieninteresse am Thema ein Hinweis darauf, dass ein gewisses öffentliches Interesse vorhanden ist.
Und auch Andys Aussage kann man gar nicht häufig genug in Erinnerung bringen : dass nämlich im deutschsprachigen Raum eigentlich jeder weiß, dass Barfußlaufen gesund und empfehlenswert ist - daran erinnern ja mitunter (viel zu selten) auch die Krankenkassen.
Irgendwelche Tendenzen allgemeiner Art - sei es im Sinne einer Ab- oder Zunahme - werden bei fehlender Datenbasis (der eigene Eindruck ist eine sehr unvollkommene Quelle) aber kaum zu machen sein. Wahrscheinlich ist dafür ohnehin das zufällig stattfindende Wetter (gute oder schlechte Frühjahre und Sommer) ausschlaggebender als anderes. Und ansonsten hat Lorenz völlig recht, wenn er sagt, dass unsere Füße unser bestes Propagandamaterial sind. Dann machen wir mal alle Werbung in diesem Sinne ! Herzliche Füße Georg

Hi Thomas, da muss ich dir leider völlig recht geben - ich habe genauso den Eindruck, dass das Barfußlaufen sich nicht verbreitet hat, sondern deutlich seltener geworden ist.
Um das vielleicht etwas zu präzisieren: Vor 8 oder 10 Jahren war es an einem warmen Sommertag eigentlich immer so, dass man in der Stadt, im Einkaufszentrum oder wo auch immer, ein paar Leute barfuß gesehen hat. Das ist nach meiner Erfahrung von Jahr zu Jahr weniger geworden, wobei so die letzten 4 oder 5 Jahre das "Barfußaufkommen" stagniert. Jedenfalls ist es mir in den letzten Jahren schon mehrfach passiert, dass ich selbst an heißen Sommertagen stundenlang keinen anderen Barfüßer in der Stadt gesehen habe. Mag sein, dass man um Freibäder rum oder in Parks usw. mehr nackte Füße sieht als vor Jahren - mal die Schuhe einfach im Auto lassen und ein paar Meter barfuß zurücklegen, ist wohl "sozial akzeptiert".
Aber sonst fürchte ich fast, dass die Sandalen- und Badeschlappen-Welle der letzten Jahre das Barfußlaufen teilweise verdrängt hat. Wobei ja Tübingen wirklich eine rühmliche Ausnahme ist! Als ich im letzten Sommer dort mal abends in der Altstadt unterwegs war, sah ich vor mir eine Gruppe von 5 jungen Leuten, und davon liefen drei (!!) barfuß, ein Mädchen und 2 Jungen. Ich gesellte mich dazu und so waren 8 nackte Füße unterwegs - was dann doch das Erstaunen einiger Passanten hervorrief.
Jedenfalls war es eine witzige Sache, in der Mehrheit zu sein und die beiden beschuhten Außenseiter wegen ihrem "Tick", so seltsame Dinger an den Füßen rumzutragen, bedauern zu können.
Barfüßige Grüße Moritz

Das mag im allgemeinen so sein, aber ich bin seit Jahren so frei, mich von diesem Trend zu lösen. Da ich keinen Leithammel brauche, laufe ich von Jahr zu Jahr mehr barfuß, wobei mir dieses Forum jetzt einen mächtigen Schub gibt. Und ich bin sicher, dass es vielen der 150 Leute so geht, die täglich die Hobby- Barfuß- Seite besuchen.
Auch meine Familie macht verstärkt mit und niemand hat etwas dagegen. Sonstige Trends brauchen mich also nur ein müdes Lächeln zu kosten. Ich glaube, dass die Menschen heute mehr denn je am Meinungstropf der Werbebranche hängen, und die inszeniert gerade eine Materialschlacht um die dicksten und klobigsten Schuhsohlen. Immerhin gibt es da auch einiges zum Lachen, z.B. dass es sogar Plateau-Badeschlappen gibt, deren Trägerinnen wunderbare Eiertänze aufführen, wenn sie über Feld- und Moorwege zum Badeplatz staksen.
Mir tut es gut, ganz optimistisch mit der Barfüßerei umzugehen: ich sehe da meine eigenen Freiräume wachsen, ich sehe, dass über das Internet viele angeregt werden, sich zu trauen. Der Trend ist: "wer will, der darf auch!"
Eine barfüßige Massenbewegung würde die Werbeindustrie schon zu verhindern wissen, aber brauchen wir die unbedingt?? Zwecks Vorbeugung der Volkskrankheit Bandscheibenleiden vielleicht, aber nicht als Maßstab für unsere eigene freie Entscheidung, wie wir mit unseren Füßen umgehen!
Dass in den letzten Jahren sehr wenig barfuß radgefahren wird, liegt ganz einfach an den scharfen Zacken der Pedale, wie sie seit einigen Jahren serienmäßig montiert werden! Aber man kann sie ja ganz einfach durch bequeme Ausführungen ersetzen. Im Sinne der Wirtschaft wäre es allerdings notwendig, dass man sich eigene Radfahrschuhe kauft!!
Herzliche Frühlingsfüße, Lorenz

