| [(Barfuß-)Matthias fühlt sich barfuß "am wohlsten und am freiesten"] | [Angeborene Wanderstiefel mit überragendem Preis - Leistungs - Verhältnis] |
(Barfuß-)Matthias
fühlt sich barfuß "am wohlsten und am freiesten"
(Forumberichte seit Herbst 2000)
Hallo, liebe "Barfüßer", ihr kennt mich noch nicht, aber ich
werde mich bald mit Foto (gestern erstmals bewusst Barfuß - Szenen geknipst!)
vorstellen.
Bin vor ein paar Wochen aufgrund des
"SZ- Magazin- Trendberichtes" auf euer Forum gestoßen und weiß
seither, dass ich kein Spinner bin, wenn ich mich in der Freizeit, auch in der
Großstadt, barfuß am wohlsten und freiesten fühle!
PC und E-Mail ist für
mich noch relativ neu, habe aber gelernt, dass man hier plötzliche Gedanken und
Gefühlsanfälle, die einem früher nie die Briefmarke wertgewesen wären,
weltweit veröffentlichen kann.
Also: Habe bisher, wenn mich mal wieder ein
fremder Blick vom Kopf bis zu den (nackten, notfalls in Sandalen steckenden)
Füßen streifte, immer entschuldigend behauptet, ich zöge erst wieder ab
Oktober Socken an und trüge dann wieder regelhaft Schuhe.
Nachdem ich gestern Abend nach einem wunderschönen, spätsommerlichen 30. September im Dachauer
Hinterland, seit Freitag ohne Schuhe, mit Wanderung von Dorf zu Dorf in
Begleitung einer ebenfalls eingefleischten Barfüßerin (sie war laut Telefonat
heute, Erntedanksonntag, "barfuß beim Abendmahl) und abendlicher Heimfahrt
nach München, meine Füße "winterfertig" und
"halbschuhtauglich" geschrubbt habe, gab es heute einen Rückfall!
Beim Dachauer "Kult 2000" - Festival lief ca. 1/4 der anwesenden Kinder
(natürlich keine Erwachsenen) auf der herrlich saftigen Festivalwiese barfuß,
und so landeten meine Sandalen gleich nach 5 Minuten im Rucksack, wo sie den
Rest des Tages blieben. Und das am 1. Oktober!
Jetzt sitze ich mit herrlich
warmen und prickelnden Füßen zu Hause am PC, obwohl draußen ein
Temperatursturz mit "Schnürlregen" stattgefunden hat. Heute bleiben
die Fußsohlen schwarz/erdig! Früher hätte ich mir nichts dabei gedacht, aber
seitdem ich neuerdings weiß, dass so viele Gleichgesinnte an den
PC-Bildschirmen sitzen, musste ich einfach mitteilen, dass für mich der "Barfuß
- Sommer"
trotz kalendarischem Herbst noch lange nicht vorbei ist (vielleicht gehe ich
jetzt noch mal bei Dauerregen barfuß durch die Wohnanlage!) ...
Hallo, bin erstaunt, dass es in München noch mehr Barfüßer in meinem
Alter (35 J.) gibt, denn außer den im Hochsommer barfußlaufenden Mädchen habe
ich im Stadtbereich noch keinen bewusst wahrgenommen (habe allerdings früher
noch nicht darauf geachtet, da ich erst neuerdings aus dem "Hobby- Barfuß!-
Forum"
weiß, dass Barfußgehen im Alltag kein "Spleen" von mir ist).
Hemmschwelle ist immer noch das "schief- angeschaut- werden", darüber
kann man ja im Forum auch einiges lesen.
Meist liefen ich und mein Sohn (4 J.)
daher auswärts bei gemeinsamen Unternehmungen barfuß. Vielleicht geht ja mal 'was
zsamm',
werde zum Beispiel morgen, Samstag, mit meinem kleinen Sohn auf dem Brauneck
/Lenggries Herbstsonne tanken und ich denke, meine Schuhe werden nicht allzu lange
an den Füßen bleiben ...
