Barfuß - Pressespiegel von September 2003 (1.Teil)

Fondueplausch in den Kulissen
Es regnet. Endlich. Was - es regnet? Aber doch nicht heute, nicht am Theaterabend. Noch dazu Derniere. Was solls, ändern kann man es nicht, und heute ist eh alles anders. Derniere eben [...]
Wo bisher der Schweiss in Strömen rann, rinnt heute Abend heisser Kaffee - und manch andere Flüssigkeit zum Aufwärmen. Frisch ist es geworden, nun zeigt es sich, was es heisst, barfuss zu sein. Aber man muss es ja nicht übertreiben: hinter den Kulissen kann man sich ja mit Wolldecken und Turnschuhen behelfen. Noch etwas anderes findet in den Kulissen statt: sozusagen im «Hotel du Cheval Blanc» steigt ein Fondueplausch. Schauspieler, Maskenbildner, ein Beleuchter und ein paar Schnaken drängen flüsternd um den Campingtisch, auf dem Stefan Wohlgensinger ein irrsinnig gutes Fondue braut. Mit Schuss.
Die Wärme tut gut, und der Dorfbettlerin entfährt ein wohliger Rülpser. Was sich wohl die Zuschauer denken mögen, wenn plötzlich aus der Küche der Bretterwandkulisse verheissungsvolle Düfte steigen? Es ist Derniere, die letzte Vorstellung von «Amerika, mer chömed». Es könnte eine wehmütige Stimmung herrschen. Doch alle sind gut drauf, ausgelassen. Sind froh, wenn sie ihre dreckigen Füsse, geschminkt oder echt, das letzte Mal abwaschen dürfen, wenn sie mit der Hand wieder übers Gesicht fahren können, ohne die Schminke zu verwischen.
Es war eine strube Zeit. Aber auch unvergesslich schön [...]
ja, und das wars dann. Bald wird wieder beschauliche Ruhe in Niederglatt Einzug halten, wenn die letzten Kulissen abgeräumt, die letzten Zeltpflöcke gezogen und der letzte Schauspieler abgezogen ist. Aber: «Niederglatt - mer chömed wieder? [...]
[St. Galler Tagblatt, 01. 09. 2003]


Wenn der Eismann zwei Mal klingelt
Blaue Reise in der Türkei. Oder: Was macht man eine Woche auf einem Schiff? Ganz einfach: barfuß gehen, schlafen, lesen und essen [...]
Wirklich blau machen. So viel Entspannung muss man erst einmal aushalten. Zur besseren Vorstellung hier ein kurzes Gehirnstromprotokoll einer sehr relaxten Woche: An Bord lungert man die ganze Woche mit Leiberl und Badehose herum. Zum Kapitänsdinner erscheint man barfuß. Das mühselige Freizeitprogramm an Bord: aufstehen, frühstücken, hinlegen, lesen. Ins Wasser springen, lesen, schlafen [...] Und in der Nacht Sternderl schauen. Weil man sich nach ein paar Glaserln unter die Decke rollt und auf Matten an Deck nächtigt.
Erfunden hat diese Form des Bootsurlaubes ein Journalist (da sieht man wieder, was man der Zunft Gutes zu verdanken hat). Cervat Sakir Kabagacku wurde wegen antimilitärischer Gesinnung an die Südküste der Türkei verbannt. In Bodrum fand er sein Glück. Unter dem Namen "Fischer von Halikarnassos" wurde Cervat in den 50er-Jahren Mittelpunkt eines Meditationszirkels. Im Sommer lud er Freunde zu Bootsausflügen ein und nannte diese entspannenden Ausflüge "Blaue Reise" [...]
[Kleine Zeitung, 01. 09. 2003]

