Bernd
A. läuft das ganze Jahr barfuß
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)
Hallo! Ich bin neu in diesem Forum und bin erstaunt,
wie viele Gleichgesinnte
es gibt. Auch ich laufe das ganze Jahr barfuß, egal bei welchem Wetter und auf
welchem Untergrund.
Natürlich sind mir Schotterwege verhasst, aber da muss man
halt durch.
Es ist für mich einfach normal, barfuß zu laufen oder auch zu
wandern, selbst wenn es sich um mehrwöchige Treckingtouren z. B. in der Wildnis
des nordschwedischen Sareks - Nationalpark handelt.
Der weitaus größte Teil der
Menschen auf unserer Erden läuft immer barfuß, das ist für diese Leute
normal, weil es ja alle machen. Dass man dabei schlammige oder schmutzige Füße
bekommt stört nicht, es geht ja beim Waschen wieder ab.
Als ich vor einigen
Jahren bei den Massai in Kenia zu Gast war, sah ich dass diese Menschen ganz
normal und ohne "Ekel" durch den Dung ihrer Rinder gehen, barfuß
natürlich. Ich habe auch gehört, dass dies auch bei uns früher üblich war.
Wenn es nämlich saukalt ist und man keine Schuhe besitzt, ist es ganz angenehm,
durch die frischen warmen Fladen zu hüpfen. Für unser Generationen heute kaum
vorstellbar. ...
Nun
möchte ich mich aber erst mal allen vorstellen, damit Ihr wisst, wer ich
überhaupt bin und was ich so barfußmäßig mache. Ich bin 39 Jahre alt und
mein barfüßiges Hobby mache ich schon seit über 20 Jahren. Natürlich bin ich
auch vorher schon barfuß gelaufen, am Strand, im Schwimmbad und als Kind im
Sandkasten, so wie halt jeder.
Aber irgendwann dachte ich mir, dass es auch ein
interessantes Hobby sein könnte, barfuß zu laufen, bei jedem Wetter, auch im
Winter und auf jedem Untergrund. Also nicht nur barfuß im Sport, sondern
barfuß als Sport.
Den entgültigen Ausschlag gab dann ein Erlebnis an einem brütend heißen Sommertag hier in Karlsruhe. Nach der Arbeit wollte ich mir
etwas Kühlung verschaffen und bin mit dem Mofa durch den Wald gedüst, was zwar
verboten ist, aber ... Bekleidet war ich nur mit einer Badehose.
Als ich ca. 5 km
von meiner Wohnung entfernt war, passierte das Malheuer: Langsam, aber
unaufhaltsam entwich die Luft aus dem Hinterreifen des Mofas. Da half alles
fluchen nichts, schieben hieß die Devise! Also latschte ich barfuß, wie ich ja
war und das Mofa schiebend zurück. Gab sicher ein lustiges Fotomotiv ab:
Barfüßiger Mann schiebt plattfüßiges Mofa ...
Schon nach der halben
wegstrecke meldeten sich die ersten Blutblasen an meinen noch untrainierten
Fußsohlen. Ich eierte mehr nach Hause, als zu gehen.
Das muss sich ändern,
dachte ich mir und ich begann mit regelmäßigem Barfußjogging. Und schon bald
wurde die Hornhaut dicker und die Strecken länger. Nach einiger Zeit gab es
keinen Untergrund mehr, der mich abschrecken könnte.
Ich laufe so gut wie immer
barfuß ob das nun beim Jogging ist, beim Wandern im Schwarzwald oder bei
mehrwöchigen Treckingtouren auf Reisen. Doch das Barfüßern ist nicht mein
einziges Hobby ich fotografiere gerne, wandere gerne, liebe alles, was mit der
Natur zu tun hat und ich bin ein Globetrotter. Sagen wir besser: "
Jahresurlaub - Globi". Denn das Geld für große Reisen bekomme ich nicht vom
lieben Onkel Fritz geschenkt, sondern muss es mir, wie fast alle, hart
erarbeiten. ...
