Barfuß - Pressespiegel von August 2003 (1.Teil) 

Allerlei vant Blootfotlopen
Wat dat nich allens gifft! Otto kickt ton Wäkenend girn mal up de Kinnersiet van sien NWZ. Un dor keem he jo letzten Sönnabend ut Staunen gor nich rut.
"Zieh doch mal die Schuhe aus", so heede een Thema. Un dor wurd allerlei vant Blootfootlopen vertellt. Is jo vondagen besünners för Stadtkinner meist ungewöhnlich, wenn se ohn Scho lopen doot, van utwussen Minschen ganz to schwiegen. Dat weer Otto woll klor. Man dat dat nu al "Barfuß-Parks" gifft, dor harr he noch nie wat van hört.
Dat is'n feine Saak. Mal ganz afgesehn dorvan, dat de Fööt sik dorna lengt, mal ruttokamen ut de stickigen Scho ut Gummi, Läer oder Stoff; In de Footsalen hett de Minsch jo mennig Sinneszellen. Un de kamt denn in son Barfuß-Park fein to ehr Recht. Dor kann een Strecken aflopen mit Schlick, mit Sand, mit Steenen, mit Mulch, mit Holt, mit Gras un natürlich mit Water.
"Kohschiet hebbt se vergäten", smuster Otto. He hört to een Generation, för de Blootfootlopen nix mehr mit Armut to don harr. Blootfootlopen, dat bedüdde Sömmer, Ferien, Freeheit. De Freeheit, bi Opa över de Weiden to strumpeln, un denn ok woll mal in Kohschiet to pedden. Aver dat makde nix. Rin mit de Fööt in de Bääk, dat weer't!
Blootfootlopen, dat hört nu noch to Ottos Sömmerfreiden. Wo ümmer Gelegenheit is, treckt he Scho un Strümp ut. Un bi een Rast an Schlootkant is he de Eerste, de de Fööt in Water hett.
Doch noch niemals hett een Doktor em seggen müsst, dat Lopen mit nakelde Fööt goot för den Kreislauf is. Dat hett he sotoseggen van de Pieke up lirnt. Piekst hett dat faken denn ok ganz asig. Bi't Blootfootlopen över de Stoppeln ton Bispill. Dat hörde för Otto un sien Kumpels to de Mootproven in de Schooltiet.
Wenn Otto vondagen beschrieven schall, wat Lopen ohn Scho un Strümp för em bedüden deit, denn klingt dat so: "Blootfootlopen makt Pleseer, is gesund, kost nix un bringt een moi Stück Kinnertiet torüch."
[Nordwest Zeitung, 01. 08. 2003]
Schöner Text auf platt, oder?


Mit Flip-Flops am Steuer: Wehe, es passiert was
Bei einem Unfall mit den Modeschuhen droht sogar der Führerscheinentzug
Claudia K. (25) aus Ratingen fühlte sich wie im falschen Film. Mit ihrem blauen Toyota geriet sie in eine Verkehrskontrolle. Am Fahrzeug war alles in Ordnung, die Papiere hatte sie auch dabei. Trotzdem sollte sie 40 Euro Bußgeld zahlen.
Der Grund: Sie war mit Flip-Flops unterwegs. Den trendigen Badelatschen, die zurzeit vor allem zarte Damenfüße zieren. Dünne Gummisohle, kleines Bändchen und viel Luft. Zu viel für die Ordnungshüter…
Flip-Flop-Alarm! Wer mit diesen Schuhen einen Unfall baut, riskiert sogar den Führerscheinentzug. ADAC-Experte Markus Schäpe zum EXPRESS: "Berufen kann sich die Polizei auf den Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung. Die regelt die so genannten sonstigen Pflichten des Fahrzeugführers. Darunter fällt auch angemessenes Schuhwerk."
Wenn man etwa mit rutschigen Schlappen, klobigen Skistiefeln (Schäpe: "Auch so was hat's schon gegeben!") oder barfuß am Steuer erwischt werde, könne das als Ordnungswidrigkeit angesehen werden. Strafe:35 Euro. Wenn es zu einem Unfall kommt, sogar 50 Euro und drei Punkte in Flensburg. Bei einem Unfall mit Personenschaden drohen Führerscheinentzug und ein Strafverfahren.
Die Polizeidienststellen im Rheinland kennen das Problem. Der Kölner Polizeisprecher [...] "Der Beamte könnte im Ernstfall ein Verwarngeld aussprechen, die Weiterfahrt untersagen." [...] Bonn: "Uns ist kein konkreter Fall bekannt. Aber wenn es zu einem Unfall kommt, schreiben wir es auf jeden Fall ins Protokoll." [...]
Schäpe: "Beim Autofahren geht's halt nicht um Etikette, sondern um die Sicherheit." Claudia K. hat das Bußgeld übrigens nicht gezahlt. "Eine Frechheit. Ich warte, bis ich einen Anzeige zugeschickt bekomme." Bisher hatte sie nichts in der Post …
[Express-Köln, 01. 08. 2003]
Einer von vielen Pressefunden zu dem auch im Forum heißdiskutierten Thema.
Ergänzend hier noch ein Pressartikel aus der Schweiz:

Trendig, aber auch gefährlich [...]
Frauenfeld - Immer mehr Hitzegeplagte steigen auf Flip-Flops, auf die luftigen, modischen Sommerschuhe um. Der Trend aus den Siebzigern erlebt eine enorme Renaissance, auch im Thurgau sind an vielen Füssen die Flip-Flops zu beobachten. Der Grund ist klar: Die Schuhe sind «lässig» und bequem, sodass man gar nicht mehr daran denkt sie auszuziehen. Die Folge? Man setzt sich damit unbeschwert ans Steuer. Aber die angenehme Fussfreiheit ist nicht ohne Gefahr, wie Experten bestätigen: «In einem Sekundenbruchteil verliert man die Kontrolle über das Fahrzeug, wenn man mit diesen Schlarpen vom Pedal abrutscht», warnt beispielsweise Stefan Müller, der Pressesprecher des Touringclubs der Schweiz (TCS). Das Gefühl, mit losen, meist glatt besohlten Tretern die Pedalen zu drücken, sei generell ganz anders als mit festem Schuhwerk. «Nicht einmal Filzpantoffeln geben genug Halt», meint Müller.
Vor allem bei längeren Fahrten können nach seinen Angaben Flip-Flops und ähnliches Schuhwerk zum Problem werden, da sie oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr richtig am Fuss halten. Man müsse anschliessend mit blindem Herumhantieren den Schuh wieder zurechtrücken, damit er sich nicht zwischen den Pedalen verheddere. «Eine dadurch verzögerte Reaktion kann schnell zu einem Unfall führen», weiss Stefan Müller.
Keine klare Regelung
Einen Gesetzesartikel, der das Auto- und Motorradfahren mit solchen Schuhen explizit verbietet, gibt es in der Schweiz allerdings nicht. Anwendbar wäre gemäss Kantonspolizei Thurgau höchstens der Arikel 31 aus dem Strassenverkehrsgesetz zum Beherrschen des Fahrzeugs: «Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommt. (...) Er hat dafür zu sorgen, dass er weder durch Ladung, noch auf andere Weise behindert wird.» Daraus könne man schliessen, dass man im Interesse der Verkehrssicherheit Schuhe anzieht, die sicher sind.
Die Kantonspolizei Thurgau setzt in der Praxis aber auf die Eigenverantwortung und den gesunden Menschenverstand von Fahrzeuglenkerinnen- und -lenkern [...]
Barfuss fahren keine Lösung
Wer gerne die Schuhe ganz weglässt und barfuss aufs Gas drückt, ist jedoch ebenfalls nicht sicherer unterwegs. Stefan Müller vom TCS rät ab: «Barfuss kann man im Falle einer Notbremsung den erforderlichen Druck nicht an die Pedale weiterleiten.» Dazu komme, dass man im Sommer auch ohne Schuhe an den Füssen schwitze und ebenfalls vom Pedal abrutschen könne. [...]
[Thurgauer Zeitung, 04. 08. 2003

Zeitreise ins Mittelalter
Dem Mittelalter begegnen Besucher des Fleckens Bad Bodenteich auf Schritt und Tritt. Nicht weil der 3500 Einwohner zählende Kneipp-Kurort die Zeichen der Zeit verschlafen hat. Im Gegenteil: Bad Bodenteich im Landkreis Uelzen hat sich einfach nur seiner Ursprünge erinnert und diese zum Programm gemacht. Zentrum des Geschehens sind die Reste der Wasserburg des Ritters von Bodendike [...] der kleine Ort zwischen Wittingen und Uelzen liefert Geschichte zum Anfassen. Und die ist dort nachweislich mehr als tausend Jahre alt.
[...] zeigt auf den alten Waschplatz direkt am Flüßchen "Aue". Genau dort beginnt auch der "Vierhundert-Wasser-Barfußpfad", ein mit verschiedensten Untergründen versehener Weg, der direkt am und durch den kleinen Fluß "Aue" führt. Wie der Name schon sagt, der Weg soll barfuß erlaufen werden und so deutlich machen, wie Menschen früher ohne Schuhwerk über Kies, Lehm oder Moor gelaufen sind und Flüsse durch flache Furten überquerten. Gleichzeitig erzählen auf dem Pfad Schautafeln aus der Geschichte des Gesundheitswesens. [...]
[Landeszeitung (Lüneburg), 02. 08. 2003]

Bremens neuer Beach Club
Die Füße im Sand verbuddelt, den Cocktail in der Hand. Szenegastrom Björn Schwamborn (Paulaner's, Bolero) hat den richtigen Riecher bewiesen, auch in Bremen Strandfeeling mitten in die City zu zaubern. Am Sonnabend eröffnete auf dem Teerhof der Bolero Bremen City Beach Club. Mit Palmen, Oliven- und Orangenbäumen sowie 30 Tonnen Weserkurvensand mit kleinen Muschelstücken ist eine entspannte Atmosphäre geschaffen worden, die ein gut gemischtes Publikum anlockte. Hier läuft man am besten barfuß und entspannt sich beim Blick über die Weser. [...] Bis zu 500 Sonnenhungrige finden Platz. [...]
[Die Welt, 04. 08. 2003]

Mit oder ohne Wanderschuhe
Die «Quer»-Wanderung vom 1. August führte von der Wolzenalp nach Nesslau [...]
Die Seilbahn von Krummenau auf die Wolzenalp muss an diesem 1. August einiges leisten, obwohl der Sturm vor zwei Wochen einige ihrer Sessel beschädigt hat. Knapp 80 Wanderer wandern nicht - wie ihr Name erwarten liesse - auf die Wolzenalp, sondern lassen sich vom Sessellift bequem in die Höhe tragen.
Und auch in der Höhe angekommen, geht es für die «Quer»-Wanderinnen und -Wanderer nicht allzu streng weiter. Die einen barfuss, die anderen mit schweren Schuhen, gehen sie über den weichen Boden des Hochmoors im Rietbach. Die Barfüssigen treten mit kindlicher Freude möglichst tief in die feuchte Torferde, die Beschuhten meiden die nassen Stellen - ängstlich darum bemüht, ihre Füsse trocken zu halten. In einer kurzen Pause haben die Barfussgänger ihre Füsse gewaschen, getrocknet und die Wanderschuhe wieder angezogen. [...]
[St. Galler Tagblatt, 04. 08. 2003]

Ganz allein im Wattenmeer [...]
Trischen - Steffen Oppel macht sich gut als Robinson. Die blonden Locken sind leicht verfilzt. Die Haut hat die Inselsonne braun gebrannt. Und Schuhe hat der Trischener Vogelwart seit Wochen nicht mehr an den Füßen gehabt. Denn durch Sand und Gestrüpp streift der 27-Jährige stets barfuß.
Seit März lebt der diplomierte Landschafts-Ökologe im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) allein auf dem streng geschützten Eiland vor Friedrichskoog, bis Oktober wird er vor Ort sein. Gesellschaft leisten ihm nur Salzwiesen, Dünen, Gras und Zehntausende Vögel. Kein Nordsee-Urlauber darf an Land. Denn Trischen ist das naturbelassenste Stück Schleswig-Holstein - die Nationalpark-Insel im Wattenmeer ist einer der wenigen Flecken in Deutschland, auf denen der Mensch die Natur nicht stören darf. [...]
[Hamburger Abendblatt, 04. 08. 2003]