Kommentar
Socken in Sandalen: Die Römer sind schuld [...]
Wie bitte? Was ist das? Eine Übersetzung aus Caesars Gallischem Krieg. Im Original hieß der Satz, daß die Fußsoldaten aus Furcht, getötet zu werden, in den Wald flüchteten. Der Lateinschüler machte aus dem Wald Bäume, aus necare, töten, wurde nox, die Nacht, aus Fußsoldaten Füße [...]
Jetzt ist dieses Bild durch Forschung präzisiert worden. Im Süden Londons hat man gerade den Fuß einer römischen Bronzefigur ausgegraben. Es wird vermutet, daß er zu einer Statue des Mars Camulos gehört, dem Haupt-, weil Kriegsgott der Remer, einer nahe Reims siedelnden belgischen Völkerschaft, der auch in Britannien verehrt wurde. Am Fuß dieser zweitausend Jahre alten Bronze fanden die Archäologen nun nicht nur, non solum, eine Sandale, was unserer Vorstellung vom Idol der Fußsoldaten noch entspricht, sondern auch, sed etiam: eine Socke.
Wie deutsche Urlauber [...]
Die britischen Archäologen zeigen sich peinlich berührt. Was bleibt jetzt noch von Nietzsches nacktfüßig tanzenden Griechen, wenn man sie sich wie deutsche Urlauber auf Kreta vorstellen muß? [...]
Und wir rätseln nicht mehr, was die Legionen des Varus in den Sümpfen um Bielefeld so behinderte, daß sie allesamt einsanken im Schlamm des Teutoburger Waldes. Nachts aber trockneten sie ihre aufgeriebenen Socken an den Bäumen und tranken Feuerzangenbowle dazu.
[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. 09. 2003]

Indische Witwen haben es schwer
Missionsfest in der Kirchengemeinde Sparrieshoop [...]
Interessante Erlebnisberichte aus Indien hörten die Gäste der Kirchengemeinde in Klein Offenseth-Sparrieshoop beim großen Missionsfest am vergangenen Sonntag [...]
Die 44-jährige Inderin Christodani Nayko, die staatlich angestellte Lehrerin ist, berichtete von ihrer Arbeit. In ihrer Freizeit hilft sie seit 1995 in einem Witwenheim. "Es freut mich, dass Gott mich gebraucht, anderen zu helfen." [...]
Der Indienreferent des Nordelbischen Missionszentrums in Hamburg, Eberhard von der Heyde, machte die Gäste darauf aufmerksam, dass Christodani Nayko barfuß referierte. "Man legt in Indien die Schuhe ab, bevor man den Altarraum betritt", erklärte von der Heyde [...]
[Elmshorner Nachrichten, 02. 09. 2003]

Der Albtraum vom leeren Kino
Pünktlich zur Halbzeit überrascht das Filmfestival von Venedig mit einem Höhepunkt: "The Dreamers" von Bernardo Bertolucci [...]
Der ungewöhnlichste Beitrag auf den 60. Filmfestspielen von Venedig steht schon fest: Er heißt "Goodbye Dragon-Inn", kommt aus Taiwan - und spielt ausschließlich im Kino. In einem ziemlich großen, ziemlich leeren Kino, in dem zum letzten Mal ein Klassiker gespielt wird, bevor das Haus für immer schließt. Man schaut fast ausschließlich in den Kinosaal, stört sich an mit Chipstüten raschelnden Gästen und Beinen, die barfuß über Sesseln baumeln [...]
Hier macht sich das Kino nicht nur selbst zum Thema; es malt sich auch seine größtmögliche Angstvorstellung aus, das Ende aller Vorführungen. DVDs und Videopiraterie treiben die Leute aus den Kinos. Digital-Abspielungen könnten schon bald konventionelle Projektionen überflüssig machen und damit auch herkömmliche Kinos und große Premieren auf einem Filmfestival.
Aber noch kann Venedig ganz beruhigt sein. Die Säle sind zum Platzen voll. Chips werden gar nicht erst verkauft; und auch die Schuhe bleiben fest geschnürt [...]
[Die Welt, 02. 09. 2003]