Barfüßige Grüße Matthias
Barfuß in den Kitzbüheler Alpen oder: Ein nichtendenwollender Barfußsommer.
I. Vorwort
Nachdem ich mich vor zwei Wochen auf diesem Forum zwar noch nicht
richtig vorgestellt (kommt noch - mit Foto - versprochen!), aber bereits mit
einer Barfußerfahrung zu Wort gemeldet hatte, verbrachte ich gestern nach
längerer Zeit wieder einen (langen) Abend im Internet und am längsten im
Hobby- Barfuß!- Forum.
Obwohl ich das öffentliche Interesse für meine Vorliebe
zum Barfußgehen nicht einschätzen kann, hat mich die Vielfältigkeit der
letzten Beiträge (von Barfußverbot in Schulen über Kastanie unter der
Großzehe bis hin zu barfuß im Gefrierschrankabtauschnee) so begeistert, dass ich mich heute Abend aufraffe, (eigentlich viel zu spät) über die Abenteuer
meiner Füße am letzten Wochenende zu berichten.
Also: II. Blutblase oder:
Singen mit Schmerzen
Nachdem ich derzeit fast nur noch im Haus und gelegentlich
in der Arbeit barfuß gehe, trage ich sonst als Zugeständnis an die kälter
werdende Jahreszeit wenigstens Birkenstocksandalen, auf der Fahrt zur Arbeit mit
dem Fahrrad allerdings zumindest morgens mit Socken bewehrt.
Nun trat am
Freitag, 13.10. mein Chor öffentlich auf und um die Etikette zu wahren, kramte
ich vor dem Auftritt zu schwarzer Hose, Hemd und Fliege meine schönsten
Hochglanzschwarzledermitschnallehartschuhe heraus.
Eigentlich sind sie recht neu
und haben die richtige Größe, aber bereits beim Anziehen spürte ich den
Widerstand meiner Füße, die gefühlsmäßig wohl noch voll im vergangenen
Superbarfußsommer stecken. Der Gang vom Auto zum Aufführungsort schmerzte
bereits, und beim Einsingen auf der Bühne wurde mir klar, dass an der rechten
Ferse eine schlimme Blase entstanden war.
Leider hatte ich nicht den Mut, den
Abend wenigstens nur in meinen schwarzen Socken durchzustehen (hätte in dem
Halbdunkel vielleicht gar keiner gemerkt), sondern biss (soweit das beim Singen
geht) Zähne und Zehen zusammen und hielt in Schuhen durch. Nach dem Konzert,
wieder am Auto, flogen Schuhe und Socken in hohem Bogen zunächst auf den
Bürgersteig und dann in den Kofferraum, zum Amüsement meiner Mitfahrer.
Hei,
fühlte sich der kühle Asphalt wohltuend an nach 3 1/2 Stunden Dauerschmerz.
Meine Füße gewannen spürbar rasch ihre natürliche Form und Größe zurück.
Die Blutblase an der rechten Ferse war zwischenzeitlich aufgeplatzt und mit dem
Socken verklebt gewesen.
So ein Ärger, fuhren wir doch gleich nach dem Konzert
weiter nach Österreich zu einem Bergwochenende. Wie würde ich mit der Blase in
meinen Wanderschuhen auf der Bergtour zurechtkommen?
III. Barfuß am Gipfelkreuz
oder: Schnee macht warme (Bar-)Füße
In den Bergen muss man im Herbst Schuhe
und Strümpfe tragen, dachte ich bisher. Seitdem ich nicht zuletzt dank Hobby -
Barfuß so richtig auf dem Barfuß - Trip bin, war ich nicht mehr
berggewandert. Mein Barfußsommer hatte weitgehend im Flachland stattgefunden.
Also zog ich am Samstag morgen die mitgebrachten Wollsocken und zunächst meine
Birkenstocksandalen an, nachdem ich abends nach Ankunft in Brixlegg noch die
Blase desinfiziert und verpflastert und dann lange ausgeschlafen hatte.