Auf den Spuren von Federer [...]
Mini-Tennis entspricht nicht der Tradition. Gespielt wird unkonventionell - barfuss und auf Rasen. 90 Teilnehmer erlebten die attraktive Spielform in der Reider Badi - aktiv in Badehosen und fernab von Sandplätzen und Hallen [...]
Alles ist bereit. Der Schiedsrichter hat es sich auf seinem Sitz, der komfortabel mit einem Sonnenschirm ausgestattet ist, in luftiger Höhe gemütlich gemacht. Die Partie verfolgt er aus einer Position, welche es ihm ermöglicht, intensive Ballwechsel mit wachsamen Augen zu verfolgen und knifflige Entscheidungen - landet der Ball im Feld oder knapp ausserhalb - aus der Vogelperspektive zu treffen. Auf dem Spielfeld stehen sich die beiden Kontrahenten barfuss und in Badehosen gegenüber - Kleidervorschriften gibt es nur in Wimbledon. Dafür wird wie in Wimbledon auf Rasen gespielt. Dass dieser nicht ganz so kurz geschnitten ist, fördert die Attraktivität des Spiels - Unebenheiten des Terrains verleiten den Ball zu unvorhersehbaren Sprüngen, welche die Akteure zu artistischen Einlagen zwingt.
Darum bevorzugen einige gewiefte Spieler die Taktik, den Ball - vor dem Aufprall auf dem Grün - direkt aus der Luft ins gegnerische Feld zurückzuspedieren [...]
Zum dritten Mal bietet der Schweizerische Tennisverband (Swiss Tennis) in Zusammenarbeit mit den Tennisclubs aus Reiden und Zofingen interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Gelegenheit, in der Badi an einem Mini-Tennis-Turnier teilzunehmen - fernab von Sandplätzen und Hallen. Das Spielobjekt ist keine harte Filzkugel, sondern ein weicher Softball, das Racket kürzer und leichter als ein üblicher Tennisschläger und das Spielfeld (10 mal 5 Meter) sehr klein. Gefragt sind also nicht in erster Linie Schlagkraft und Ausdauervermögen, sondern Präzision und Reaktionsvermögen [...]
[Zofinger Tagblatt, 05. 08. 2003]

"Was krank ist, schmerzt nicht"
Walter Packi hat die weltweit erste Biokinematik-Klinik in Badenweiler eröffnet / Schmerztherapie am verursachenden Muskel [...]
Schmerz sei eine Störung der Willkürmuskulatur und unterliege der Mathematik der bewegten Mechanik, der Kinematik. Schmerztherapie sei daher die Therapie der Körpergeometrie. Deshalb erfolge bei ihm die Behandlung an Muskelrezeptoren, erklärt Walter Packi. Der Freiburger Allgemeinmediziner erwähnt, dass er seit 20 Jahren 10 000 Patienten - "die meisten waren austherapiert" - erfolgreich behandelt habe.
Schmerzen seien immer an Bewegung gekoppelt, sagt er. Zu jedem Schmerz gehöre ein funktionsgestörter Muskel. Wahrgenommen werde der Schmerz aber nur dort, wo der Körper am gesündesten ist: "Was krank ist, tut nicht weh". Deshalb sei die Therapie am Ort des Schmerzes verkehrt.
Bekanntlich schmerzt ein gebrochenes Bein nicht mehr, wenn es durch Gips ruhig gestellt ist, obwohl der Schaden noch da ist. Der Bruch selbst tut nämlich nicht weh, sondern nur die Bewegung. Deshalb sei Schmerz eine Krankheit der Bewegung, betont der Schmerztherapeut. [...]
Unfallchirurgie sei wichtig, für "unsinnig" erklärt Packi aber orthopädische Operationen, weil diese die Geometrie des Körpers verändern. Er hält auch nichts von Radfahren (Gelenkschäden), rät ab von Krafttraining - "Muskeln sollen nicht verkürzt sondern verlängert werden" - und warnt vor Dehnübungen und vor Stretching. Günstig sei jeder Sport, der mit Laufen (aber kein Walking) zu tun hat und zwar über Stock und Stein, vor-, seit- und rückwärts, barfuß oder auf leichten Sohlen und auf keinen Fall in stoßgedämpften Schuhen.
Dies kann der Patient auf dem Natur-Parcours rund um die Blauen-Klinik testen. Schmerzfrei sei er schnell, doch das Erlernen der lebenslangen Selbsttherapie dauere etwa fünf Tage, sagt Packi [...]
[Badische Zeitung, 06. 08. 2003]
Gelesen? Günstig sei jeder Sport, der mit Laufen (aber kein Walking) zu tun hat und zwar über Stock und Stein, vor-, seit- und rückwärts, barfuß oder auf leichten Sohlen und auf keinen Fall in stoßgedämpften Schuhen .... Barfußwanderer machen's richtig!

