| [Gerald fiebert immer dem 1. Mai entgegen] | [Gerald berichtet von Barfußerlebnissen] |
Gerald
fiebert immer dem 1. Mai entgegen
(aus Forumbeiträgen im Frühjahr 1999)
Hallo Mitbarfüßer und -innen!
Der Aufruf zu den 60 Barfuß - Stunden hat mich für das vergangenen Wochenende inspiriert.
Nachdem ich nun schon einige Zeit das Forum verfolge und mir damit sehr viel Auftrieb für
meine eigene Barfüßer - Saison geholt habe, wollte ich mich erst melden, wenn ich auch ein
paar Erfolgserlebnisse vorzuweisen habe.
Nun, der 1. Mai ist für mich seit jeher ein magisches Datum, dem ich ab Oktober
entgegenfiebere und diesmal war es auch schön warm. Mit meiner Freundin machte ich
zunächst einen Ausflug ins - auch hier schon beschriebene - Barfuß - Eldorado
Linz, wo uns gleich zwei barfüßige Mädchen begegnet sind. Wir grinsten uns breit an
und grüßten uns quasi als Gleichgesinnte.
Nach den sporadischen Barfuß - Auftritten im April tat es unendlich gut, wieder Boden
unter den Füssen zu spüren. Der warme Asphalt, die feuchte Erde und das prickelnde
Gefühl auf Kieswegen zeigten meinen Füssen wieder, dass sie nicht nur für öde
Schuhgefängnisse geschaffen sind. Den Nachmittag nutzten wir für eine längere
Wanderung. Nach ca. 2 Stunden auf Asphalt brachte ein Waldweg Abwechslung. Der weiche
Untergrund gemischt mit ein paar harten abgebrochenen Zweigen war genau das richtige.
Lediglich der grobe Kies auf Forststrassen erfordert doch noch etwas Abhärtung für meine
Sohlen.
Auf dem Rückweg hatten wir noch eine besonders nette Begegnung mit einem Pärchen. Sie
glotzten uns schon von einiger Entfernung total an und wir malten uns beim Näherkommen
ihre Kommentare aus. Als wir auf gleicher Höhe waren, hielten sie uns tatsächlich auf -
mit der Frage, ob es denn warm genug sei zum Barfußlaufen. Nach unserem Lob über die
optimalen Barfußbedingungen meinte die Frau, dann könne sie es ja auch probieren,
schlüpfte aus den Schuhen und setzte den Weg barfuß fort.
Wie bei Lorenz: Das beste Mittel zu einer größeren Akzeptanz - und einer größeren
Barfuß - Community - ist das gute (barfüßige) Vorbild. Herz - äh - füßlich Gerald
Hallo Gerald,
[nun schon einige Zeit das Forum verfolge und mir damit sehr viel Auftrieb für meine
eigene Barfüßer - Saison geholt habe, wollte ich mich erst melden, wenn ich auch ein paar
Erfolgserlebnisse vorzuweisen habe.]
Man muss hier wirklich keine "Erfolgserlebnisse" vorweisen, aber es ist
natürlich schön, wenn Du welche hast ! Und da der oben zitierte Aufruf von mir war,
freue ich mich natürlich auch etwas darüber.
[Ausflug ins - auch hier schon beschriebene - Barfuß - Eldorado Linz]
Entnehme ich dem richtig, dass Du Österreicher bist ? Erzähl doch ruhig etwas mehr über
Dich und Deine persönliche "Barfüßergeschichte" !
[1. Mai ist für mich seit jeher ein magisches Datum, dem ich ab Oktober entgegenfiebere]
Als Gewerkschafter (ich bin keiner) würde ich vielleicht auch dem 1. Mai entgegenfiebern.
Als begeisterter Barfußläufer sollte man sich allerdings, wie ich finde, lieber vom
Wetter (und das war im Rheinland auch während des Winters gar nicht selten barfußfähig)
als vom Kalender abhängig machen !