Barfuß ans Seil [...]
Breitbeinig steht Reinhard Lehmeier auf dem weißen Strich. Auf sein Kommando legen die Kontrahenten los. Diese weiße Linie entscheidet über Sieg oder Niederlage. Sie verrät, wer der Stärkste im Dorfe Lieme ist. Nach drei Versuchen steht fest: Die Männer der "Liemer Gruppe" haben die meisten Muckis in ihren Oberarmen. Die Menge johlt, die Sieger klopfen sich den Rasen vom Trikot.
Der Wettbewerb im Tauziehen ist der Höhepunkt des Liemer Dorffestes gewesen. 27 Meter lang und reißfeste drei Zentimeter dick ist das Sportgerät. Allerdings dürfen die Teilnehmer nur ohne Schuhe gegeneinander antreten [...]
Ein kräftiger Ruck und die Gegner, die sich den Namen "Die Märchenprinzen" gegeben hatten, sind besiegt [...]
Die Organisatoren hatten sich mehr versprochen. Die "Liemer Gruppe" hatte sich nach kurzer Überzeugungsarbeit gestern spontan zusammengefunden. Die "Prinzen" spielen sonst Dart im Liemer Krug.
Auch bei den Kids sah es düster aus. Zwei Mannschaften hatten sich zum Schluss doch noch zusammengefunden. Die "Gruppe Janina" kämpfte wie die Löwen gegen die "Liemer Zwerge". Allerdings gab es bei den Kindern nur zwei Durchgänge [...]
[Lippische Landeszeitung, 02. 09. 2003]

…bevor der Tod euch scheidet
Was ist dran an der Institution Ehe? [...]
Was ist das Geheimnis einer guten Ehe? Helmut und Loki Schmidt (beide 84, seit 61 Jahren verheiratet, er schenkt ihr noch immer täglich Blumen) wissen es. Sie sagt: "Diese alberne Frage »Wann kommst du heute abend nach Hause« habe ich nie gestellt."
Doch auch die Jüngeren glauben ans lebenslange Glück – und brauchen nicht gleich die Super-Party: Voxtours-Moderatorin Judith Adlhoch, gerade im verflixten 7. Jahr: "Wir haben uns irgendwelche hässlichen Ringe und eine Elvis-Cassette aus dem Supermarkt besorgt und im Morgengrauen in einer Drive-in-Chapel in Las Vegas geheiratet. Barfuß, schmutzig, völlig übermüdet und unglaublich glücklich." [...]
[Express-Köln, 03. 09. 2003]