Wie viel nackte Haut ist erlaubt?
Wer bei der momentanen Hitze am Arbeitsplatz statt in der Badi sitzt, dem stellt sich morgens vor dem Kleiderschrank nur eine Frage: Wie viel Stoff muss es sein? [...]
Die Modeschöpfer haben dieses Jahr beim Entwerfen der Sommerkollektionen eine gute Nase gehabt und die heissen Temperaturen anscheinend voraussagen können: Die Röcke in den Regalen der Modehäuser sind «Mini» wie selten zuvor, die Hosen sportlich kurz, und Oberteile ohne Ärmel gibt es in vielen Varianten. Dazu kommt der «Renner» der aktuellen Schuhmode, die Flip-Flops, früher eher abschätzig «Strandschlarpen» genannt.
Doch ist die Mode, - die luftig und leicht ist, aber auch viel Haut zeigt - am Arbeitsplatz tragbar?
Die Angestellten von Mode Weber in Wil dürfen in Flip-Flops zur Arbeit erscheinen, aber damit nicht «schlarpen», wie die stellvertretende Filialleiterin [...] erklärt. [...]
Wie man sich kleide, stehe den Mitarbeitern der Raiffeisenbank Eschlikon frei [...] Sauber und anständig soll es sein. Offene Schuhe seien kein Problem, Oberteile ohne Ärmel ebenfalls nicht, und die Männer verzichten oft auf die Krawatte. Es gilt auch bei der Raiffeisenbank: Kurze Hosen trägt man nicht. [...]
Schriftliche Kleidungsvorschriften gibt es beim Münchwiler Unternehmen JohnsonDiversey keine, dafür aber «ungeschriebene Gesetze», wie Personalchef Guido Messmer erklärt. Jene Mitarbeiter beispielsweise, die in der Produktion tätig seien, müssen trotz den hohen Temperaturen so gekleidet sein, dass die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet sei. Im Aussendienst und auch in den Chefetagen sei in diesen Tagen eine gewisse «Erleichterung» erlaubt [...] Natürlich müsse das Erscheinungsbild den allgemein gültigen Normen über Anstand und Sitte entsprechen. Erst kürzlich sei beispielsweise die Frage aufgetaucht, ob «barfuss» akzeptiert werden könne, was nur schon aus rein hygienischen und teilweise auch sicherheitsbedingten Gründen nicht der Fall sei. [...]
[Thurgauer Zeitung, 06. 08. 2003]

Barfuß bei 40 Grad auf dem Drahtseil
"SZ"-MaxxiClub-Mitglied schnuppert Manegenluft - Artisten-Training bei "Flic Flac" in Saarbrücken gewonnen [...]
Noch etwas wacklig und ganz langsam wandert ein Fuß vor den anderen. Das 18 Millimeter dünne Stahlseil hängt durch und schwingt leicht mit. Jetzt hat Miriam Becker die ersten Schritte hinter sich. Dann eine hektische Bewegung. In letzter Sekunde verhindert die junge Frau den Absturz vom Hochseil. Die Balancierstange rettet die Ottweilerin. Ihre Artisten-Feuertaufe hat sie erst mal heil überstanden. [...] Die 20-jährige Studentin gewann [...] ein exklusives Artisten-Training und durfte die heißesten Nummern der neuen "Flic Flac"-Show "Unzensiert" ausprobieren. [...]
Miriam muss ran: Barfuß, denn dann ist der Kontakt zum Stahl am besten, steigt die 20-Jährige auf die Konstruktion. Der Lauf übers Hochseil fällt ihr anscheinend leicht. Profi? "Ich hab keine Höhenangst." Miriam grinst. Die braucht sie an diesem Morgen auch nicht zu haben: "Zur Sicherheit haben wir das Seil heute auf 80 Zentimeter tiefer gelegt" [...] "Das ist echt cool und macht wahnsinnig viel Spaß. Ich hätte aber nicht gedacht, dass die Stange so schwer ist." [...]
[Saarbrücker Zeitung, 07. 08. 2003]

Alles für die Füße
Barfußwandern am Hahnenkamm
Zum Wandern, so hat man gelernt, gehören Schuhe mit Profil. Auf dem Hahnenkamm bei Reutte in Tirol reicht dagegen etwas Hornhaut auf der Sohle. Dort wurde kürzlich der bisher wohl einzige alpine Barfußwanderweg eröffnet, der gestressten Großstadtquanten luftige Erholung verspricht.
Von der Bergstation der Gondelbahn geht es barfuß eine halbe Stunde über saftigen Almboden zur Höfener Alm, die auf 1500 Metern liegt. Dort kann man den Panoramablick über den Reutter Talkessel genießen [...]
Information: www.reutter-seilbahnen.at [...]
[Süddeutsche Zeitung, 08. 08. 2003]


Musik-Kabarett-Sommerfestival im Kom(m)ödchen.
Düsseldorf. Wie entsprungen aus Tausendundeiner Nacht kommt Nessi Tausendschön auf die Bühne des Kom(m)ödchens. Ihr schwarzes, mit glitzernden Steinen besticktes, Samtkleid funkelt im Licht, die lange, schwarze, lockige Haarmähne ist hoch gesteckt, und sie trägt überdimensionale glänzende Ohrringe. Die Sängerin schreitet anmutig zum Mikrofon und jäh zerplatzt die schöne Traumwelt: "Ich ziehe erst mal meine Schuhe aus, sonst überstehe ich die kommenden fünf Stunden nicht". Sprach`s und absolvierte ihr Programm "Brennende Betten" barfuß.
Das dauerte dann zwar doch nur die üblichen zwei Stunden, aber die hatten es in sich. Mit ihrer "kleinen depressiven Band" zeigte Nessi Tausendschön Musikkabarett vom Feinsten [...]
Nessi ist eben nicht nur Tausendschön, sondern auch mal ein Ungeheuer, obwohl sie nur "Freude in die Herzen des Publikums träufeln möchte" und das ist ihr auf jeden Fall gelungen.
[General Anzeiger (Wuppertal), 08. 08. 2003]

Copacabana am Baggersee [...]
Es ist heiß, glühend heiß, und wenn die Sonne auf Dauer scheint, dann ändert dies das Leben. Plötzlich sitzen wir nicht mehr in dunklen Kneipen, sondern auf hellen Plätzen, gerade so, als wären wir nicht in Paderborn zu Hause, sondern in Palermo. Die Sonne verwandelt den Lebensrhythmus, es ist erstaunlich, was eine Hitzewelle so alles auftauen kann: Gefühle, ganze Menschen, auch den Sport [...]
Die Copacabana liegt am Baggersee, in den Schwimmbädern kicken sie auf Sand, und wenn wir noch drei solche Sommer haben, dann werden unsere Kinder wieder barfuß Fußball spielen und das Bällchen hochhalten wie die Brasilianer. Die Dortmunder müßten nicht mehr in Rio einkaufen, sondern könnten das um die Ecke erledigen, und überhaupt wäre es das Ende des teutonischen Klumpfüßers [...] Nahtlos braun deutet nicht unbedingt auf Sport hin - es sei denn auf modische Sommerdisziplinen, die mit "Beach" beginnen und mit -volleyball, -fußball, -handball oder ähnlichem enden. Bei diesen Disziplinen sehen die Kleiderordnungen bekanntlich nur noch das Allernötigste vor, da sind weiße Flecken kaum zu finden.
Bei allem Jammern und Schwitzen - wir sollten sie genießen, die Sonne, sie scheint [...] direkt ins Herz. Ein Volk von Beachboys werden wir dennoch nicht, denn es wird wieder kalt werden und frostig und naß [...] und aus deutschen Fußballern werden niemals Brasilianer.
[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09. 08. 2003]
Das mit dem barfüßigen Fußballspiel wäre aber trotzdem eine gute Idee - solange es warm ist. Denn das Ballgefühl macht's!

