[Georgs barfüßige Unternehmungen in 1998] [Georgs barfüßige Unternehmungen in 1999]

Georg berichtet von allerlei barfüßigen Unternehmungen in 1998
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Sommer/Herbst/Winter 1998/ 99)

Nachdem ich gestern mit nackten Füßen laufen war, habe ich mich heute für das Fahrrad entschieden - barfuß - Euer Erfolg, denn vor Wochen hätte ich selbstverständlich Sandalen angezogen. Aber irgendjemand hatte es in einem Beitrag vorgeschlagen, und heute war es mein zweiter Trip (zum ersten siehe unten). Es war ausgesprochen schön, den Wind um die Füße zu spüren, gerade auch an den Fußsohlen, die ja Durchzug nicht eben gewöhnt sind. Leider wurden mir aber wegen des recht kühlen Wetters (die Blicke der Leute, die mir begegneten, sprachen ohnehin Bände) die Zehen arg kalt, auch Umklammern der Pedale und Loslassen im Wechsel brachte nicht viel. Deshalb habe ich dann nach rund einer Stunde doch meine Birkenstock - Zehenstegsandalen angezogen, die ich auf dem Gepäckträger hatte; die warme Korksohle tat dann doch richtig gut.
Vor rund einer Woche, als das Wetter noch warm und schön und der "Winter" noch fern war, bin ich, ebenfalls barfuß, mit dem Rad in Richtung Kölner Innenstadt gefahren; ich musste Medien in die Zentralbücherei zurücktragen. Leider hatte ich rund zwei Kilometer vor meinem Ziel einen "Platten", wie man bei uns sagt; ich habe das Rad dann angekettet und bin barfuß weitergegangen, bis ich den letzten Brunnen vor meinem Ziel (an der Domplatte) erreicht habe.
Wie ich schon schrieb (und sogleich Widerspruch erntete), finde ich schwarze Füße nicht so angemessen (respektiere aber selbstverständlich die gegenteilige Meinung anderer !) und wollte so nicht in die Bücherei , deshalb habe ich im Brunnen die Füße gebadet und dann die Sandalen angezogen.
Nach dem Büchereibesuch hatte ich noch ein anderes Ziel, zu dem ich eigentlich auch hatte per Rad gelangen wollen. Da dies wegen der Panne nicht ging, bin ich mit der Straßenbahn gefahren - jetzt wieder barfuß - und zu dem zweiten Ziel durch eine Grünanlage extra noch einen Umweg gegangen, weil ich es so genoss. ...
Schon lange war ich nicht mehr so häufig barfuß unterwegs wie in diesen Tagen. Das liegt einerseits daran, dass der Herbst heraufzieht und diese Jahreszeit mich schon immer daran denken ließ, dass ich jetzt verdammt lange nur noch selten barfuß unterwegs sein kann (der deutsche Schmuddel - Winter ist einfach zu lange !). Zum anderen hat es aber auch damit zu tun, dass die Beschäftigung mit Euren Berichten und Anregungen mich sehr motiviert hat (wenn Michaela so weiter schreibt, schließe ich mich vielleicht sogar noch dem Stamm der Schwarzfußindianer an ...).
Vorgestern (Sonntag) musste ich zur Taufe meines Neffen. Ob mich die Krawatte am Hals oder die Halbschuhe an den Füßen mehr störten, kann ich nur schwer sagen. Jedenfalls gab es nachmittags einen beschuhten Spaziergang durch ein Gebiet, das ich noch nicht kannte: Wald, Wiesenpfade und ein schlecht besuchter Golfplatz ... Da muss ich unbedingt barfuß hin ! Wenigstens den Abendspaziergang mit meiner Frau habe ich barfuß machen können.
Gestern Nachmittag konnte ich mir recht viel Zeit nehmen; ich bin barfuß mit dem Fahrrad quer durch Köln zur Sporthochschule gefahren, wo ich gelegentlich in der Bibliothek bestimmte Zeitschriften durchblättere. Gestern habe ich diese Räumlichkeiten erstmalig barfuß besucht; Marmor im Treppenhaus und Teppich auf dem Boden waren recht angenehm, aber außer mir niemand auf dieses Erlebnis erpicht. Auf dem Rückweg habe ich ein Stück mein Fahrrad durch eine Einkaufsstraße geschoben, da fiel auch als Premiere der erste Barfußbesuch in einem Weinladen ab (und Verhandlungen an einem Werbestand der Grünen - die hatten keine Probleme mit meinen nackten Füßen, sondern mit der Tatsache, dass sie - wie sich herausstellte - eigentlich eine Fraueninitiative und auf Konversation mit Männern nicht eingestellt waren ...
Heute hat es leicht geregnet; diiie Gelegenheit zum Barfußjoggen. In der Grünanlage waren ansonsten nur vermummte Gestalten mit Schirm unterwegs, aber ich sah bei niemandem eine Gefühlsregung ob meines Aufzuges (T-Shirt, Radlerhose, Ende) - offenbar haben Regenspaziergänger eine liberale Grundhaltung. Bei besserem Wetter werde ich übrigens ab und an von Jugendlichen dumm angemacht, aber ich reagiere nur selten darauf (mit der Einladung, die Schuhe auszuziehen und mitzulaufen). Begegnet ist mir allerdings noch nie ein(e) Barfußjogger(in), schade. Hoffentlich bieten sich in den verbleibenden Tagen noch mehr Gelegenheiten, engen Kontakt zum Boden zu halten bzw. zu suchen ! ...
Ich habe ja schon mehrfach ausgedrückt, dass mich die Teilnahme an diesem Forum immens motiviert hat, meine Barfußerfahrungen auszudehnen. So habe ich in den letzten Tagen einige Spaziergänge mit nackten Füßen gemacht, und da es ja viel geregnet hat, war der Boden immer irgendwie feucht. Das Gefühl war durch die Bank super ! Nicht nur Wiese, auch Lehmboden (z. B. auf Trampelpfaden) und Waldboden sind feucht sehr schön anzufühlen. An asphaltierten Wegen kann ich keinen rechten Unterschied zu trocken empfinden, und Pflastersteinen bin ich nicht begegnet (übrigens auch niemand anderem barfuß). Ganz lustig ist der Perspektivenwechsel : wenn ich jetzt ordentlich Matsch oder eine Pfütze vor mir gesehen habe, habe ich mich richtig darauf gefreut, da durch laufen zu können ! Sonst schaut man ja immer, wo man am besten dran vorbei kommt ...
Georg

