(Schn)Axel (XL) gibt barfüßige Erlebnisberichte
(Forumbeiträge seit Spätherbst 1998)

Hallo, Ihr ebenfalls barfüßigen Freunde!
Dank des Tipps einer guten Freundin, habe ich nun auch endlich Eure Seite gefunden und bin froh, doch so eine Menge von Gleichgesinnten zu finden. Ich bin 26, komme aus Bonn, studiere Chemie, zeichne Comics, spiele Rollenspiel und habe mit Karate endlich eine Sportart gefunden, bei der es ganz selbstverständlich ist, dass barfuß trainiert wird. ... Meine schönste barfüßige Wanderung habe ich bisher in der Provence in der Nähe von Gap gemacht, wo ich knappe 20 km durch ein wunderschönes Tal an einem Bach entlang gelaufen bin; vermiest wurde mir das allerdings durch meine damalige Freundin, die Füße gehasst hat, und die motzte, weil sie Angst hatte, sich mit mir vor den anderen Wanderern zu blamieren ... Tja, soviel erst mal zur Vorstellung ...
Jaja, das Problem mit Axel und Alex ist mir durchaus bekannt, deshalb trete ich ja im Web meistens als "Schnaxel" auf, einer Kurzform für "Axel Schneider", so nennen mich auch die meisten meiner Freunde. Da hier im Forum jedoch einige Bayern auftreten, habe ich diesen Spitznamen zunächst nicht verwendet, da er im Bayrischen eine andere Bedeutung hat. Inzwischen kennen mich hier ja doch ein Paar Leute, und ich kann es wagen, mich auch hier "Schnaxel" zu nennen ...
Bisher war ich ja gewohnt, dass meine Barfüßigkeit von der Außenwelt zwar registriert aber unter "der ist ja komisch drauf" abgetan wurde, gestern ging das mal anders ... Auf dem Heimweg zur Uni hab ich nen kleinen Umweg gemacht und bin eine gute Stunde durch die Bonner Rheinaue spaziert. Eigentlich waren außer mir nur Inline - Skater unterwegs, aber irgendwann traf ich auf zwei barfüßige Mädchen (beide ca. 25), von denen die eine sofort zur anderen sagte: "Siehst Du, der läuft auch barfuß ...". Wir kamen kurz ins Gespräch, wobei ich erfuhr, dass es der einen Spaß machte barfuß zu gehen (sie ging auch nicht auf dem Gras sondern - wie ich - auf dem heißen Asphalt), der anderen tat es irgendwie weh, da ist wohl jeder anders beschaffen ... Als ich nach den ausgedehnten Spaziergang dann barfüßig an der S - Bahn - Station saß, setze sich ein weiteres Mädchen (ca. 18) neben mich, deutete auf meine bloßen Füße und meinte: "Das hätte ich besser auch getan...".
Ich fragte sie, warum sie es denn nicht getan hatte, und da wusste sie keine Antwort drauf und zog ihre Schuhe aus. Leider hatte sie schon eine Fahrkarte gekauft, sonst wären wir zusammen am Rhein entlang wieder in die Stadt gelaufen ... Soweit war es also ein netter barfüßiger Tag, nur leider muss ich nun den Rest der Woche darauf verzichten ...