Frühlingsfüße aus Köln sendet Dir Georg
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Gerald
berichtet von mehr oder weniger erfreulichen Barfußerlebnissen
(Forumbeiträge im Frühjahr 1999)
Hi Leute! Kaum regnet es bei euch im Norden etwas
stärker steigt das Wasser offenbar nicht nur in den Strassen, sondern auch in die Köpfe.
Nur so kann ich mir ein paar Beiträge in der Fetisch - Diskussion
erklären. Ich halte es da mit Lorenz: Der menschliche Körper an sich ist im Grunde
ästhetisch und erotisch - also auch die Füße. Und da nun mal die Füße die meisten
Nervenenden haben (oder so - Mediziner seid gnädig!) hat Barfußlaufen sehr viel mit
sinnlichem Empfinden zu tun.
Da aber ein Erlebnis vom letzten Wochenende sehr gut zur Diskussion passt, möchte ich
dies nicht verheimlichen. Bei einer Bergtour in den Kärntner Bergen lief ich die letzten
paar Kilometer barfuß über eine ziemlich steinige Schotterstrasse. Zwar spürte ich noch
deutlich das mangelnde Training, aber als ein Opa mit seiner etwa 18jährigen Enkelin
entgegenkam, ließ ich mir natürlich nichts anmerken. Noch dazu da ich merkte, dass sich
die beiden sichtlich für mein barfüßiges Entgegenkommen interessierten. Der ältere
Mann sprach mich auch sofort an und meinte, indem er auf meine nackten Füße deutete:
"Ich bewundere Sie. Das möchte ich auch noch einmal können." Wir unterhielten
uns daraufhin über das Barfußlaufen und ich ermunterte ihn, doch die Schuhe auszuziehen.
Aber er meinte, er sei für solche Späße schon zu alt.
Da schoss plötzlich seine Enkelin eine Meldung heraus, die mich vollkommen platt machte:
"Ich finde das total geil!" Rief´s, setzte sich an den Wegrand und zog ihre
Schuhe und Strümpfe aus. Nun habe ich ja schon mehrfach positive Erlebnisse mit
Reaktionen auf´s Barfußlaufen gemacht, aber das schlug denn doch dem Fass den Boden ins
Gesicht ... Umso beschwingter trat ich den Weiterweg an und die Steine waren plötzlich
gar nicht mehr so schmerzhaft.
Damit ihr aber nicht glaubt, ich hätte ausschließlich so positive Erfahrungen, noch ein
kurzer Bericht vom Sonntag: Wir waren in Italien. An sich
sagt das für Barfüße schon alles. Dieses Volk wird, so scheint mir, schon mit
Designerschuhen geboren und alles was nicht nach Bruno Magli ausschaut, wird skeptisch
beäugt. Wenigstens ist der Großteil der Italiener so höflich, sich zu deinen nackten
Füssen nicht zu äußern. Wie gesagt: Der Großteil.
Uns musste am Sonntag auf einem Waldweg in den Julischen Alpen ausgerechnet eine
Schulklasse begegnen. Selbstverständlich hatten die Bambini bei strahlendem Sonnenschein
und Temperaturen um 25 Grad Designer-, Sport- und die unseligen Plateauschuhe an. Da
hätte ich gar nicht Italienisch verstehen müssen, um zu kapieren, was die sagten, als
wir an ihnen vorübergingen.
Na ja, Augen und Ohren zu und durch. Und immer denken: Die wissen ja gar nicht, was ihnen
da entgeht. Meine Freundin und ich genossen trotzdem noch die barfüßige Wanderung. ...
Hi Leute, muss mir heute mal meinen Frust von der Leber schreiben. Irgendwie werde ich das
Gefühl nicht los, dass heuer verdammt wenige Leute barfuß rumlaufen. Gestern war
größte Hitze angesagt und am Nachmittag gab es plötzlich einen herrlich warmen
Sommerregen. Für mich die beste Voraussetzung für einen Barfußspaziergang durch die
Stadt: warmer Asphalt, warmes Wasser durch das man durchwaten kann ... einfach herrlich!
