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Bene gönnt seinen Füßen Freiheit
(Forumbeitrag im Frühjahr 2002)
Bereits seit längerem lese ich das Forum, ich habe mir aber nie die Zeit
genommen, auch mal selbst etwas zu schreiben.
Ich hatte schon immer Interesse, meinen Füssen eine gewisse Freiheit zu
gönnen, zum wirklichen Barfußlaufen bin ich aber erst vor ca. 7 Jahren
gekommen, mit stetig steigender Tendenz.
(Ich bin jetzt 33 Jahre alt und wohne seit ca. zwei Jahren in der Schweiz, nahe
Luzern.)
Die Einsicht, dass Barfußlaufen auf öffentlichen Wegen nichts schlimmes ist,
kam bei mir recht spontan, ausgelöst durch den Golfsport, der hier im Forum
auch schon Erwähnung fand: Dadurch, dass man beim Golfspiel Schuhe mit
Stahl-Spikes trägt (bzw. damals trug, inzwischen sind sogenannte Softspikes aus
Kunststoff aktuell), hat man ein Problem, wenn man längere Strecken auf Asphalt
zurücklegt: Zum einen sind die Spikes dann schnell weg, zum anderen ist es auch
nicht gut zu laufen, auf Fliesen zudem sehr glatt.
So ergab sich einmal beim Üben, dass Straßensperren für ein Fahrradrennen in
einiger Entfernung unser Interesse weckten und wir (meine Partnerin und ich)
dorthin gingen, um zuzuschauen. Dazu zog ich die Schuhe aus, das war der
Ausstieg zum Einstieg ins Barfußlaufen.
Es wurde für mich dann immer normaler. In den
letzten drei Jahren habe ich zwischen März und Oktober nur noch recht wenig auf
meine Schuhe zurückgreifen müssen. Zu Hause trage ich sowieso grundsätzlich
weder Strümpfe noch Schuhe, auch nicht für Wege zum Briefkasten etc. In den
sehr kalten Monaten verzichte ich aber dann doch auf barfüssige Stadtbummel,
jetzt ergab es sich aber durch das schöne Wetter, dass ich bereits seit 7.
März nur noch zu drei Anlässen (2 x Geschäftstermine, 1 x Geburtstag meiner
Partnerin und es war wirklich kühl, da wollte ich es doch nicht überspannen)
für insgesamt 18 Stunden Schuhe nutzen musste.
Ich habe sicher auch den Erfahrungsberichten im Forum zu verdanken, dass ich
auch dann keine Schuhe mehr anzog, als es wieder deutlich kühler wurde. Einige
daraus resultierende Spaziergänge bei ca. 5 Grad waren auch für mich eine neue
und positive Erfahrung - es ist gar kein Problem!
Im Arbeitsleben habe ich es dadurch leicht, dass ich selbständig in meiner
Firma im EDV-Bereich arbeite. Lediglich für Kundentermine, die aber nicht mehr
sehr häufig nötig sind, brauche ich doch Schuhe. Dabei gibt es durchaus einige
Termine, bei denen ich schon barfuß war, man muss aber doch wissen, wo es geht
und wo nicht.
Ich habe manchmal selbst das Gefühl, dass die Barfüssigkeit in gewisser
Hinsicht auch eine Insignie der Arroganz sein kann. Wenn ich in meiner Situation
barfuß bei einem Kunden aufkreuzen würde, bräuchte ich mir wohl
wirtschaftlich kaum Sorgen zu machen, ich denke jedoch, dass man damit dem
Kunden unnötig "auf die Füße tritt". Es gibt nun mal Branchen (und
dazu gehört in gewissem Maße auch mein Kundenkreis), in denen Mitarbeiter
nicht barfuß laufen dürfen und unmittelbarer Publikumskontakt besteht. Ich
hielte es dann schon für recht blasiert, zu präsentieren, dass man sich selbst
darüber hinwegsetzen kann ...
Na ja, soweit meine erste Meldung, bei Gelegenheit kann ich mal mehr erzählen.
Bene
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Barfuß
Golf spielen?
(Forumbeitrag im Frühjahr 2002)
Golf spiele ich inzwischen übrigens praktisch nicht mehr. Das hat nur wenig
mit einem gewissen Schuhzwang zu tun, sondern vor allem damit, dass ich derzeit
einfach zu wenig Zeit und Interesse habe. Zudem arbeite ich in engem Kontakt mit
der Golf-Branche - das reicht.
Ich möchte aber zu den Postings bezüglich Schuhpflicht auf dem Golfplatz noch
dies ergänzen:
1. Golf ist eine äußerst interessante und herausfordernde Sportart, die sich
insbesondere durch die Kombination von Konzentration, Strategie,
Körperbeherrschung und mittlerem körperlichen Training auszeichnet - klar ist
es kein Marathon-Lauf.
2. Das Image ist interessant, aber leider auch schädlich. Vor allem trifft es
in den meisten Fällen nicht mehr zu - hier wird zu leicht nur die Spitze des
Eisbergs gesehen (wie im Leben...)
3. Es geht bei der Pflicht zu Golfschuhen sicher nicht darum, dass barfuß im
Golfsport anstößig wäre. Auch mit normalen Schuhen ist das Betreten der
Grüns verboten (und sicher noch mehr als barfuß). Ich sehe da diese Probleme:
a) Stollen- und Absatzschuhe könnten Grüns durch Eindrücke zerstören. Wegen
möglichen Schäden am Grün sind jetzt zumeist übrigens auch die Spikes nicht
mehr zulässig, stattdessen gibt es die Softspikes.
b) feuchter Rasen ist eine ganz schön glatte Sache, auf jeden Fall mit glatten
Schuhsohlen, aber auch barfuß kann man wohl schwer an einem 40%-Hang stehen und
dann auch noch den Golfschläger schwingen.
c) Dass die Rasenbelüftung durch die Spikes der Grund für die Spikes-Pflicht
ist, halte ich für ein Ammenmärchen. Dafür gibt es spezielle Maschinen, die
weit tiefer gehen. Zudem gibt es diesen Effekt bei Softspikes sicher nicht mehr.
Ich denke, wegen Punkt b) gibt es keine Alternative zu Golfschuhen auf dem
Golfplatz, das ist für Barfußfans doch ein großer Minuspunkt dieser Sportart
(genau wie beim "professionellen" Fahrradfahren ...).
Bene
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