Da ich als Fahrer für einen Paketdienst arbeite, ist es
natürlich kein Problem, wenn ich im Kurierfahrzeug barfuß bin - sieht ja
niemand. Wenn ich zu Kunden komme, schlüpfe ich dann in meine Sandalen, ohne
Socken natürlich. Bei uns in der Abfertigungshalle macht das ohnehin jeder nach
Lust und Laune. Zumindest im Sommer bin ich da nicht der einzige, der barfuß
rumläuft. Manchmal läuft sogar unser Chef barfuß durch die Halle!
Tschüss,
Bernd A.
Ach sieh an! Der ehemalige Nachbar ist auch mittlerweile online! Hey, wie
geht's Dir denn?
Ewig nix mehr von Dir gehört oder gesehen. Dachte schon, Du
trägst jetzt mittlerweile Schuhe :-))
Du warst vor vielen Monaten hier schon mal
Thema, als ich erwähnte, dass ich in Karlsruhe eigentlich nur 2 barfüßige
Menschen außer mir kenne. Davon eigentlich nur einen "Hardliner",
also Dich. Ich hoffe, Du bleibst unserem Forum treu! Grüße Bernd (KA)
Hallo lieber Namensvetter, Exnachbar und "Leidens" genosse. Das ist
ja eine Überraschung, dich hier wieder zu treffen. Ist ja wirklich schon lange
her, ich glaube so 7 oder 8 Jahre, als wir zusammen vor laufender ZDF - Kamera bei
minus 8 Grad barfuß über den zugefrorenen Schlossgartensee "gesurft"
sind. Leider hatten die Mainzelmännchen den Beitrag dann ja doch noch
gestrichen.
Hast Du über dieses Forum schon Leute getroffen, um unserem
barfüßigen Hobby zu frönen? Wer ist eigentlich der andere Karlsruher
Barfüßler, den Du noch kennst?
Ich denke schon, dass ich diesem Forum treu
bleibe, vielleicht finde ich ja hier noch einen Wettgegner, der es mit mir
aufnimmt. Aber ich glaube, es gibt auch hier nur wenige solche Hardliner wie
mich, die selbst vor einer mehrwöchigen barfüßigen Treckingtour durch die
nordschwedische Wildnis nicht zurückschrecken, oder? Tschüß Bernd A.
Hi Namenskollege und Mit- Karlsruher! Jetzt will
ich erst mal Deine Frage beantworten, von wegen einer weiteren
barfüßigen Person aus KA. Das ist ne Freundin von mir, die früher extrem viel
barfuß lief, im Sommer ausschließlich und gelegentlich auch zu kälteren
Zeiten. Sie ist mittlerweile sogar auch "vernetzt" und ich habe
mehrfach bei ihr Werbung für dieses Forum gemacht, aber sie hat keine Lust,
hier mitzuschreiben, ich glaube, sie hat noch nicht mal reingeschaut.
Zudem: sie
war ne ganze Zeit arbeitslos und da habe ich sie auch meist barfuß gesehen.
Seit sie wieder eine Arbeitsstelle hat, reduziert sich komischerweise auch ihr
Faible fürs barfußlaufen in der Freizeit. Schade eigentlich.
Ansonsten kenne
ich niemanden in KA persönlich, der dieses Hobby teilt. Es gibt hier noch ab
und zu einen Patrick, den ich mal anmailen wollte, aber ich habe seine
Mail-Adresse verschlampt :-(
Na ja, einen derartigen Hardliner wie Dich gibt es
in Karlsruhe vermutlich sowieso nicht!
Dennoch ne Frage: Macht Dir mittlerweile
Schotter wirklich nix mehr aus? Ich habe für mich das Gefühl, ich kann
monatelang "üben", aber es gibt dennoch nichts ätzenderes als
Schotter unter den Füßen. Was mich besonders nervt, sind im Frühjahr nicht
geräumte Wege voll mit Split vom Winter! Bernd (KA)
Toller Bericht, wie viele Joggingkilometer braucht's
denn bis man halbwegs vernünftig auch auf Schotterwegen laufen kann?