Aufgeschnappt [...]
«Quer»-wandern ist in den letzten Jahren zu einer festen Institution geworden [...] Durch die Sommeraktion des «Toggenburgers» [...]
Nicht jeder braucht zum Wandern gutes Schuhwerk. Ein Pensionär aus St. Gallen - ebenfalls häufiger «Quer»-Gast - ist meist barfuss unterwegs. Heisser Asphalt und dornige Wege durch das Dickicht des Waldes machen ihm nichts aus. Und auch Kieswege veranlassen ihn noch lange nicht dazu, sein Schuhwerk anzuziehen. Obwohl - wenn daneben eine Wiese ist, bevorzugt er diese als Wanderunterlage. [...]
[St. Galler Tagblatt, 11. 08. 2003]
Ich kann den Mann - in jeder Hinsicht - verstehen ...

Barfüßig über heiße Bodenplatten
Tanzgruppen meistern Show auch unter tropischen Bedingungen /"Nichts anmerken lassen" [...]
Die tropischen Temperaturen stellten die Tänzerinnen und Tänzer vor einige Probleme, die aber professionell gemeistert wurden. Denn während einige Besucher ihre Füße in den kleinen Wasserbecken kühlten, mussten die Ensembles teils barfuß über den heißen Platz vor dem Kurhaus tanzen. [...]
[Sobernheimer Anzeiger, 12. 08. 2003]
Für das Hitzeproblem finden sich auch Lösungen, wie diese Gruppe zeigt:
Wittener Piraten entern Schiff in Duisburg
Mehrere Szenen ihres Jugendfilms drehten Theaterpädagoge Till Stauffer von der Werkstadt und die "Ferien-Piraten" am Dienstag im Duisburger Hafen. Der Film ist im September in der Werkstadt zu sehen.
Kulisse war das Museumsschiff "Oscar Huber" alias "Rising Hope". [...]
Kurz darauf hangelt sich Maximilian Scholl alias Maschinist Piff während der Siegesfeier übermütig zum Käpt´n. Die Kamera läuft; die "Piraten", die nicht mitspielen, sind still, beobachten ihre Kollegen aufmerksam. Aber die Hitze macht den Jungschauspielern zu schaffen, besonders ihren Füßen, denn die Piraten agieren barfuß, und die Schiffsplanken sind heiß. Doch Aufnahmeleiter Hans-Walter Lukas weiß Abhilfe: Er spritzt das Deck mit einem Wasserschlauch ab, und die nächste Szene kommt dran. [...]
[WAZ, 14. 08. 2003]

PLAGE / Die Larven der Herbstmilben verursachen mit Bissen heftigen Juckreiz
Winzige Quälgeister lauern im Gras
Sie lauern auf der Liegewiese im Schwimmbad, an Büschen und Hecken im Garten: Die unsichtbaren Larven der Herbstmilben. Besonders gerne befallen sie feuchtwarme Körperstellen [...]
Wenn man sie bemerkt, ist es meist schon zu spät: Die Haut juckt heftig, dutzende von roten Papeln überziehen den Rumpf, den Bereich unterm Gürtel oder den Nacken. Bereits Stunden vorher haben sich die Patienten die rund 0,3 Millimeter kleinen Plagegeister völlig unbemerkt eingefangen. Beim Barfußlaufen im Gras oder beim Vorbeistreifen an einer Hecke. An den Grashalmen warten die Milben auf ihre Opfer: Katzen, Hunde oder, eher zufällig, auch Menschen. Beim Durchstreifen von Gras wechseln die Larven auf Füße oder Beine über; von dort aus machen sich die Tierchen auf den Weg in wärmere und feuchtere Gefilde. Mit ihren Mundwerkzeugen beißen die Parasiten ein Loch in die Haut und saugen durch Speichel aufgelöstes Gewebe sowie Lymphe auf. Durch Kratzen wird man zwar die Larven los, doch können sich dabei die betroffenen Stellen entzünden.
Im Prinzip eine völlig harmlose Sache - wenn man Pech hat, dauert es halt zwei Wochen, sagt der Kirchheimer Hautarzt [...]
Dass Kinder besonders betroffen sind, liegt wohl weniger an der zarten Haut als an ihrem Verhalten, tollen sie doch gerne draußen im Gras herum, bei der derzeitigen Hitze oft barfuß und, wenn überhaupt, oft lediglich mit einer Badehose bekleidet.
Einen absoluten Schutz vor der Neotrombicula autumnalis wie die Herbstmilbe im Fachjargon heißt, gibt es nicht. Abhalten lassen sie sich durch Antimückensprays [...] Auch der wohlgemeinte Rat, sich nur in Gummistiefeln und langen Hosen in höheres Gras zu wagen, wird bei der Gluthitze in diesem Sommer schwerlich zu befolgen sein [...]
Wer im Grünen unterwegs war und befürchtet, sich die winzigen sechsbeinigen Larven eingefangen zu haben, dem raten die Experten, sich schleunigst unter die Dusche zu stellen und die Kleidung zu wechseln [...]
[Teckbote, 13. 08. 2003]
Und auch eine zweite Sorte "kleiner Freunde" fand in der Presse Berücksichtigung:
Mit Zeckenbissen nicht spaßen
Kleine Zecke ganz groß: Ihr Biss kann gefährlich sein [...]
Ein kleiner Stich kann böse Folgen haben - wenn es sich nämlich um einen Zeckenbiss handelt. Davon scheint es in diesem Super-Sommer mehr denn je zu geben [...]
Prof. Micklefield rät zur Vorsicht und warnt vor den bösen Folgen, die ein unbehandelter Zeckenstich entwickeln kann. Denn während des Saugens können mit dem Speichel des Tieres Krankheitserreger übertragen werden. Dazu gehöre hierzulande insbesondere die Borreliose. Ein möglichst frühes Entfernen der Zecke am Anfang des Saugaktes kann die Erkrankung verhindern. Allerdings sollte das Tier mit einer gut schließenden Pinzette möglichst nah an der Haut mit deutlichem Zug und leichten Drehbewegungen entfernt werden. Ein Zerquetschen der Zecke verschlimmert den Biss, da mehr gefährliche Flüssigkeit in die Wunde gerät [...]
Der Chefarzt rät generell: "Vermeiden Sie es, barfuß oder ohne Strümpfe durch niedriges Gehölz oder Sträucher und Gras zu gehen. Denn die Zecken halten sich vornehmlich im niedrigen Gesträuch auf. Sollten Sie trotzdem von einer Zecke gestochen werden, so entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich mit einer flachen, stumpfen Pinzette." Und: "Tritt eine Rötung an der Einstichstelle auf sowie Abgeschlagenheit oder grippeartige Symptome, so sind dies in der Regel Warnsymptome. In diesem Fall sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen [...]
[Westfälische Rundschau, 13. 08. 2003]