Auch ich sehe es so - der Trend ist eindeutig abnehmend, noch eindeutiger ist, dass er durch die gigantomanische Werbemaschinerie der Mode- und Schuhbranche verursacht wird, die den Lifestyle der Menschen auf der ganzen Welt (über die alles durchdringende Mediengehirnwäsche) nachhaltig beeinflusst.
Ich fürchte fast, dass die Jugendlichen heutzutage schon fest verwachsen sind mit ihren Nikes und Reeboks und sie auch gerne nachts noch anziehen würden (es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern und die neuen Elterngenerationen fördern das auch noch).
In vielen Kinder- und Jugendfreizeiten habe ich erlebt, wie verklemmt Jugendliche mit ihren Füßen umgehen und wie viel Vorbild es braucht, damit die Schuhe mal weggelassen werden. Bei (jüngeren) Kindern allerdings sieht das noch ein wenig anders aus, die würden gerne barfuß (und ohne Hemd etc.) rumlaufen - und dann lassen selbst ansonsten "fortschrittliche", erfahrene Betreuer sie nicht...! So etwas konnte mich ja nur zu Wut und Verzweiflung treiben, vor allem wenn versicherungstechnische Gründe oder anderer Blabla vorgeschoben werden...
Man kann also so tolle Projekte wie eine Barfuß - Freizeit für Kinder, wie sie hier initiiert wird, gar nicht hoch genug bewerten!!! Leider befürchte ich auch, dass auf Dauer solche Barfuß - Refugien wie in Südafrika, wo es bei den weißen "Boeren", also den afrikaans-sprechenden Weißen, Usus ist, die Kinder bis zum Wechseln auf die Höheren Schulen barfuß gehen zu lassen. Es wird spannend, ob sich diese traditionellen Normen dort den über die Medien vermittelten Normen gegenüber durchsetzen können... Ich habe da so meine Befürchtungen...
Für uns hier in Deutschland und Europa allgemein bedeutet das alles meiner Meinung nach, dass wir einen kleinen "Gegentrend" organisieren müssen. Mit diesem Forum und vielen anderen lobenswerten Seiten ist ja schon damit begonnen worden: hier wird allen Zweifelnden sinnvolle Information geboten, an die sie vielleicht sonst nicht gekommen wären, und ihnen der Rücken gestärkt. Wenn auch der Trend insgesamt rückläufig ist, so wird er sicherlich durch diese Aktivitäten hier im Netz und die daraus resultierenden Barfüße auf offener Straße oder sonst wo ein Stückweit bekämpft. Wenn nicht gar ein neuer Trend gesetzt - da ist schon ein bisschen Optimismus angebracht!
Nur leider sind solche Trends, sofern sie nicht markt- und medienkonform gepowert werden, heutzutage nur "Nischentrends" - doch soll uns das davon abhalten, weiterzumachen und unseren Füßen etwas gutes zu tun? Ziehen wir einfach möglichst viele noch Zögerliche oder "Unwissende" mit... Der Grundstein ist ja gelegt! Lupu

[Auch ich sehe es so - der Trend ist eindeutig abnehmend ... fürchte fast, dass die Jugendlichen heutzutage schon fest verwachsen sind mit ihren Nikes und Reeboks und sie auch gerne nachts noch anziehen würden (es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern und die neuen Elterngenerationen fördern das auch noch).]
Wenn man der Werbebranche kampflos das Feld räumt, kommt es ganz sicher so.