Im
Frühstücksraum des Bauernhofes, der unser Domizil war, saß bereits Ute und
übte Harfe - barfuß. Ute ist, das sei hier erläutert, der einzige
Mit-Barfüßer, den ich kenne (von meinem Sohn abgesehen, aber der hatte zur
Zeit eine schlimme Erkältung mit Mittelohrentzündung und hat daher, es tut mir
schrecklich leid, momentan Socken- und Schuhzwang).
Auf Ihre Einladung hin waren
ich, mein Sohn und noch ein gemeinsamer Musikfreund zum Bergwochenende ihrer
Volkstanzgruppe nach Brixlegg gekommen. Also, ich bekam plötzlich einen
Schwitzanfall in meinen Wollsocken und befreite mich alsbald von ihnen.
Nach dem
Frühstück beschloss man, doch noch die geplante Bergtour auf die Gratlspitze
(1894 m) zu machen. Herrlicher, "für die Jahreszeit zu warmer"
Föhntag.
Da mich Ute, schließlich war ich mal intensiver
Berggänger und Sportkletterer gewesen, als trittsicher kannte und den Weg schon
öfter gegangen war, redete sie mir nicht aus, barfuß in Birkenstocks
loszugehen. Die Sandalen störten die Blase nicht, und ich hatte meinen lieben
Füßen gegenüber sowieso noch ein schlechtes Gewissen nach dem Martyrium des
vergangenen Abends.
Der Pfad war in der Tat kein Problem, manchmal hätte ich
mir allerdings meine Trekkingsandalen, der besseren Griffigkeit wegen,
gewünscht.
Nach der guten halben Strecke, im Schatten des Bergwaldes: Schnee!
Er war wohl im Rahmen des Kälteeinbruches gefallen und hatte sich trotz der
derzeitigen Warmluftlage hier gehalten. Da an der gleichen Stelle gerade andere
Erwachsene und Kinder aus unserer Gruppe entgegenkamen, entwickelte sich
unversehens eine Schneeballschlacht. Natürlich war der sulzige Schnee sofort in
meine Sandalen gedrungen - also konnte ich genauso gut barfuß im Schnee stehen.
Liebe barfuß- im- Schnee- gehen- Ermunterer des Forums, danke für den
Tipp: es
fühlt sich nicht nur kalt an, sondern einfach toll. Also meine ersten 10
Minuten barfuß im Schnee für dieses Jahr.
Auf dem weiteren Weg hatten meine
Mitwanderer verschwitzt - feuchtwarme Füße in ihren Wanderschuhen, ich aber
saubere, warmprickelde Füße, die die feuchten Sandalen rasch trockneten.
Am
Gipfelkreuz wuchs auf fast 1900 m Höhe herrlich saftiges Gras, sodass meine
Sandalen als Steinschutz nicht mehr benötigt wurden. Herrliche Fernsicht auf
teils frischverschneite Gipfel und ein immer noch warmer Wind aus dem Tal
ergänzten den Genuss. Auch Ute entließ jetzt ihre Füße aus Wanderschuhen und
Socken und probierte den Grasboden aus. Ignorante Bemerkungen anderer
Gipfelstürmer, nach eigenem Bekunden "Bergprofis" über die
mangelhafte Verpackung meiner Füße beim Bergsteigen konnten die Wonne nicht
trüben.
Der Abend fand dann endgültig ganz barfuß auf der durchaus noch
Sonnenwärme speichernden Steinterrasse des Bauernhofes statt.
IV. Ausklang
Viel
wäre noch zu berichten von diesem Föhnwetterwochenende in den Kitzbüheler
Alpen, vom Barfußsingen auf der Obstbaumwiese des Hofes, von Ute beim barfuß
Hambotanzen und von barfuß im Kuh- und Schweinestall sowie einer barfüßigen
Heimfahrt nach München.
Eigentlich wollte ich nur ein paar Sätze schreiben und
jetzt habe ich das Barfußforum doch mit einer ganzen Story bereichert - und
mittlerweile eiskalte Füße vom am PC sitzen. Entweder ich suche jetzt meine
pelzgefütterten Hausschuhe, oder ich laufe noch mal barfuß ums Haus.