Gibt es Tricks sich hier vernünftig zu bewegen, z. B. auch wie man ohne
Verletzungen über Glasscherben läuft oder eine richtige Aufsetztechnik auf
diesen unangenehmen Untergründen.
Ich hatte neulich auf einem nur ca.200 m
langen Stück Weg, der ein halb verfallenes und stark verformtes Kopfsteinpflaster
zum Untergrund hatte und obenauf mit Teerfräsgut geschottert
war, gewaltige Probleme vorwärts
zu kommen und habe überlegt, ob man erst mit der Ferse aufsetzt und dann nach
vorne abrollt oder das Gewicht zunächst auf den Ballen setzt. Aber so richtig
weitergekommen bin ich nicht. Bin für jeden Hinweis dankbar.
Lothar
Hallo Lothar, um auf Schotter halbwegs
vernünftig gehen zu können, bedarf es einfach nur regelmäßigem
Barfußtraining, am besten täglich. Das muss nicht unbedingt Jogging sein, es
genügt ganz normales Gehen, auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, oder einfach
nur zur Gaudi nach Feierabend.
Die Kilometer sind da weniger wichtig als eben
die Regelmäßigkeit. Aber 2-3 km sollten es schon sein. In diesem Sommer wirst
du es als Anfänger wohl nicht mehr schaffen, aber wenn Du im Herbst
weitermachst (regelmäßig) gewöhnen sich Deine Füße langsam an die kühler
werdenden Temperaturen und Du kannst dann zumindest an milden Wintertagen auch
trainieren.
Wenn Du das schaffst, sollte bis zum nächsten Sommer auch der
gröbste Schotter kein Problem mehr sein.
Kleine Glasscherben können von der
Hornhaut vielleicht noch abgefangen werden, bei größeren hilft nur aufpassen
und ausweichen, sonst wird's unangenehm, es sei denn, man hat übersinnliche
Kräfte, wie ein Fakir.
Es gibt ja Menschen, die können ohne Schaden zu nehmen
über Glut oder Scherben gehen, aber das hat mit Hornhaut nichts mehr zu tun.
Eine Zigarette kann ein trainierter Barfußläufer allerdings ohne Probleme
austreten, ebenso, wie der Stachel einer Wespe gegen eine gute Hornhaut nichts
ausrichten kann.
Über die Aufsetztechnik habe ich mir noch keine Gedanken
gemacht, hat glaube ich auch keinen Einfluss. Wichtig ist wie gesagt das
regelmäßige Barfußlaufen. Gruß
Bernd A.
Hallo Bernd, ich freue mich, dass Du als
langjähriger Barfußpraktiker in dieses Forum gefunden hast und es mit Deinen
Erfahrungen bereichern kannst.
Was das Barfußjoggen über Schotterwege angeht,
bleibe ich doch skeptisch - aber mit täglichem Gehtraining auf Schotter habe
ich es auch noch nicht versucht. Ich nehme lieber einen Anfahrtsweg zu einem
geeigneteren Revier in Kauf ... Georg
Hallo Bernd, es ist schon ein Wahnsinn dass es
hier den Menschen so ein angenehmes Gefühl Barfuß über weichen warmen Boden
nicht vermitteln kann.
Ich habe mir heute erlaubt barfuß die Post an einer
Zweigstelle abzuliefern, und wie Sie mir auf die Füße schauten ging ein Gestöhne
durch die Halle. Selbst auf die frage ob ich auch barfuß Auto fahre,
und ich es ein klares "Ja" sagte, hatte sich eine Frau vor Ekel
geschüttelt.
In dieser Gesellschaft sind uns einiges anerzogen worden wo man
sich an den Kopf kratzen muss.
Ob sich das je ändert? Na ja, ich fühl mich wohl
dabei und lass es nicht nehmen.