Schatzsuche im Wald
Kirchseeoner Kinder erforschen Ebersberger Forst [...]
Barfuß über Stock und Stein gehen, den Ameisen bei der Arbeit zusehen, den Waldboden riechen ... Ein besonderer Genuss ist das Eintauchen in den Wald mit allen Sinnen gerade an den Tagen, an denen das Thermometer schon am Vormittag die Dreißig-Grad-Marke überschritten hat [...]
Das Ausziehen der Schuhe mitten im Wald kostete einige Ferienkinder schon ein wenig Überwindung. Aber letztlich machten doch alle mit, denn noch nie im Leben hatten sie mit dem Rücken auf dem Waldboden liegend die nackten Füße einen Baumstamm hinauf wandern lassen. Nach den Füßen gingen die Augen auf Wanderschaft. Sie verfolgten einen Baumstamm bis zum Wipfel, beobachteten die Äste, die Vögel, den Himmel und den Wind. [...]
[Süddeutsche Zeitung, 13. 08. 2003]

Eine anrüchige Angelegenheit
Tabuthema Schweißfüße: Jeder Zweite zieht nicht gerne vor anderen die Socken aus – Schuhe täglich wechseln [...]
Eine unangenehme und peinliche Sache: Beim Arztbesuch, in der Umkleide des Sportvereins oder beim Tete à Tete mit der neuen Partnerin traut man sich nicht die Socken auszuziehen – der Geruch könnte zu unangenehm sein. Ursache für Schweißfüße ist eine Hyperhidrosis, eine übermäßige Schweißproduktion – jeder kann sie haben. Ganz besonders belastend wird dieses Problem im Sommer, wenn die Temperaturen steigen und die Schweißdrüsen sehr aktiv sind. "Haben einige nur zeitweise mit Schweißfüßen zu kämpfen, sind bei anderen die Socken und Strümpfe tagtäglich durchnässt und verbreiten üblen Geruch", sagt [...] stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Pforzheim und Enzkreis. "An und für sich ist Schwitzen gesund und wichtig, weil dabei Giftstoffe und Stoffwechselprodukte aus dem Körper transportiert werden."
Zum Problem werde der natürliche Vorgang, wenn die Schweißdrüsen übermäßig arbeiten [...] An der Fußsohle können es bis zu 600 Drüsen pro Quadratzentimeter sein [...]
"Fußschweiß alleine riecht aber nicht", sagt die Medizinerin. Erst, wenn die Verbindung aus Wasser, Salzen, Fettsäuren und Harnstoff mit Keimen zusammentrifft, entsteht ein unangenehmer Geruch, der andere die Nase rümpfen lässt [...]
Eine nicht nur unangenehme sondern auch riskante Begleiterscheinung von Schweißfüßen ist [...], dass auf der durchtränkten Haut schnell andere Krankheiten entstehen können. Fußpilz beispielsweise. "Die Pilzsporen fühlen sich in diesem feuchtwarmen Mikroklima besonders wohl." Um den Fußschweiß zu bekämpfen gibt es folgende Möglichkeiten: Nach dem täglichen Duschen die Füße gründlich abtrocknen. Strümpfe aus Naturfasern wie Baumwolle oder Seide tragen. Sie sollten aber genauso wie Schuhe, die vorzugsweise aus atmungsaktiven Materialien wie Leder oder Leinen sind, täglich gewechselt werden. Öfter mal barfuß laufen tut den Füßen ebenfalls gut [...]
[Pforzheimer Zeitung, 13. 08. 2003]