Normalerweise ziehen bei uns dann auch mehr Leute ihre Schuhe aus und laufen fröhlich
barfuß. Diesmal allerdings totale Fehlanzeige: Ich traute meinen Augen nicht, ich war der
einzige, der diese herrliche Gelegenheit nutzte. Auch sonst habe ich den Eindruck, dass
heuer wesentlich weniger Leute ihren Füßen gutes tun. Ihr könnt euch vorstellen, wie
glücklich ich bin, dass es dieses Forum gibt. Da weiß man sich wenigstens virtuell in
bester Gesellschaft. Das gibt Mut zum Weitermachen. Und wenn selbst UHBP (unser höchst barfüßiger Präsident) als oberstes Vorbild wirkt,
stärkt das mein barfüßiges Selbstvertrauen ungemein. Wie ist die Tendenz eigentlich bei
euch? Von einigen liest man ja ähnlich frustrierende Statistiken.
Na ja, nur nicht unterkriegen lassen von der Schuhlobby und immer fröhlich barfuß (ist ja
doch das Beste) ...
Bei uns ist die Barfußsaison so richtig angelaufen. Es interessant: Obwohl es ja schon
länger heiß ist, laufen erst jetzt mehrere Leute barfuß auch in der Stadt. Ich denke
mir, dass dies mit den beginnenden Ferien zu tun hat, da der Altersschnitt der BarfüßerInnen
immer niedriger wird. U.U. trauen sich Schüler erst gegen Ende des
Schuljahres aus ihren Schuhen raus, da sie vorher von Ihren Lehrern nicht gesehen werden
wollen?!
Ich war am Wochenende an einem unserer zahlreichen Gebirgsseen, um dort eine
Barfußwanderung zu unternehmen. Im Gegensatz zum städtischen Asphalt war der lehmige
Untergrund schön kühl. Zwei Stunden ging es durch ein Waldstück, das für die Füße
alle Sinneseindrücke von Moos über Laub und nadelbedeckte Erde bot. Beim Rückweg
erwischte ich jedoch die falsche Abzweigung und fand mich plötzlich auf einem extrem grob
geschotterten Weg wieder. Zu meiner Freude sind meine Sohlen doch schon einigermaßen
abgehärtet und selbst mehrere Stunden auf Schotter sind keine größere Qual mehr. Viel
schlimmer war hingegen, dass dieser Weg offenbar das beliebteste Senioren - Ausflugsziel
des gesamten süddeutsch-österreichischen Raumes ist. Heerscharen von Pensionisten kamen
mir entgegen. Im Gegensatz zu vielen früheren positiven Erlebnissen mit älteren Menschen
regierte diesmal die Skepsis gegen meine nackten Füße. Vor allem eine bayrische
Reisegruppe fauchte mich regelrecht an, ob ich denn keine Schuhe hätte. Auf
Gegenargumente wie Gesundheit etc. reagierten sie nicht. Und als ich einen von ihnen
fragte, ob er nie barfuß gegangen wäre, meinte er: Werd net frech! Was soll's: Diesmal
Pech gehabt. Dennoch war es eine wunderschöne Wanderung. Noch viel Freude beim
Barfußlaufen
Mit herzlichem Fußgruß Gerald
Das ist ja wirklich ungewöhnlich, dass gerade von
Senioren die komischen Bemerkungen kommen. Meine Erfahrung war demgegenüber auch eher so,
dass gerade ältere Leute noch positive Erinnerungen mit dem Barfußlaufen verbinden und
mich auch das eine oder andere Mal schon gezielt angesprochen haben. Aber was soll's,
vielleicht hast Du in dem konkreten Moment einfach zu exotisch gewirkt oder der Föhn war
zu stark ...
Aber wie sagt man da auf gut bayrisch: Die ignorier i noch ned a'mal. Kräftige Sohlen
wünscht Kai
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