Vater Kneipp wäre sicher hellauf begeistert
Barfußpfad verboten: Beuren macht aus der Not eines Behörden-Verbots eine Gesundheits-Tugend für Fans von Wasser-Anwendungen
BEUREN. "Die Leute auf dem Lande gehen viel barfuß und beneiden nicht den reichsten Städter um seine vornehmen, ausgeschnittenen oder nicht ausgeschnittenen, lackierten oder geschnürten Fußfoltern": Für Pfarrer Sebastian Kneipp, der vor mehr als hundert Jahren die Wasserheilkunde wieder entdeckte und damit der Menschheit einen Schatz schenkte, dessen Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann (zumal in Zeiten, in denen die Gesundheitskosten ins Unermessliche steigen), stand schon im 19. Jahrhundert fest, dass "das wichtigste Abhärtungsmittel für den Körper das Barfußgehen ist". Denn: "Es gibt kein kräftigeres Mittel, die Nerven zu stärken und widerstandsfähig zu machen." Allerdings: Im Deutschland von heute in einer öffentlichen Einrichtung barfuß gehen zu können - das ist kein allzu leichtes Unterfangen.
JÜRGEN GERRMANN
Zumindest, wenn es dafür einen offiziellen "Barfußpfad" geben soll. Dann setzen sich nämlich die Mühlen der Bürokratie in Bewegung, und die mahlen mindestens ebenso langsam wie die des lieben Gottes, und zumeist sogar noch wesentlich gründlicher. So gründlich, dass am Ende nichts mehr übrig bleibt.
Erfahrungen, die in diese Richtung tendieren, musste vor kurzem die Gemeinde Beuren machen. Und das kam so:
Bürgermeister Erich Hartmann, der zugleich auch Kurdirektor ist, weiß genau, dass Stillstand Rückschritt ist [...] Innovationen sind auch hier gefragt. Und die Beurener haben die letzten Jahre zweifelsohne ein ganz hervorragendes Näschen dafür gehabt.
Die neueste Idee: eine Kneipp-Anlage vom Feinsten. Das Wassertretbecken dafür ist schon fertig. Aber da hat es beim Treten kein Bewenden, sondern man kann auch (je nach Lust und Laune) entweder eine Luftsprudel-Massage für die Waden zuschalten oder sich durch einen harten Wasserstrahl von unten die Fußsohlen ordentlich durchwalken lassen. Das Herz eines jeden eingefleischten Kneippianers wird da schon beim Lesen dieser Zeilen höher schlagen.
Doch Hartmann wollte da noch eins draufsetzen: Ein Barfußpfad sollte sich durch die Wiese neben dem Becken schlängeln, weiche und harte Materialien sollten die Sohlen abhärten und den Körper durch diese "Reflexzonen-Massage en passant" stärken.
Man hatte sich schon mit Medizinern in Verbindung gesetzt, um zu ergründen, welche Dinge sich am besten dafür eigneten: Mit Schotter und runden Hölzern könnte man zum Beispiel die Fußmuskulatur fordern und fördern, durch schwammartiges Material zugleich Partien, die im Schuh normalerweise gar nicht mehr benutzt werden und dadurch zu verkümmern drohen, verstärkt betätigen lassen und trainieren.
Zu einer detaillierten Diskussion über die Materialien kam es freilich gar nicht mehr. Es kam nämlich statt dessen das Veto des dem Landkreis Esslingen zugeordneten Gesundheitsamtes, das unter Verweis auf die Hygiene die Beurener jäh aus ihrem Traum vom Barfuß-Paradies vertrieb.
Nun, das mutet (nicht nur) Erich Hartmann einigermaßen verwunderlich an. Der musste nämlich zur Kenntnis nehmen, dass die Barfuß-Idee im Eugen-Keidel-Bad in Freiburg vor kurzem umgesetzt wurde. Und das Solemar in Bad Dürrheim wirbt für seine "Schwarzwald-Sauna" unter anderem mit diesen Worten bei potenziellen Badegästen: "Ein Barfuß-Erlebnisgang bietet Ihnen eine optimale Fußreflexzonenmassage und damit die Sensibilisierung Ihrer Nerven."
Auch wenn es Otto Normalverbraucher schon auf die Nerven gehen könnte, wenn ein Gesundheitsamt (das in Esslingen) just das verbietet, was andere (in den Kreisen Freiburg und Schwarzwald-Baar) offenkundig abgesegnet haben, so behält Beurens Kurdirektor dieselben.
Sinngemäß könnte man seine Devise so umschreiben: "Nicht lang hadern, nicht mit der Bürokratie lang rumstreiten, was Positives draus machen!"
Und wenn man sieht, was zurzeit im Entstehen ist und schon bald vollends in Betrieb gehen kann, bleibt einem kaum was anderes übrig, als von einer "Traumlandschaft für Kneipp-Freunde" zu sprechen.
Die Eismaschine spuckt schon die weißen Flocken aus, mit denen man sich einreiben und dadurch der Durchblutung Impulse geben kann. Schon in einigen Tagen sind dann kalte und warme Fußbäder möglich, vermag man je nach Gusto kalten oder warmen Regen auf sich niederrieseln oder -prasseln zu lassen oder sich bei einem Armbad zu erfrischen. Wasserschläuche für Güsse sind ebenso vorhanden. Neben den Liegen (die ebenso beheizt sein werden wie die Sitze bei den Fußbädern) ist noch eine Ecke frei, für die im Gespräch mit den Badeärzten noch eine Nutzung gesucht wird. Der Bürgermeister und Kurdirektor könnte sich Trimm-Fahrräder oder Ähnliches vorstellen, um durch leichte Bewegungen die Motorik zu fördern.
Aber egal, was kommt: Die Beurener "Kneipp-Ecke" wird keinen Vergleich zu scheuen brauchen [...] "Vater Kneipp" wäre sicher hellauf begeistert. Höchstens würde er noch diesen seinen Satz aus dem Jahr 1890 hinzufügen: "Freilich, wo die Verweichlichung die Herrschaft übt, da wird das Barfußgehen für unanständig und ungesund erklärt."
[Nürtinger Zeitung, 03. 09. 2003]