Mode war auch im Mittelalter gut und teuer
Aus der Ausstellung "Friesische Freiheit" [...]
Wer im Mittelalter reisen wollte, war meist auf die eigenen Füße angewiesen. Dieses kann, wie bei einigen afrikanischen Stämmen heute noch zu sehen, barfuß geschehen - vorwiegend trug man jedoch Schuhe, schon um die eigenen Füße zu schonen und ein halbwegs passables Tagespensum zu schaffen.
In der Johannes-a-Lasco- Bibliothek Emden ist eines der wenigen erhaltenen Exemplare mittelalterlicher Fußbekleidung zu sehen: Ein Lederschuh aus dem 9. Jahrhundert, gefunden in Hattersum. Im Historischen Museum Aurich sind zwei Rekonstruktionen von Schuhen aus dem 12. und 14. Jahrhundert ausgestellt, die nach Bodenfunden angefertigt wurden.
Schuster arbeiteten mit einer überschaubaren Zahl von Werkzeugen, die sich auf Lederschere und -messer, Leisten, Ahle und Nadeln beschränkten. Damit dauerte die Anfertigung eines Schuhes oft mehr als einen Tag. Da Schuhe in Auftrag gegeben wurden, fertigte der Schuster zunächst pro Kunden ein Schnittmuster für die Lederstücke an, aus denen der Schuh zusammengesetzt wurde [...] Die Leisten gaben nicht die individuellen Maße wieder, sondern waren nach dem gängigen Modell gearbeitet ("Schuster, bleib´ bei deinen Leisten" ist danach eine modekonservative Aufforderung). Zum Schluss wurde der Schuh gesäubert und eventuell eingefärbt.
Die Schuhe des frühen und hohen Mittelalters waren meist aus einem Stück Oberleder gearbeitet. Das Sohlleder wurde hinten an der Ferse hochgezogen und bildete eine Kappe [...]
Die Herstellung aus mehreren Stücken Oberleder setzte sich im 12. Jahrhundert durch [...]
Diese Moden, vor allem die der Schnabelschuhe, wurden teils heftig beklagt und mit Sittenverfall gleichgesetzt. Doch Mode war auch damals kostspielig. Der "gemeine man" trug im Mittelalter Bundschuhe. Diese waren meist sohlenlos und wurden mit einem Lederriemen über dem Rist des Fußes zusammengeschnürt.
[Ostfriesen-Zeitung, 15. 08. 2003]

Heilpädagogin Silvia Straube setzt auf Sinne [...]
Ihr Ziel sei u.a. "Kindern unterschiedliche Reize nahezubringen." Denn: Wo kann ein Kind heute barfuß laufen, wo auf einen Baum klettern, wo Kästchenhüpfen oder Kreisel spielen?
Immer mehr Kinder seien wahrnehmungsgestört, zeigten deshalb Entwicklungsverzögerungen. "Noch vor 20 Jahren beispielsweise konnten die Kinder beim Erzählen einer Geschichte zuhören", weiß Heilpädagogin Silvia Straube, die seit dem 1. Juli für ein Kindergartenjahr im Städt. Kindergarten Haus Ennepetal tätig ist.
"Früher lief man barfuß quer über den Bauernhof, landete schon mal im Matsch oder in der Jauche - heute werden die Kinder an der Hand zum Computer oder Fernseher geführt."
Froh ist auch Leiterin [...] . "Silvia Straube wird ein Gewinn für alle Kinder und Eltern sein." [...] Die 40-jährige hat vor 20 Jahren ihre Ausbildung als Erzieherin absolviert, arbeitete einige Jahre in diesem Beruf, um dann eine Heilpädagogen-Ausbildung in Dortmund zu beginnen. [...]
[Westfälische Rundschau, 15. 08. 2003]


Vertonter Erlkönig verführt zum Tanz [...]
Die ersten Töne reichen aus und schon springen begeisterte Fans in die Höhe und beginnen ausgelassen vor der Bühne zu tanzen. Wer die mitreißende Musik der Friedrichsdorfer Band "No Trouble At All" noch nicht kannte, der brauchte zwei, drei Lieder zum Aufwärmen. Danach trauten sich noch mehr Sommerbrücken-Gäste, einfach barfuß in den lauen Sommerabend hineinzutanzen. [...]
Die Band "No Trouble At All" wurde im April 2000 gegründet. "Die Idee kam aus dem Freundeskreis", so Matthias Langhans. "Wir haben bei gutem Wetter immer draußen am Lagerfeuer zusammengesessen und mit Gitarre und Trommeln Musik gemacht", erzählt er. "Dabei kamen immer irische Lieder heraus. So entstand der Gedanke, dass wir das auch als Band machen könnten."
[Taunus Zeitung, 15. 08. 2003]

Eine Wanderung mit allen Sinnen
Am "Weg der Wandlungen" in Soboth sind alle Sinne gefragt - nur so erlebt man Wandelbares.
"Nichts ist gewonnen, wenn der Mensch nur in die Natur hineingeht. Viel mehr muss die Natur auch in den Menschen eingehen."
Das ist das Credo von Edmund Enzis - der den "Weg der Wandlungen" geschaffen hat. Der ideelle Inhalt des Weges der Wandlungen ist ähnlich reichhaltig, wie die Sensibilität und Erwartungshaltung der Besucher unterschiedlich. [...]
Kopfhörer aufsetzen und vom Gasthof Messner bergab schlendern zu einem Bächlein und Miniatur-Mühlrad. Brille aufsetzen und blind einem Handlauf folgen. Eine Liegefläche bereiten und beim Gehöft Kremser die Baumkrone einer 500 Jahre alten Linde betrachten. Die Schuhe ausziehen, diese in einen Karabiner klinken und am fixmontierten Drahtseil ablassen. Selber barfuß über die Wiese absteigen. Im Labyrinth dessen Zentrum finden.
Die weiteren Abschnitte des Weges werden "gewandelt" mit Hilfe von verschiedenen Rohstoffen aus dem Wald. Am Ende des Weges steht eine frei zugängliche Labehütte, in der Kinder viele Spielmöglichkeiten haben.
[Kleine Zeitung, Steiermark - Ausgabe, 15. 08. 2003]
Die Sache mit dem Abseilen der Schuhe ist jedenfalls eine ausgesprochen nette Idee!

Die, die im Herzen barfuß sind
Zum 70. Geburtstag des Lyrikers Reiner Kunze [...]
Jüngste Zeugnisse von Kunzes Bemühungen um ästhetische Intensität durch Schlichtheit sind der Fotoband "Der Kuss der Koi" über die schillernden Bewohner seines Karpfenteiches und die gerade erschienenen Nachdichtungen "Wo wir zu Hause das Salz haben" (beide S. Fischer), indem der meisterhafte Interpret vor allem tschechischer Lyrik in einem Werkstattbericht sein Verfahren transparent macht. Ein Gedicht Jan Skácels über den "laubigen Laubfrosch" mündet in der Zeile "für alle die im herzen barfuß sind", laut Reiner Kunze eine "Königszeile". Nebenbei meint sie genau seine Leser, für die der seit heute Siebzigjährige weiter schreiben wird: Wissend, dass sensible Wege oft die dauerhaftesten sind.
[Badische Zeitung, 16. 08. 2003]
Das Gedicht mit der schönen Schlusszeile habe ich im Netz nicht gefunden; kennt es jemand?