Sicher
warme Füße werde ich morgen bekommen, da geht's nämlich aufs Brauneck bei
Lenggries, und wenn das Wetter so schön wie angesagt wird, werden die Schuhe
nicht lange an meinen Füßen bleiben. Vielleicht sieht mich ja einer von den
Lesern dieses Beitrages. Ich bin der, der beim Leberkäsessen auf der Tölzer
Hütte seine Füße barfuß in die Herbstsonne hält ... Matthias
Spontanes Treffen am Brauneck
Ich wollte heute wieder in die Berge, doch
meine Familie war mit diversen anderen Aktivitäten beschäftigt. Da kam es mir
gerade recht, dass Matthias angekündigt hatte, mit seinem kleinen Sohn aufs
Brauneck zu gehen. Also rief ich ihn kurzerhand an und wir trafen uns an der
Talstation der Bergbahn. Wir fuhren hoch und wir Großen spazierten barfuß los,
während der Bub, der vor kurzem noch krank gewesen war, vorsichtshalber die
Schuhe anbehielt.
Bei strahlendem Sonnenschein und wunderbarer Fernsicht (bis
zum Großglockner) hat uns dieses spontane Treffen unheimlich viel Spaß
gemacht. Die Almwiesen waren angenehm warm, im Schatten war der Boden natürlich
eher frisch, aber da hielten wir uns auch nicht auf.
Natürlich gab es viel zu
ratschen über unsere Barfußerfahrungen, aber auch über unsere musikalischen
Hobbys und vieles andere mehr. Und eine Hütteneinkehr mit gutem Essen musste natürlich auch sein ...
Dieser Tag hat sehr viel Spaß gemacht!! Serfuß,
Lorenz
Nachdem ich gestern, erstmals mit Lorenz unterwegs, eher halbherzig auf pieksenden Schotterwegen und stachligen
Distelwiesen die Schuhe ausgezogen habe, bin ich bei entsprechender Wetterlage
(Nebel bis Bad Tölz, in den Bergen blauer Himmel) heute noch mal allein auf
meinen Hausberg gefahren. Anfangs barfuß in Trekkingsandalen unter lauter
Halbschuh- und Bergstiefelmenschen, schließlich allein auf einsamem Pfad,
brachte eine längere Morast-/ Lehmpassage, die ich auf dem Hinweg mühsam mit
dennoch eingeschlammten Sandalen meisterte, den Durchbruch:
Auf dem Rückweg von
meinem Rastplatz bis nach Hause in München blieben die Sandalen am Rucksack
hängen und ich hatte mein bisher intensivstes und weichstes BarfußERLEBNIS
dieses Sommers. Auch machten mir die Blicke und Kommentare der zahlreichen
Mitmenschen bezüglich meiner bis zu den Knien schlammbedeckten Beine im
Gegensatz zu sonst nichts mehr aus.
Kann es sein, dass ich jetzt wirklich vom
"Barfüßer-Virus" infiziert bin?
Heiße Füße (wirklich!)
Barfußmatthias
PS: Vielen Dank an all' die von der "Trau' dich!" - Fraktion, ohne Eure
Beiträge im Forum hätte ich nie den Mut gehabt, eine Bergtour an einem
übervollen Münchner Hausberg im Oktober barfuß quasi bis zur Haustür zum
Ende zu bringen.
PPS: Besonders vielen Dank an Lorenz. An Deine Bemerkung über
die Sherpas gestern, die auch kurze Schneepassagen barfuß gehen, musste ich auf
meinem Pfad heute öfters denken.
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(Barfuß-)Matthias'
Angeborene Wanderstiefel mit überragendem Preis - Leistungs - Verhältnis
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)
War das ein
Gefühl, als meine nackten Füße immer tiefer im kühlen Morast versanken! Mit
ausgestreckten Armen balancierend, spürte ich kurz bevor die Knie eintauchten,
festeren Untergrund unter den Fußsohlen.