Spendenlauf: Finale rund um die Uhr [...]
Ralf Dietrich bricht auf zur letzten großen Etappe seines 725-Kilometer-Spendenlaufs durch die Unnaer Fußgängerzone.
Dietrich sammelt Spenden für Kinder, die an der seltenen Knochenmarks-Erkrankung "Fanconi Anämie" leiden. Eine Tochter hat er selber bereits durch diese Krankheit verloren, auch die zweite Tochter, Valeska, ist daran erkrankt [...]
Ralf Dietrich ist bereits 600 Kilometer gelaufen. An diesem Wochenende sollen 124 weitere dazu kommen, den letzten Kilometer spart er sich für einen Lauf mit Prominenten auf. Auch während des Stadtfestes ist Dietrich nicht allein unterwegs. Mit ihm läuft sein Freund Joachim Dietl, der die Strecke barfuß bezwingen will. Die Läufer werden rund um die Uhr unterwegs sein. "Mitläufer" sind herzlich willkommen [...]
[WAZ, 04. 09. 2003]

55. Kreisschulsportfest in Geesthacht: Die Träume von den besten Plätzen [...]
Kein Blut, keine Tränen, aber eine Menge Schweiß floss beim 55. Kreisschulsportfest in Geesthacht. Es ging um nichts geringeres als die selbst gesteckten großen Ziele - und die Ehre der Schule [...]
Henning ist sauer: "Wo hab' ich meine Schuhe bloß gelassen?" Samantha Falk von der Realschule Büchen hat sie jedenfalls nicht. Sie läuft die 100 Meter barfuß, nicht in der Tradition der berühmten Zola Butt aus Kenia, sondern wegen ihres Knies, wie sie erklärt [...]
Sieger bei den Realschulen wurde Büchen vor der Ernst-Barlach-Realschule aus der Kreisstadt [...]
[Kieler Nachrichten, 04. 09. 2003]
Diesseits von Kiel kommt Zola Budd (!) doch eher aus Südafrika als auch Kenia – so ist das eben mit den Vergleichen, wenn man sich nicht so genau auskennt und auch nicht nachgesehen hat ... Samantha hat jedenfalls barfuß laufend ihrer Schule zum Sieg (mit-) verholfen.

Delta Goodrem aus Australien
Der weibliche Elton! [...]
«Innocent Eyes» (Sony Music) heisst das Debüt-Album der australischen Sängerin, Komponistin und Pianistin Delta Goodrem. Merkt euch den Namen dieser süssen 19-Jährigen!
«Innocent Eyes», unschuldige Augen sind tatsächlich ein Merkmal der aufgestellten Schönheit, die in ihrer Heimat alle Rekorde brach. Aber das ist beileibe nicht das Einzige, was Delta zu bieten hat. Kürzlich stattete sie Zürich einen Besuch ab, um ihre CD vorzustellen. Keck und selbstbewusst setzte sie sich in der Zürcher Widder Bar an den Flügel, streifte ihre Pumps ab und spielte in bester Elton-John-Manier die eigenen Songs von der CD [...]
Wieso spielt sie barfuss Klavier? Delta schmunzelt. «So bin ich ganz direkt mit dem Klavier verbunden.» [...]
[Blick Online, 04. 09. 2003]