Mit Pinzette und Thermometer vor das Atomkraftwerk [...]
Wie das kleine Boot so auf dem Rhein seine Runden dreht, das sieht niedlich aus. Vor den zwei riesigen Kühltürmen des Atomkraftwerks in Philippsburg wirkt das 20 Meter lange und fünf Meter breite Schiff wie David vor Goliath. Käme es zu einem Kampf der beiden, würde jedoch auch hier, so wie in der biblischen Geschichte, David siegen. Das Boot ist nämlich nur äußerlich klein, der Eigentümer dagegen ist mächtig groß. Das Schiffchen gehört der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU). Mit der MS Max Honsell überprüfen die Landesmitarbeiter in diesen Tagen das Wasser rund um die Kraftwerke an Rhein und Neckar. Wird das Wasser zu warm, kann das Land die Kraftwerksbetreiber anweisen, ihre Energieproduktion zu drosseln.
Barfuß, mit bunten Shorts und einem T-Shirt bekleidet, steht der 60-jährige Kapitän [...] am Steuerrad. Zufrieden blickt er auf sein in die Jahre gekommenes Gefährt. [...]
Gibt es langfristige Auswirkungen für den Rhein durch die ungewöhnlich starke Erwärmung des Wassers? Bei der LfU will man es wissen und tuckert deshalb weiter über das Gewässer. [...]
[Stuttgarter Zeitung, 16. 08. 2003]
Ein weiterer barfußtauglicher Arbeitsplatz (aber wohl nur sehr begrenzt verfügbar).

Auf nackten Sohlen
Barfußlaufen erdet, sagen Barfußläufer / "Das Beste, was man seinen Füßen antun kann" / Anhänger treffen sich im Internet
Von Dirk Engelhardt
Auch wenn die Schuhindustrie sicherlich anderes behauptet und die Modebranche gerade die Flip-Flops in deutsche Fußgängerzonen gebracht hat: Ohne Schuhe zu laufen, ist immer noch das gesündeste, was man seinen Füßen antun kann. Diese Meinung vertreten wenigstens die "Barfußläufer", die inzwischen im Internet ein eigenes Forum gegründet haben.
Jeder, der einmal mit nackten Füßen über einen feinen Sandstrand gelaufen ist oder einen frisch gemähten Rasen unter den Fußsohlen, kennt dieses angenehme Gefühl. Barfußlaufen "erdet" - und für manche Menschen wird das "Schuhe abstreifen" fast zur Sucht. Natürlich sind städtische Bürgersteige mit herumliegenden Nägeln, spitzen Steinen oder Glasscherben, von braunen Hinterlassenschaften samtpfotener Vierbeiner nicht zu sprechen, nicht unbedingt fuß-freundlich. Für diejenigen, die sich nicht trauen, in der Öffentlichkeit barfuß zu laufen, haben einige Gemeinden eigene "Barfußpfade" eingerichtet, die mit verschiedenen Untergründen ausgestattet sind und eine Art Tastparcours für die Fußsohle bilden.
Im Internet haben sich die Barfußläufer unter der Adresse www.barfuss.org ein Forum geschaffen. "Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr Barfußgängerin", bekennt Julia Fiona. Die 36 Jahre alte Mutter eines achtjährigen Mädchens geht im Sommer wie im Winter ohne Schuhe. "Nur wenn es sehr kalt ist, also unter null Grad, vermeide ich längere Wege im Freien", erzählt sie. Barfußlaufen sei eben das Beste für ihre Füße.
Bei Julia Fiona kommt "erschwerend" hinzu, dass sie bereits als Kind große Schwierigkeiten hatte, passendes Schuhwerk zu finden, da ihre Füße einfach zu schmal sind für handelsübliche Schuhe. Einlagen sollten das mildern, "aber auch damit zog ich die Schuhe immer aus, sobald meine Mutter außer Sichtweite war", erinnert sie sich. Außerdem war Barfuß- laufen in den siebziger Jahren sowieso noch verbreiteter als heute - wo selbst im glühenden Sommer eher unangenehm auffällt, wer beispielsweise "unten ohne" durch die Fußgängerzone schlappt.
Probleme mit dem Barfußlaufen hatte Julia Fiona nie. "Ich glaube, dass man so etwas wie einen siebten Sinn bekommt für Hindernisse, Glas oder spitze Steine." Größere Verletzungen hatte sie bislang nicht zu beklagen. Barfußlaufen härtete mit der Zeit nicht nur ihre Sohlen ab, sondern gab ihr nach eigenem Bekunden auch ein ganz neues Körpergefühl: "Im Gegensatz zu meinen Freundinnen bin ich wesentlich weniger kälteempfindlich."
Julia Fiona gehört zu den konsequenten Barfußläufern, und alberne Kommentare lassen die Frau, die lange Zeit als Business-Consulterin arbeitete, schon lange kalt. Ihrem Mann ist es allerdings etwas peinlich, sich mit einer barfüßigen Frau an seiner Seite zu zeigen. Die nackten Füße führten schon zu denkwürdigen Begebenheiten. "Der Berliner Presseball, den wir vor einigen Jahren besuchten, war lustig. Ich tanzte mit einem roten, wadenlangen Röhrenkleid, und mein Mann wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken", erzählt Julia.
Natürlich gab es auch Männer, die die nackten Füße erotisch fanden, aber auch dadurch ließ sich Julia nicht im geringsten beirren. Wer Anstoß nimmt an schönen Füßen, die gut gepflegt sind ("Das Eincremen ist besonders wichtig"), hat ihrer Meinung nach einfach Schwierigkeiten mit sich selbst und bringt diese Unsicherheit mit Hinweisen auf "nicht korrektes Verhalten" zum Ausdruck.
Oder er hat ganz einfach "Käsefüße".
[Frankfurter Rundschau, 16. 08. 2003]
Vom gleichen Autor und weitgehend wortgleich haben wir den Artikel schon im "Best of":
Schuhlose Leichtigkeit

Im August stand wiederum soviel in den Zeitungen,
dass es eine zweite Site der Presseschau gibt.


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