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Georg berichtet von allerlei barfüßigen Unternehmungen in 1999
(aus verschiedenen Forumbeiträgen seit Frühling 1999)

Barfuß zur Medienbibliothek. Hallo Freunde, heute soll der vorläufig letzte Tag mit warmem und schönem Wetter im Rheinland gewesen sein - Schade. Da das auch gestern schon so vorhergesagt wurde, stellte sich die Frage, ob vielleicht das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden sei. Es mussten nämlich dringend Medien zur städtischen Medienbibliothek zurückgebracht werden - und die befindet sich im Media - Park just in dem Gebäude, das auch den Fernsehsender VIVA beherbergt.
Damit auch sportliche "Ertüchtigung" stattfände und weil es bei wärmender Sonne auch schöner ist als Straßenbahnfahren, hatte ich mir vorgenommen, mit dem Fahrrad dorthin zu fahren. Schuhe und Tasche kamen auf den Gepäckträger und ich radelte barfuß Richtung Kölner Innenstadt, entlang der Rheinuferpromenade zum Media - Park.
Dass ich Schuhe mithatte, bewährte sich übrigens an einigen stark mit Scherben verseuchten Stellen, wo ich weder mit dem Rad durchfahren noch - Rad in der Hand - barfuß durchlaufen wollte. Am Ziel angekommen entschloss ich mich (der Versuchung widerstehend) barfuß zu bleiben, ging an der vor dem Haus - wie üblich - herumhängenden Meute Jugendlicher (die hoffen immer auf Stars und Sternchen) vorbei durch den Haupteingang in die Bibliothek, erledigte was zu erledigen war, schaute mich gründlich um und trat den Heimweg an. Und das Beste ist : niemand hat irgendwie reagiert, verbal überhaupt nicht, und die paar Lächler lachten hoffentlich an, nicht aus.
Aber im Augenblick gilt man barfuß vielleicht einfach als einer, der überglücklich über den Frühling ist. Und das sind ja alle anderen irgendwie auch. ...
Heute am Nachmittag schien bei uns die Sonne, erwärmte den Boden - und ich konnte mir etwas Freizeit zusammenkratzen. Es wird Euch vermutlich nicht direkt überraschen, dass ich die Gelegenheit zu einem Barfußspaziergang nutzte, und zwar in einem Waldgebiet, das meine Füße schon länger etwas genauer kennenlernen wollten. Sie fanden darin auf Anhieb einige barfußfreundliche Wege, und ich erfreute mich ihrer und versank gedanklich nach und nach in mir selbst (es ging sogar ums Barfußlaufen).
Nach einem Orientierungsgespräch mit einigen Radfahrern wanderte ich auf einem Naturpfad entlang eines Bachlaufs zurück, dachte wieder nach und war mir ganz sicher, in wenigen Augenblicken die Lösung aller Barfußprobleme weltweit gefunden zu haben - da schreckte ich fürchterlich hoch, weil eine Fahrradklingel hinter mir ertönte. Ich drehte mich um, sah eine ältere Dame auf dem Fahrrad und sagte : "Sie haben mich aber mächtig erschreckt !" Sie schaute zu mir und antwortete : "Sie sind aber mutig ! Ist das denn nicht kalt ?" Und meine Antwort "Nein, ganz im Gegenteil" zog mich wieder hinein in die Alltagserlebnisse des gemeinen bundesdeutschen Barfüßers - und die geniale Idee für den Durchbruch im Weltbarfüßertum verabschiedete sich, ehe sie richtig bei mir angekommen war. Schade, nicht ? Georg