Nimm die Tüte und renn [...]
Na schön, dann war sie eben ein Erfolg, die IFA 2003. Die Händler haben brav geordert [...]
Am besten in Szene gesetzt bei CAT, wo silberne Gerätschaften im Schummerlicht matt glänzten und man vor lauter Bambuswald die zierlichen Frauenzimmer in roten Chinakleidchen glatt übersah. Nur schade, dass sie nicht barfuss im Sägemehl aufwarteten, sondern Schuhe anhatten - es gab da nämlich einen sandigen Stand, den nur Händler betreten durften, und da wurde man von einer barfüßigen Hostess mit Lockenmähne begrüßt [...]
[Telepolis, 06. 09. 2003]

Barfuß über Stock und Stein
Zehn Jahre "Erfahrungsfeld der Sinne" im Schlosspark Freudenberg [...]
Die Künstlergruppe "Natur und Kunst" mit ihrem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens feiert ein Geburtstagsfest. Vor zehn Jahren ist die Gruppe in das verfallene Schloss Freudenberg inmitten des verwilderten Parks eingezogen. Sie hatten das ehrgeizige Ziel das Schloss und den Park durch Kunst zu heilen. So lautet auch das Motto: Sanierung ist Heilung durch Kunst.
Im weitläufigen Park gehen heute Kinder und Erwachsene barfuß über Stock und Stein, eine Gruppe Jugendlicher lernt unter Anleitung, wie man mit Feuersteinen Funken schlägt und mit Hilfe eines Zunders Feuer entfacht. Oder ein Lehrerkollegium lauscht den Klängen einer Windharfe.
Im Schloss selbst herrscht reges Treiben, Besucherinnen und Besucher kommen, um Sinne und Denken zu entfalten. Bis zu 500 Gäste werden täglich auf den Freudenberg verzeichnet, die ihre Sinne schulen wollen. [...]
Pünktlich zum Jubiläum ist der neue Schlossprospekt erschienen, der über alle Aktivitäten des Vereins informiert. "Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben," wird dort Albert Einstein zitiert, der bereits in den 30-er Jahren von der Idee des Erfahrungsfelds begeistert war. Hugo Kükelhaus, der Vater der Idee, hatte seine Vision bei einem Zusammentreffen mit Albert Einstein in Berlin vorgestellt.
Kükelhaus wünschte sich eine "bleibende Stätte der Wahrnehmung" für alle 28 Sinne. Auf dem Freudenberg wurde dieser Wunsch Wirklichkeit [...]
[Rhein Main Presse, 08. 09. 2003]
Von dieser Einrichtung war vor kurzer Zeit auch im Forum die Rede.


"Robberts Huus' mutiert zum Jazzkeller: Publikum begeistert
Formation "Les Privatiers" zum ersten Mal öffentlich aufgetreten [...]
Auf den Auftritt der Stones in Hannover warteten die Fans eine gute halbe Stunde. Gut, die Stones kann man auch nicht wirklich mit einer Jazzband vergleichen. So ließen "Les Privatiers' ihr Publikum gar 40 Minuten auf den Auftritt warten, doch diese Wartezeit hatte sich gelohnt. Mit ihrem ersten Konzert landete die fünfköpfige Gruppe gleich einen Volltreffer, verwandelte das sonst eher beschauliche "Robberts Huus' in einen Jazzkeller wie man ihn sonst nur von Großstädten her kennt [...]
Seit rund einem Jahr spielen die erfahrenen Musiker von "Les Privatiers' in dieser Formation zusammen. Sie verstehen sich selber als Improvisationsensemble, und das kommt auch in ihren Stücken schnell zur Geltung [...]
Leider stimmte die Abmischung der einzelnen Instrumente von der Lautstärke her nicht immer, ging der Gesang der barfuss singenden und tanzenden Andrea Biermann mitunter etwas verloren. Der Stimmung in "Robberts Huus' tat dies keinen Abbruch [...]
[Bremer Nachrichten, 08. 09. 2003]