Im Storchengang durchquerte ich das
Schlammfeld. Mit jedem Schritt wuchs meine Freude über den Entschluss, die
Sandalen für den Rückweg an den Rucksack gehängt zu haben (und da blieben sie
übrigens bis zu Hause). Statt wie die anderen Bergwanderer ängstlich darauf
bedacht zu sein, dass nichts von oben in die Wanderschuhe schwappt und mit
Grausen an abbröckelnden Schlamm im Auto und an das häusliche Stiefelputzen zu
denken, waren diese paar Schritte eins meiner schönsten Barfußerlebnisse.
Nun muss ich aber noch die Vorgeschichte berichten.
"Bist' mit denen gut zu
Fuß?" fragte der Wirt der Stie - Alm und deutete auf meine Trekkingsandalen,
in denen nackte Füße steckten. Die anderen Bergwanderer trugen zumindest
knöchelhohes Schuhwerk. An einem wunderschönen Herbstwochenende, an denen die
meisten Berge eigentlich wegen Überfüllung geschlossen gehört hätten, war
ich auf der Suche nach einem ruhigen sonnigen Plätzchen zum Lesen und zur
Brotzeit.
Der Wirt riet mir, einen wenig bekannten Pfad Richtung Benediktenwand -
Südseite zu gehen und beschrieb mir den Weg. Der Pfad war
steinig, wurzelübersät und teilweise schlammig, wenngleich sonnig und nicht
ausgesetzt. Nach einer knappen Viertelstunde kam eine etwa 5 Meter lange
Schlammpassage, die kaum zu umgehen war. Über herausragende Steine und
Holzstücke balancierend, konnte ich nicht verhindern, dass etwas Morast in die
Sandalen schwappte. Fühlte sich schön weich an!
Nach der nächsten Biegung
gelangte man auf eine herrliche Almwiese. Hier schlug ich mein Lager auf, machte
Brotzeit und verbrachte schöne ruhige Mittagstunden. Sonne getankt, hatte ich
beim Aufbruch keine Lust mehr auf Sandalen.
Um mir entgeisterte Blicke zu
ersparen, ließ ich eine Gruppe von Wanderern passieren, ehe ich barfuß den
Rückweg antrat. Die Almwiese war herrlich weich und von der Sonne erwärmt, vor
allem die von den Kühen verschmähten Graspolster. Zum vollen "Heidi -
Feeling"
fehlten nur noch Alp - Öhi und Geißenpeter ...
Normale grüne Disteln machen
einer guten Hornhaut nichts aus, die trockenen Silberdisteln, welche
stellenweise gehäuft wachsen, sind zwar wunderschön anzuschauen, jedoch der
Feind jeder Fußsohle. Also aufgepasst.
Auf dem Wanderpfad angekommen, stieg die
Spannung anlässlich des bevorstehenden Schlammfeldes an. Dann kamen sie, die
besten 5 Meter der Wanderung, über die ich oben bereits geschwärmt habe. So,
nun waren meine Beine bis knapp unterhalb des Knies mit Schlamm bedeckt. Sah
cool aus!
In bester Laune ging ich barfuß weiter:
- durch herrlich warmes,
raschelndes und teilweise an den Füßen kleben bleibendes Laub
- über weichen
Nadelwaldboden
- über warme trockene festgetretene Erde
- über von unzähligen
Wanderstiefeln rundgeschliffenen Fels
- über weiches Gras
- und immer wieder
sumpfiger Morast.
Somit ein regelrechter Barfuß - Fühlpfad, der unbedingt zu
empfehlen ist!
Neuentdeckung! Wenn ich das beim Hinweg bereits gewusst hätte!
Meine Trekkingsandalen sind nicht schlecht und wenn sie gut festgezurrt sind,
sind sie recht bergtauglich. Aber – einen noch viel besseren Halt bieten meine
Füße "ohne"!
Sowohl die Rutschfestigkeit auf Schlamm oder feuchtem
Fels als auch die Griffigkeit auf trockenem Untergrund ist der von Schuhsohlen
deutlich überlegen. Außerdem geben die Fußsohlen ständig mehr oder weniger unbewusst Rückmeldung über den Untergrund – ähnlich den elektronischen
Fahrstabilisatorsystemen hochpreisiger Limousinen. Und das kostenlos und seit
Geburt vorhanden!