Gestern hab ich mal einen netten Kommentar zu meiner Barfüßigkeit bekommen. Ich bin es ja inzwischen gewohnt, dass sich niemand mehr an meinen bloßen stört, bzw., sie auch so gut wie niemand zu registrieren scheint... Zumindest bin ich gestern barfuß mit Bus und Bahn zum Karate und hatte - wie immer nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel- rabenschwarze Fußsohlen. Auf dem Weg vom Bus zur Turnhalle überholte mich eine Mitkarateka auf dem Fahrrad und fragte lächelnd: "Wäschst Du Dir vorm Training auch die Füße oder lohnt sich das erst, wenn Du auch noch den Dreck aus der Turnhalle drunter hast..?". Und noch was: Auf dem weg in die Uni ist mir eben eine beschuhte Mutter mit ihrem barfüßigen Kind (ca. 10) an der einen und einem Paar Kinderschuhen an der anderen Hand entgegengekommen; vielleicht hätte ich sie fragen sollen, ob sie ihre Schuhe nur deshalb an den Füßen trägt, weil sie keine Hand mehr frei hat... ;-)
Es ist doch immer wieder schön, das Verhalten der Mitbürger zu beobachten... Kaum sind ein paar Wolken am Himmel, holen sie alle wieder ihre Winterkleidung aus dem Schrank, da sind mir gestern und heute ja eimerweise Leute mit Mantel, Jacke, dicken Schuhen und so Quatsch über den Weg gelaufen. Den Vogel abgeschossen hat dann einer, der doch tatsächlich seine komplette "Proleten-Uniform" bestehend aus Plateauschuhen, geknöpfter Trainingshose und DAUNENJACKE anhatte, aber mich mit meinen bloßen Füßen starren sie alle an wie das achte Weltwunder, sobald es mal unter 30° ist... ;-)
Dieses Wochenende habe ich mal wieder meine Neigung zu harter, lauter und böser Rockmusik ausgelebt und mich nach Balingen (irgendwo im tiefen Süden) auf das BangYourHead- Festival begeben (u.A. mit Deep Purple, motörhead, Dio, Hammerfall, GammaRay). Es war herrliches Wetter, so dass es nicht lange gedauert hat, bis den meisten ihr Schuhwerk (bei jüngeren bevorzugt Springerstiefel, bei älteren Cowboystiefel) zu warm wurde, und eine ganze Menge Leute (erstaunlicherweise mehr Männer als Frauen) barfuß über den Zeltplatz lief.
Auf dem eigentlichen Konzertgelände trugen dann doch fast alle (auch ich) Schuhe, was angesichts des üblichen Gedränges und des Schotters auf dem Boden auch recht verständlich war. Trotzdem haben eine ganze Menge (genau wie ich) nach Verlassen des Konzertgeländes ihre Schuhe wieder in die Ecke gestellt. ...
Was ich heute in der Stadt erlebt habe, hat mich dermaßen erstaunt, dass ich gleich erst mal das nächste Internet-Cafe angesteuert hab ... Nun war mir gestern bereits eine barfüßige Radfahrerin über den Weg gefahren, und heute morgen ist mir ein weiterer barfüßiger Radfahrer begegnet, soweit ist das ja im gewohnten Bereich, aber dann ... Kurz bevor ich vorhin das Uni - Rechenzentrum verlassen wollte hörte ich plötzlich das bekannte "Plop Plop..." bloßer Sohlen auf PVC-Boden; ich drehe mich um und tatsächlich läuft eine Studentin auf - für Barfüßer ungewohnt kleinen- bloßen Füßen an mir vorbei; ich laber sie gleich an, wobei sie natürlich auch meine rabenschwarzen Fußsohlen erblickt. Wir unterhalten uns kurz über unsere Barfüßigkeit und sind uns einig, dass es nicht nur - auf unsere eigenen Füße bezogen - bequemer, sondern auch - auf die des Gegenübers bezogen - hübscher ist. Anschließend gehe ich in dei Stadt um mich nach einem günstigen Zelt umzuschauen, da begegnet mir eine weitere Barfüßerin, auch wir kommen kurz ins Gespräch, aber nur kurz. Im weiteren Verlauf des Stadtbummels erblicke ich noch zwei weitere Paare bloßer Füße, allerdings immer auf der anderen Straßenseite o.ä. so dass es nicht zum Gespräch kommt ... Na ja, langer Rede kurzer Sinn: 5 Paar bloße Füße an einem Tag, das ist gegenüber dem, was ich gewohnt bin eine deutliche Steigerung, das lässt hoffen, dass es demnächst noch mehr werden ... Denkt bloß nicht, dass das gestern alles war, nein, auf dem Heimweg hab ich in der U-Bahn noch eine weitere Barfüßerin getroffen, die auch gleich zu mir meinte "Ah, da sind meine Füße ja nicht die einzigen, die hier barfuß gehen...". ... Grade ist mir mal wieder was witziges passiert: Auf dem Weg zur Uni gingen zwei Mädels (ca. 18) nebeneinander vor mir auf dem recht schmalen Bürgersteig. Da ich es recht eilig hatte, hab ich mich an den beiden vorbeigeschlängelt. Kurz darauf meinte eine von beiden: "Barfuß ist man ja auch schneller!". Darauf meinte ich: "Oh, den Aspekt hatte ich noch gar nicht beachtet, ich geh eigentlich nur barfuß, weil es Spaß macht". Die beiden versicherten mir, dass man in Schuhen mit Absatz definitiv langsamer sei, als barfuß. Warum sie dann trotzdem ihre Schuhe nicht ablegten, bleibt unklar ... Heute morgen dann wieder eine barfüßige Radfahrerin und nun sitzt hier im Rechenzentrum schon wieder eine ohne Schuhe am Rechner ...