Kerbgespenst, Fackelzug und Feierstimmung [...]
BIEBERGEMÜND (lü). "Sie laufe barfuß auf de Gass erum un kaue Schewwinggum", heißt es im Wirtheimer Kerblied, das auch Pfarrer Karl-Peter Aul am Samstag im Kerbzelt lauthals mitsang [...]
Zusammen mit den Kerbmusikanten wurde das Kerblied angestimmt, das zwar jeder mitsingen kann, doch niemand weiß, wer diesen aussagekräftigen Text einst verfasst hat [...]
[Gelnhäuser Tageblatt, 09. 09. 2003]
"Sie laufe barfuß auf de Gass erum un kaue Schewwinggum" - doch niemand weiß, wer diesen aussagekräftigen Text einst verfasst hat ... Wie außerordentlich schade, dass die Urheberfrage nicht zu klären ist. Das wäre doch der Song fürs Forum :-))))))))))))))))))))))

Barfuß über Feuer, Stein und Eis
Johann Sanktjohanser und sein Jubiläum
Garmisch-Partenkirchen - Eine Elefantenhaut an den Füßen hat er nicht. Auch wenn das mancher glauben möchte. Denn Johann Sanktjohanser läuft barfuß dorthin, wo viele nur mit Seilbahn und schwerem Bergschuh hinkommen, auf die Zugspitze - und das bereits zum 200. Mal.
Genau genommen unterscheiden sich seine Füße nicht von anderen, sind ganz normal. Inspiriert wurde der heute 70-Jährige von einer südafrikanischen Cross-Läuferin, die all ihren Konkurrentinnen davonlief, obwohl sie kein Schuhwerk trug. "Ich hatte am Anfang schon Angst", in etwas hineinzutreten, erinnert sich Sanktjohanser. Er lief zuerst meistens in Richtung Kochelbergalm - im Ort noch mit Schuhen, außerhalb ohne. "Ich hab` sie dann versteckt, damit es keiner sieht." Eine Woche später, im Jahre 1988, wagte er sich dann in Begleitung an Deutschlands höchsten Berg. Stöcke, Verbandszeug und Schuhe für den Notfall waren natürlich auch dabei.
Für seinen diesjährigen Jubiläumslauf, der insgesamt 6,5 Stunden dauerte, hat sich der ehemalige Kraftfahrer zusätzlich noch etwas Besonderes ausgedacht. Bis zur Bockhütte meisterte er den Weg rückwärts in Sandalen. Eine Idee, die er ebenfalls zuerst im Fernsehen sah. Für die Muskulatur sei das eine Umstellung gewesen. "Es war ganz schön mühsam", erzählt der Garmisch-Partenkirchner. Insgesamt habe er heuer rund 100 Kilometer auf diese Art bewältigt.
Hingegen eher problemlos empfand Sanktjohanser seinen ersten Lauf über glühende Holzkohle. "Da war ich selbst erstaunt", sagt der zweifache Familienvater. "Ich bin auch schon von einem Hocker auf Glasscherben gehüpft." Dies alles diene der Abhärtung, aber ein Reiz sei für ihn auch dabei. So steht hinter der Wohnzimmertür ein selbstgebasteltes Nagelbrett, auf das er hin und wieder steigt. Und für ein Eisbad sei auch alles im Gefrierfach parat - für einen Barfußläufer sei das fast alles Pflichtprogramm. Ebenso wie das Ohne-Schuhe-Laufen im Winter. Frischer Schnee und um die Null Grad - "das ist für mich ein Highlight."
Doch für einen so passionierten Barfüßler sind Schuhe und vor allem Socken reiner Zwang. "Ich bin froh, wenn ich sie wieder ausziehen kann", gesteht Sanktjohanser. Außer beim Motorradfahren. Aber das sei auch fast die einzige Ausnahme.
Veronika Schandl
[Murnauer Tagblatt, 09. 09. 2003]
Ich komme auch ohne das "Pflichtprogramm" von Johann ganz gut zurecht - im übrigen: Respekt!