Würde die Stiftung Warentest beim nächsten Wanderschuh - Vergleichstest bare Füße mitlaufen lassen, sie bekämen bestimmt
"Preis - Leistungsverhältnis überragend"!
Ich fühlte mich nach
wenigen Schritten barfuß so wohl wie nie, als hätte ich ANGEBORENE BERGSTIEFEL
an (durch den langsam antrocknenden Schlamm sahen meine Füße auf den ersten
Blick auch so ähnlich aus – entgegenkommende Wanderer machten jedenfalls erst
nach dem zweiten Blick auf meine Füße ein überraschtes Gesicht).
Am Ende des
Pfades, zurückkehrend in die auf breiten Schotterwegen sich wälzenden Herden
von Sonntagsausflüglern, fiel mir die Entscheidung, weiter barfuß zu bleiben,
nicht schwer und die größtenteils positiv überraschten Blicke und Kommentare
machten mir nichts mehr aus. Abgesehen davon, wo hätte ich auch den
getrockneten Schlamm abwaschen sollen?
Am Sonntag zuvor (Lorenz berichtete im
Forum – liebe Grüße an dieser Stelle!) hatten meine Füße nur stachlige
Schotterwege und silberdistelübersäte Wiesen kennengelernt, insofern war die
erste kurze Barfußbergwanderung vom "Fußgefühl" her ein nur
mäßiges Vergnügen gewesen. Diese Wanderung heute war dagegen wunderschön und
machte Lust auf mehr!
In der Schlange vor der Abfahrt mit der Seilbahn waren
alle Kinder von meinen Füßen begeistert, die Reaktionen reichten von "Papaaa,
schau' mal, Schlammfüße!" über "kann man denn im Oktober noch
barfuß gehen?" und "ich will auch meine Schuhe ausziehen" bis zu
"Papa, schau mal, noch ein Mann ohne Schuhe" – Nanu? War an dem Tag
am Brauneck etwa noch ein Barfüßer unterwegs gewesen? Habe jedenfalls keinen
bemerkt.
Der Seilbahnmitarbeiter an der Talstation erschrak, als ich
schlammbarfuß aus der Kabine sprang, sagte dann scherzhaft: "Dass du mir
aber heute Abend ja die Füße wäschst, bevor du ins Bett gehst!" –
Meine Antwort kam prompt: "Natürlich nicht, da zieh' ich morgen Socken
drüber".
Ein älteres Ehepaar schließlich noch, mich wohl mit einem der
zahlreichen Gleitschirmflieger verwechselnd: "Da haben Sie sich aber einen
schlechten Landeplatz ausgesucht!" Im weiteren Gespräch gaben sie sich
übrigens als dem Barfußgehen zumindest im Sommer nicht abgeneigte Kneippianer
zu erkennen.
Das häusliche Bad war insofern noch ein lustiger Abschluss, als es
sich durch meine Füße unversehens in ein Moorbad verwandelte – trocken war
der lehmige Schlamm nicht abzukriegen gewesen. Dafür war er jetzt viel leichter
abzuwaschen als im Sommer der Stadtdreck von den "dirty soles".
Abschließende Inspektion eines glücklichen Menschen seiner glücklichen,
sauberen, trockenen und warmen Füße: Makellos unversehrte Haut, trotz
teilweise glasscherbenspitzen Schotters auf dem neuen Fußpfad unterhalb der
Tölzer Hütte (empfehlenswerterer Barfußrückweg zur Seilbahn: die glatt
gesandete Fahrstraße).
Meine "angeborenen Bergstiefel" hatten den
Härtetest bestanden!
Fuß zum Gruß Barfußmatthias
PS: Wer den "Barfußfühlpfad
vom Brauneck" selbst ausprobieren möchte: Es handelt sich um den Wanderweg
Nr. 10a, der von der Strasser - Alm über die Krottenalm bis in die Jachenau
führt. Ich bin ihn allerdings nur die ersten 20 Minuten bis zu meiner Almwiese
gegangen, weiß also nicht, wie barfußtauglich die Fortsetzung ist – werde es
allerdings beim nächsten Mal ausprobieren...