[wie verklemmt Jugendliche mit ihren Füßen umgehen und wie viel Vorbild es braucht, damit die Schuhe mal weggelassen werden. Bei (jüngeren) Kindern allerdings sieht das noch ein wenig anders aus, die würden gerne barfuß (und ohne Hemd etc.) rumlaufen - und dann lassen selbst ansonsten "fortschrittliche", erfahrene Betreuer sie nicht...! So etwas konnte mich ja nur zu Wut und Verzweiflung treiben... ]
Um diese Wut nicht im Bauch zu behalten, nutzen wir ja gemeinsam das Medium Internet, und ich habe auf meine Fußgesundheitsseite auch schon einiges positive Echo von nicht primär Barfußinteressierten bekommen.

[ so tolle Projekte wie eine Barfuß - Freizeit für Kinder gar nicht hoch genug bewerten...  in Deutschland und Europa bedeutet das alles meiner Meinung nach, dass wir einen kleinen "Gegentrend" organisieren müssen. Mit diesem Forum und vielen anderen lobenswerten Seiten ist ja schon damit begonnen worden ... Wenn nicht gar ein neuer Trend gesetzt - da ist schon ein bisschen Optimismus angebracht! Nur leider sind solche Trends, sofern sie nicht markt- und medienkonform gepowert werden, heutzutage nur "Nischentrends" - doch soll uns das davon abhalten, weiterzumachen und unseren Füßen etwas gutes zu tun? Ziehen wir einfach möglichst viele noch Zögerliche oder "Unwissende" mit... Der Grundstein ist ja gelegt!]
Sicher nur der Grundstein zu einem kleinen Häuschen im Vergleich zu den Palästen des Marketing-Heere! Aber es gibt mündige Menschen, die sich unabhängig von den zuletzt gesehenen Werbespots ansprechen lassen.
Falls wir Barfußbegeisterten wider Erwarten tatsächlich merkliche "Werbeerfolge" hätten, würde die Sportartikelwerbung sicher versuchen, uns systematisch lächerlich zu machen. Allerdings kann sich genauso gut die Eintönigkeit der Werbespots abnützen, und dann bekommen wir mit den barfüßigen Internet- und neuerdings auch Presseaktivitäten vielleicht doch Oberwasser?
Jedenfalls ist Kämpfen spannender als Resignieren!
Haltet die Füße fit, Lorenz

[ Falls wir Barfußbegeisterten merkliche "Werbeerfolge" hätten, würde die Sportartikelwerbung uns systematisch lächerlich machen. ] Das wäre wohl zu erwarten und würde sicherlich auch auf fruchtbaren Boden fallen.
[ Allerdings kann sich genauso gut die Eintönigkeit der Werbespots abnützen, und dann bekommen wir mit den barfüßigen Internet- und neuerdings auch Presseaktivitäten vielleicht doch Oberwasser?]
Jedes "Insektizid" lässt resistente Organismen übrig, und dann geht's halt wieder von vorne los (mein Gott, was für dunkle Bilder!).
[ Jedenfalls ist Kämpfen spannender als Resignieren! ] So habe ich's möglichst schon immer gehalten und hoffe, dass es neben uns möglichst viele andere (nicht nur auf Barfüße beschränkt) auch so sehen...
Liebe Grüße, Lupu

[Menschen heute mehr denn je am Meinungstropf der Werbebranche hängen, Eine barfüßige Massenbewegung würde die Werbeindustrie schon zu verhindern wissen]
Hallo Lorenz und allseits, bestimmt gibt es in Punkto Barfuß auch Marktlücken.
Die Werbestrategen waren bisher immer so findig, einen gesellschaftlichen Trend mit einem Produkt zu verbinden. Wir hätten immerhin selbst die Möglichkeit, das auch zu steuern. Ich bin kein Freund der aggressiver Werbestrategie. Es gibt aber auch Öko-Werbeagenturen, die um pfiffige Ideen dankbar sind.
Beispiele: Schmuck, Hosenmode, Grafiken auf Kleidung usw.
FußGruß Jörg (2)

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