[ganz sicher, Lösung aller Barfußprobleme weltweit gefunden zu haben ...]
Du hattest sie ja eigentlich schon: DER WEG IST DAS ZIEL!
[schreckte ich hoch, weil Fahrradklingel ertönte ... geniale Idee für den Durchbruch im Weltbarfüßertum verabschiedete sich, ehe sie richtig angekommen war.]
Den Politikern im Maximilianeum geht wes mit ihren Durchbrüchen auch nicht besser, weil der Engel Aloisius im Hofbräuhaus abgeblieben ist!
[Schade, nicht ?] Sollten die Barfüße einmal den Verbreitungsgrad der Zahnbürste erreichen, dann schreibt hier niemand mehr im Forum -- oder hast Du schon mal so etwas wie z.B. ein Zahnbürstenforum gefunden? Also ist es gar nicht schlecht, dass wir hier für die öffentliche Akzeptanz unserer bloßen Füße eintreten können und etwas zu diskutieren haben!
Herzlich Füße, Lorenz
P. S.: Falls es doch so etwas wie Zahnbürstenfetischisten mit Diskussionsforum geben sollte, würde es mich auch nicht mehr wundern!

Pfingsten ist zwar schon eine halbe Woche her, trotzdem ein kleiner Rückblick auf den Pfingstsonntag :
der Wetterbericht hatte warmes und sonniges Wetter angesagt und bei uns in Köln hatte sich dieses auch vormittags pünktlich eingestellt. Wir hatten uns vorgenommen, bei schönem Wetter nach Krefeld zum "Flachsmarkt" zu fahren - nichts sprach dagegen. Polohemd und kurze Hose schienen mir für diese Gelegenheit der rechte Freizeitlook zu sein - und dazu passen ja auch nach Jörgs strengen Kriterien Barfüße bestens !
Leider hatte sich das schöne Wetter bis nach Krefeld zunächst nicht herumgesprochen - und meine nackten Füße waren bei knapp 20 °C drauf und dran, zur Attraktion des Festes zu werden : wie immer waren es nicht viele, aber doch regelmäßige Bemerkungen, die ich zu diesem Thema aufschnappte. Dann brach mit einem Mal die Sonne durch, die Temperatur stieg um einige wenige Grad Celsius - und seither habe ich keine einzige Bemerkung mehr gehört, dafür aber einige wenige barfüßige Aussteller und eine Handvoll ebensolcher Kinder (zwei eigene inklusive) gesehen.
Es ist schon merkwürdig, wie nachhaltig viele Menschen auf Sonnenschein beim Barfußlaufen fixiert sind ... und jetzt, wo mir die Asphaltböden zum Barfußlaufen schon unangenehm heiß sind, scheint es manchen erstmals in diesem Jahr zu reizen ! ...
Ich war heute am späteren Nachmittag bei bescheidenem Wetter im Kölner Rheingarten (einer Rheinpromenade und Grünanlage zwischen Dom und Heumarkt) unterwegs und lief barfuß über dunkle und daher angenehm warme Steine, als ein - wohl etwa 17 Jahre altes - Mädchen mich von der Seite ansprach : "Junger Mann, ist das nicht etwas kalt ?" Ich stutzte und antwortete wahrheitsgemäß : "Nein, meine Füße bewegen sich ja ständig, aber meine Arme sind ziemlich kalt." Daraufhin meinte ihre gleichaltrige Begleiterin : "Dann bewegen Sie die doch auch !" Mein erstauntes "Nein, das sieht mir zu doof aus !" machte die beiden baff und mundtot.
Kurze Zeit später am Rand der Domplatte begegneten mir noch einmal zwei Mädchen dieses Alters, aber diesmal sagte die eine sympathischerweise zur anderen : "oh, guck mal, barfuß - cool !" Und für alle, die gerne zählen : ich habe genau ein barfüßiges Kind gesehen (das aber zweimal); da ich das aber in Köln nie anders gekannt habe, beunruhigt mich das keineswegs. Ansonsten halte ich es mit Lorenz, der im Frühjahr mal sehr nett geschrieben hat, dass er als "Stand - alone - Lösung" gut zurecht komme ...
[hundertsten Bericht über ereignislose barfüßige Stadtbummeln brauch ich nicht zu schreiben Schnaxel]