Hallo Barfußmatthias, ein sehr interessanter Bericht, den du geschrieben
hast. Ich sitze im Moment in der Uni und habe eigentlich gar keine Zeit zu
schreiben. Mich erinnert vieles in deinem Bericht (sehnsüchtig) an so einige Watt
- Wanderungen, die ich im Urlaub an der Nordsee unternommen habe.
Mich
wundert es, dass bisher hier im Forum kaum jemand von Wanderungen im Watt
geschrieben hat. Ist doch eigentlich nahe liegend?
Demnächst werde ich etwas
mehr Zeit haben, davon berichten zu können. Es ist einfach wunderbar mit, bis
zu den Knien mit Schlamm verschmierten Beinen herumzulaufen. Man hat einfach
viel mehr Bewegungsfreiheit - keine Pfütze oder Matsch - Stelle ist ein
Hindernis.
Nur selten ist mir jemand - ebenfalls mit "Schlammfüßen"
- begegnet. Schade, dass man so selten Gleichgesinnte trifft. Aber an die
interessieren bzw. wohlwollenden Blicke so mancher "Beschuhter",
erinnere ich mich noch.
Werde demnächst im Kölner Umland noch einmal versuchen,
eine barfüßige "Schlamm - Wanderung" zu unternehmen.
So, nun viele
Grüße an dich, Andreas (Koeln)
Nein,
ganz zu Ende ist sie noch nicht, die Barfußsaison 2000. Im ständigen Kampf
gegen die Herbst- und Winterdepression sitzen Schuhe und Strümpfe noch ganz
locker an meinen Füßen. Außerdem befinden sich meine Fußsohlen nach diesem
tollen Barfußsommer noch in Bestform, was die Widerstandsfähigkeit anbelangt.
Während eines 5-tägigen Kurzurlaub auf der für Barfußgeher äußerst
angenehmen Stie - Alm (herrlich warme Böden und die tollsten Barfußpfade im
Umkreis) auf dem Brauneck bei Bad Tölz brach nach durchaus noch barfuß -
wanderbaren Herbsttagen am 31.10. der Winter mit einem Schneesturm
herein und ich schloss innerlich mit dem Barfußgehen im Freien ab.
Am 5.
November fuhr ich auf der Suche nach Sonne wieder ins Tölzer Land. Inzwischen
waren die meisten Gipfel oberhalb 1100 m Höhe verschneit, daher hatte ich von
Moon-Boots über Wanderstiefel bis zu meinen Trekking-Sandalen so ziemlich alles
dabei. Im Auto fuhr ich natürlich wie immer barfuß – keine Ahnung, wie das
im Winter weitergehen wird (statt beim Einsteigen den Schnee von den Stiefeln
abzuklopfen, Stiefel und Socken ausziehen? Wohl kaum praktikabel).
Schließlich
entschied ich mich für die schneefreie Westseite des oberen Isartales, und zwar
für das 1140 m hohe Schwarzköpfel bei Gaißach. Bei strahlendem Sonnenschein
aber sehr kalter Luft wagte ich es, mich nur mit Sandalen unter die zahlreichen
Bergstiefel - Wanderer zu begeben. Die Socken verstaute ich gleich im Rucksack.
Als der anfängliche Schotterweg aufhörte, begann ein Wiesenpfad, der
größtenteils aus meist schlammiger Erde bestand. Etwa 10 Minuten spurtete ich,
die anderen Wanderer überholend, so dahin, dann wollte ich einfach den Weg
unter meinen Füßen wirklich spüren!
Nach einer Wegbiegung – niemand konnte
mich sehen – hing ich die Sandalen verstohlen an den Rucksack. Wohlgemerkt am
5. November, bei ca. 7 Grad Lufttemperatur und die Pfützen im Schatten hatten
teilweise noch eine hauchdünne Eisschicht von der Nacht! Herrlich!