Viel Spaß bei deiner nächsten Wanderung angelo
Hallo alle, dies
interessiert, eigentlich habe ich in meinem Beitrag gar nichts von Schotter
geschrieben, dennoch habt Ihr mich danach gefragt. Es ist, wie in meiner ersten
Antwort an Lothar bereits geschrieben, für mich durchaus möglich, auch
längere Zeit auf geschotterten Wegen barfuß zu laufen oder sogar zu joggen.
Dennoch gehe ich diesen Schotterwegen so gut es geht aus dem Weg, zumindest wenn
es sich um großkörnigen Schotter handelt.
Meine liebsten Barfußwege, wo ich
das Barfüßlern so richtig genieße, sind diese verwurzelten Naturwege, mit
dicker Humusschicht aus Laub, Tannennadeln, kleinen Zweigen und Tannenzapfen.
Ich gehe aber auch gerne auf sandigem Untergrund und wenig frequentierten und
deshalb mit Gras bewachsenen Feldwegen. Wenn es dazu noch regnet und alles
feucht ist oder sogar frische Wasserpfützen vorhanden sind- was gibt es
Schöneres ?
Auch ein Barfußspaziergang im frischen Schnee ist was Tolles. Wer
jedoch der Meinung ist, das Barfußlaufen auf Grobschotter sei für ihn
erstrebenswert, dem kann ich eben nur den Tipp geben: Trainieren, Trainieren.
Trainieren.
Unser Barfußwanderfreak Angelika "Angie", hat ja im
letzten Herbst einen lesenswerten Beitrag geschrieben und darin
auch betont, dass sie auf barfußlaufen im Schotter sogar "total
steht". Sie kann sicher auch Tipps geben, wie man sich derart abhärtet,
vielleicht kann ich ja auch noch was von ihr lernen.
Gruß Bernd A.
Übrigens - Wo treibst du dich denn im Winter barfuß rum?
Auch mal in der City oder eher in freier Natur? Vielleicht läuft man sich ja mal über den
Weg ... wobei ich eigentlich nur abends barfuß unterwegs bin.
Fuß zum Gruß
Moritz (Stuttgart)
Wo ich mich im Winter so rumtreibe? Am liebsten dort, wo's Schnee hat, also in
der Regel im Schwarzwald. Bei uns in Karlsruhe ist Schnee ja immer so was wie
ein Jahrhundertereignis ...
In der Stadt gehe ich seltener barfuß, auch im
Sommer trage hier ich meistens Sandalen. Es liegen halt doch viele Hunde - "Tretmienen" und sonstiger Dreck herum, den ich nicht unbedingt
an den Füßen haben möchte.
Mein Barfußrevier ist überall in der Natur:
Feuchte Raureifwiesen, verwurzelte Waldwege etc. Abends bin ich beruflich
bedingt seltener unterwegs, ich fahre die 12 km von der Arbeit nach Hause
allerdings fast immer mit dem Fahrrad, barfuß oder höchstens mit
Treckingsandalen. Auch im Winter. Am Wochenende unternehme ich dann barfüßige
Spatziergänge oder ich gehe rudern.
Das mache ich so ziemlich regelmäßig,
just for fun. (Es ist unglaublich, dass es selbst bei Wassersportlern, wie
meinen Ruderkameraden, einige Leute gibt, die nicht verstehen können, wie man
barfuß rudern kann ... Handschuhe trägt aber komischerweise keiner, da
akzeptieren die lieber schmerzhafte Blasen ... seltsam!) ...
Ich genieße jedenfalls die frische Luft an
meinen Füßen, wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre und abends die 12 km
wieder zurück. Wenn ich irgendwo auf der Welt wandern gehe, dann ist es ein
Genuss, die Natur unter den Fußsohlen zu spüren. Ich freue mich über jeden
Tag, der in diesem Herbst noch so mild ist wie heute, wo ich barfuß Rad fahren
kann, barfuß rudern kann oder spazieren gehen kann. Und ich wünsche mir, dass
die kalten Tage noch eine Weile auf sich warten lassen und die Winterschuhe im
Schrank bleiben können. ....
Ich denke, wenn Du Lust
hast, können wir uns sicher mal zu einer Winter - Barfußtour treffen. Gruß
Bernd A.
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