Stimmt, aber nach meinem Eindruck verlaufen längst nicht alle .... ereignislos - und sei es nur die Begegnung mit einem Rentnerehepaar in der Kölner Innenstadt am letzten Montag, wobei er in schönstem Kölsch zu seiner Frau sprach : "Luur ens, dä hätt nit ens Schohn aan !"
Darüber kann ich inzwischen herzhaft schmunzeln (und andere vielleicht auch ?)
[Und auch Köln erweist sich dieser Tage als recht barfußfreundlich ... Wie macht sich das bemerkbar? Wird jetzt doch öfter barfuß gelaufen? Lorenz]
Nicht wirklich. Aber ich selbst habe im "Schutz" des guten Wetters alles gemacht, was ich noch vor Wochen ziemlich kategorisch ausgeschlossen habe : ich war mehrfach barfuß beim Bäcker und im Supermarkt in unserem Vorort und auch barfuß in Kölns Fußgängerzone (sporadische Sichtungen barfüßiger Kinder und - noch sporadischer - Erwachsener inklusive) ! ...
Beim Werkeln am "Best of" fand ich einen Beitrag von mir, in dem ich es recht kategorisch ausschloss, barfuß in unserem Supermarkt einkaufen zu gehen. Das diesjährige schöne Sommerwetter hat dafür gesorgt, dass ich das inzwischen doch schon etliche Male gemacht habe (ohne Reaktionen zu ernten), aber am Samstag Morgen kamen bei recht trübem Wetter doch Bedenken in mir auf. Ich hatte mich gerade innerlich für Sandalen entschieden, als unser Neunjähriger, der mich beim Einkauf begleiten wollte, frug : "Soll ich barfuß gehen ?" Da ich das (natürlich) nicht verhindern wollte, sagte ich "Ja klar" und konnte nunmehr konsequenterweise auch nicht mehr mit Schuhen los ... und daran haben wir beide am Wochenende dann auch nichts mehr geändert, einschließlich einer schönen Wanderung im Bergischen Land am Samstag und einem Spaziergang am Sonntag. Gut dass es manchmal Motivationshelfer gibt ! ...
Hallo Freunde, der schöne Sommer im Rheinland beschert mir seit Wochen barfüßige Wochenenden mit gelegentlichen kurzen Anfällen von Zweifeln. So auch heute, als wir um 11.00 Uhr das Gepäck für die Klassenfahrt unseres Neunjährigen zur Schule bringen sollten, weil ein Elternpaar dies schon einmal zur Herberge fahren sollte. Eine kurze zweifelnde Frage bei meiner Frau, ob ich doch lieber Sandalen anziehen sollte, brachte mir die Antwort : "Geh ruhig barfuß, inzwischen hab' ich das eh' allen erzählt" ein.
Gesagt, getan, und unser kleiner Barfußaktivist genauso. Am Treffpunkt gab es keinerlei Kommentare und auch kaum Blicke beim Smalltalk unter den Eltern. Dann meinte meine Frau, die auch als Begleiterin mitfahren wird, zum Klassenlehrer (etwas über 60) : "Der Benedikt macht die Wanderung am Dienstag bestimmt auch barfuß !"
Ein ungläubiger Blick und die Rückfrage : "Hat der das denn schon mal gemacht ?"
Antwort : "Der wandert immer barfuß."
Frage : "Auch längere Strecken ?"
Antwort (von mir) : "Jedenfalls so 12 bis 16 Kilometer allemal."
Erstaunte Feststellung des Lehrers : "Dann ist er ja ein richtiges Naturkind !"
Antwort : "Wenn man so will."
Lehrer : "Wie sonst nur in Äthiopien."
Ich : "Das geht aber auch gut hier, ist nur selten."
Ende der Konversation zu diesem Thema. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht neben der neuen Variante des Weltbilds zum Barfußlaufen (wie in Äthiopien ...) auch, dass meine Frau unserem Sohn recht direkt Mut gemacht hat, die Wanderung bei der Klassenfahrt barfuß zu machen - hätte ich jedenfalls nicht drauf wetten wollen ! Insofern doch eine positive Geschichte.
Serfuß Georg

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