Da der Weg
auf das Schwarzköpfel größtenteils in der Sonne verläuft, war die trockene
Erde angenehm fußwarm der Schlamm kühl, aber nicht unangenehm. Die Wiesen, der
Waldboden und das Herbstlaub schmeichelten den Fußsohlen. Jetzt war ich
innerlich wirklich auf dem Weg!
Mit jedem Schritt wurde das Barfußgehen
selbstverständlicher, und die Kommentare der anderen Wanderer, die ich
überholte, bestärkten mich eher (z.B. hörte ich ein Kind zu seinem Vater
sagen: "Papa, der geht ja barfuß!" – Die Antwort: "Ja, das tut
sicher gut".) Nichts von "Spinner" oder "Sonderling"!
Im Schatten war der Boden schon kalt, aber beim flotten Gehen, obenherum
mittlerweile ordentlich schwitzend, kein Problem. Dadurch, dass der Boden jetzt
so aufgeweicht ist, ist er herrlich weich, eine Wohltat für die Gelenke, das
kann man aber nur barfuß richtig spüren und genießen. Auf dem weitgehend
baumfreien Gipfel, der schon von zahlreichen anderen "Sonnenanbetern"
belagert war, verbrachte ich von 12 bis 15 Uhr einen sonnigen, ruhigen Lese -
Mittag. Das elektronische Thermometer, das ich seit meinen interessanten
Bodentemperaturmessungen am Brauneck (hierzu vielleicht später mehr) im
Rucksack trage, zeigte 7 Grad Lufttemperatur im Schatten und 16 Grad in der
Sonne.
Die Sonne stand schon tief, als ich mich gegen halb vier Uhr auf den
Rückweg machte. Der barfüßige Mittag hatte mich so beschwingt, dass ich
größtenteils im Dauerlauf bergab trabte – meine Fußsohlen sind mittlerweile
so stabil, dass auch manch spitzer Stein ihnen nichts mehr anhaben kann.
Allerdings wurde es jetzt so kalt, dass ich erwog, ob ich zuerst meine Hand-
oder Fußschuhe anziehen sollte. Das Ende des Wanderpfades und der Beginn des
Schotterweges nahm mir die Entscheidung ab. Barfuß mit Mütze und Handschuhen
wäre ich wohl doch ein Kuriosum gewesen.
Auf der Heimfahrt und zu Hause das
bekannte wohlige Gefühl in den Füßen: warm, trocken, prickelnd. - Auf dem Weg
zum Ganzjahresbarfüßer?
Besondere Grüße an Lorenz, was Du mir über die
Sherpas gesagt hast, begleitet mich jetzt beim Barfußgehen zwischen 0 und 10
Grad! Fuß zum Gruß Barfußmatthias
[ 5. November auf der Suche nach Sonne wieder ins
Tölzer Land ]
Das war ein wunderbar sonniger Tag,
wenn auch eher ein kalter Ostwind (ca. 8 Grad) blies -- doch der Boden war
wärmer!
Ich war mit der Familie bei Uffing am Staffelsee wandern und wollte die
Tevas zunächst an den Hosengürtel hängen, ließ sie aber dann doch im Auto
und habe das keinen Moment bereut! Im Herbst hat man den Vorteil, dass alle
Wiesen gemäht sind, so dass man neben den dort fast durchgehend geschotterten
Wegen gehen muss.
[ Heimfahrt und zu Hause bekannte wohlige Gefühl
in Füßen ... Lorenz, was Du mir über Sherpas
gesagt hast, begleitet mich jetzt beim Barfußgehen zwischen 0 und 10 Grad]
Das
über die Sherpas war ja nur aus dem Fußgesundheitsartikel der Bunten
abgelesen. Was da verschwiegen wird, ist natürlich die Verletzungsgefahr, die
sich daraus ergibt, dass auch schwerste Arbeiten barfuß verrichtet werden.
Beim
Bewegen schwerer Lasten, beim Rasenmähen, etc, möchte ich aus dem Barfußgehen
lieber kein Dogma machen! Aber normalerweise ist es ein gesundes und
ungefährliches Vergnügen. Serfuß, Lorenz
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