Heine lässt Frust freien Lauf
B-Junioren des LSK unterliegen St. Pauli 1:2 durch Tor in letzter Minute [...]
Wer ein Spiel durch ein Tor in der letzten Minute verliert, der spricht gern von Pech, einer unverdienten Niederlage oder hadert mit Gott und der Welt. Frank Heine ist da anders. Der Coach der B-Juniorenfußballer des Lüneburger SK war nach dem 1:2 (1:1) in der Regionalliga gegen den FC St. Pauli vollkommen aufgebracht, was aber ausschließlich an seinen Spielern lag [...]
Und erst einmal in Fahrt, schimpfte Heine weiter: "Da war kein Zweikampfverhalten, sie haben teilweise gespielt wie Freizeitkicker. Sie denken, sie sind die Größten, wollen Klamotten und Schuhe umsonst. Sie sollten mal lieber barfuß auf dem Schulhof spielen." [...]
[Landeszeitung (Lüneburg), 09. 03. 2003]
Wird nichts schaden, ich empfehle aber die Nutzung der angrenzenden Wiese!

Durchboxen zur Modefront
Silke Stuck
Ich habe den Anderthalb-Minuten-Kampf von Klitschko gesehen, ich habe auch die Schlappe von Stefan Raab gegen Regina Halmich verfolgt, ich schlage mich eigentlich selten, und ich weiß daher nicht wirklich, warum ich in diesem Herbst unbedingt Boxerschuhe tragen muss. Oder warum ich sie mir an anderen Füßen anschauen muss. Aber sie sind jetzt in.
Diese Stiefel haben so gut wie keine Sohle, manchmal dafür Pfennigabsätze, aber sie haben ungefähr fünf Meter lange Schnürsenkel, die man durch bis zu 37 Löcher fisseln muss, um oben eine einigermaßen anständige Schleife hinzubekommen. Wer die Dinger trägt, fühlt sich an der Sohle fast barfuß und an den Waden komplett zugeschnürt. Und der muss vor allem zwischen 100 und 500 Euro berappen, um sich nach ganz vorne an die Modefront durchzuboxen [...]
Ausdauer ist gefragt - und Leichtfüßigkeit, Reaktionsschnelligkeit und Schlagkraft. Keine Doc Martens mit Metallkappen mehr, die wir dem Gegner plump auf die Nase drücken, keine Pumps mit entmannenden Spitzen - was jetzt kommt, ist echter, anspruchsvoller Sport: Ausweichen, Antäuschen - und irgendwann: die linke Gerade.
[Berliner Zeitung, 10. 09. 2003]
Boxerschuhe, fast wie barfuß? Uaaaaahhhhhhhh ...

Blind, aber mit viel Gefühl
Waldjugend bietet bei Exkursion ein Tasterlebnis pur - Kinder begeistert [...]
Für 25 Buben und Mädchen begann das zweistündige Programm mit einem "Raupenspiel". Martin Gottsche führte die Kinder und Jugendlichen, die Augenbinden trugen und barfuß waren, langsam durch den Wald.
Nur über die empfindlichen Fußsohlen nahmen sie die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit wahr: Nadeln, Moos, kleine Zweige, leichten Morast, Zapfen, Beerenkraut, Gras. Bei diesem Tasterlebnis assistierten [...] die Gruppenführer der Waldjugend.
Danach sollte sich die quirlige Schar in Eichhörnchen hineindenken, die Vorräte für den Winter anlegen. Es galt mehrmals je zwei Eicheln zu verstecken und diese anschließend in gewissen Zeitabständen wieder zu finden.
Interessant gestaltete sich eine Partnerübung, bei der sich die Teilnehmer abwechselnd mit verbundenen Augen an einen Baum führten, dessen Rindenbeschaffenheit zu fühlen und zu ertasten war. Anschließend musste dieser Baum ohne Augenbinde nur durch Abtasten wieder gefunden werden [...]
Das Vorhaben der Waldjugend, Kinder und Jugendliche weg vom Computer und wenigstens versuchsweise zurück zur Natur zu bringen, ist bestens gelungen [...]
[Der Neue Tag, 10. 09. 2003]

Auch im September stand wieder soviel in den Zeitungen,
dass es eine zweite Site der Presseschau gibt.
 


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