Da ich im Moment studientechnisch außer Lernen nichts zu tun habe, muss ich derzeit die Chemischen Institute nicht betreten und kann daher seit zwei Wochen komplett schuhfrei in der Uni unterwegs sein (Bisher hatte ich immer welche mit, und hab diese in den chemischen Instituten auch angezogen).
Dabei muss ich feststellen, dass die Resonanzen, die ich auf meine Barfüßigkeit bekomme, durchaus nett sind: Da ich ziemlich häufig im Rechenzentrum abhänge, habe ich mich inzwischen an alle Schrulligkeiten des recht schlampig installierten Linux gewöhnt, was sich auch rumgesprochen hat. Gestern hat mich wieder einmal eine Userin angesprochen, bei der der falsche Mailserver eingetragen war. Ich fragte sie, woher sie denn wisse, dass ich damit klar komme und sie meinte, ihr Nachbar habe gesagt: "Frag den mit den bloßen Füßen, der kennt sich hier aus..."
Eine andere, die hier auch fast täglich auftaucht, saß vor ein paar Tagen ebenfalls barfuß am Rechner (allerdings standen ihre Schuhe noch vor ihren Füßen), als ich mich an den Rechner neben sich setzte, meinte sie zu mir: "Du hast Recht, barfuß ist es viel bequemer". Trotzdem hat sie ihre Schuhe wieder angezogen, als sie gegangen ist ... selbst Schuld. Das sind jetzt natürlich nur zwei Beispiele, die ich aber durchaus nett fand, die Meisten scheinen meine Barfüßigkeit als ganz normal zu empfinden und sprechen mich nicht darauf an, auch wenn ich längere Zeit neben ihnen am Rechner stehe um etwas zu erklären, auch eine Form der Akzeptanz meiner bloßen Füße ...
So kann es durchaus weitergehen, allerdings dürfte der Männeranteil noch ein bisschen steigen... Schnaxel

Hi Schnaxel, vielleicht liegt's auch am Umzug unserer Politiker aus Bonn, dass die Leute lockerer werden und barfuß durch das Provinznest laufen. Hier im Süden gibt es trotz des schönen Wetters eher weniger Barfüßer als die letzten Jahre, vor allem die Frauen machen sich rar, d.h. es sind eher Männer auf nackten Füßen unterwegs.
Aber ich hoffe noch... Serfuß, Jörg(Hanna)

Nee, mit den Politikern hat das bestimmt nix zu tun, da die sich aus dem städtischen Leben eh immer komplett rausgehalten haben. Jeder Mensch, der einige Zeit in Bonn lebt, gewöhnt sich nach und nach den Bonner Slang an, bei unseren Politikern ist mir das noch nie aufgefallen, woran man sieht, dass die eh keinen Kontakt zur Bevölkerung pflegen. Die Bonner Barfüßigkeit liegt vielleicht in der Bonner Grundeinstellung "Leben und Leben lassen" begründet; hier bekommt man höchstens witzige Kommentare zu den bloßen Füßen zu hören, aber meistens gar keine. Gestern sind mir dann übrigens keine weiteren Barfüßer begegnet, was allerdings kein Wunder war, da Bonn sich im Laufe des sonnigen Tages zu einem "verdammt heißen Pflaster" entwickelt hat, bei dem selbst ich zwischenzeitlich meine Sandalen aus den Rucksack gekramt habe.
Fuß zum Gruß, XL (nennt sich jetzt nicht mehr Schnaxel)

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