Lorenz'
barfüßige Ausflugempfehlungen für Oberbayern
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2000)
Hallo Barfußläuferinnen und Barfußläufer, als Praktiker in Sachen barfuß lässt mir das schöne Wetter kaum Zeit für Forumsdiskussionen, dafür habe ich in letzter Zeit einige schöne Ausflüge gemacht:
Freilichtmuseum
Glentleiten :
Nahe der Autobahn München Garmisch, Ausfahrt Murnau gelegen, sind hier Dutzende
alter Bauern- und Handwerkeranwesen aufgebaut worden, genauso wie sie früher
eingerichtet waren. Außerdem alte Mühlen, die zum Teil wieder funktionsfähig
gemacht wurden. Gerade die Technik unserer Vorfahren nötigt viel Bewunderung
ab.
Die Wege in diesem Gelände sind geschottert und nicht so angenehm, wie sich
wohl früher die Dorfstraßen unter den Füßen angefühlt haben. Ich habe vor
allem das Erlebnis genossen, die Böden der Anwesen so unter meinen Füßen zu
spüren, wie die Generationen von früheren Bewohnern (die am Luxusartikel Schuh
vermutlich wenig Bedarf hatten).
Paterzeller Eibenpfad
: Zwischen Weilheim und
Wessobrunn befindet sich der größte natürliche Eibenbestand Deutschlands in
einem von Bachläufen malerisch durchflossenen Areal.
Dort ist ein Lehrpfad von
knapp 2 km angelegt, der bemerkenswerterweise zu 2/3 mit Holzmulch befestigt ist
- wunderbar baren Fußes zu begehen! Der Rest ist geschotterte Forststraße -
man kommt auch drüber weg.
Das Ganze bietet Ruhe und Romantik für barfüßige
Naturgenießer und Information für biologisch Interessierte.
Sauschütt bei
Grünwald : Vergangenes Wochenende war ich
bei einem Waldlehrpfad südlich München, der neben
verschiedenen anderen Attraktionen auch einen Barfußpfad von ca. 100 m Länge
hat. Den habe ich mit meiner Familie ausführlich abgelaufen und für sehr gut
befunden, obwohl er gerade im Baustellenzustand war.
Ich sah einige Kinder, die
auch danach barfuß blieben, sich aber auf dem Kies der übrigen Wege eher
unbeholfen weiterbewegten. Ich hatte wie üblich keine Schuhe dabei und verpasste
mir also ein intensives Sohlentraining, das mir keinesfalls schadete.
Murnauer Moos
: Ein paar Sonnenstrahlen kamen
auch heute durch und erwärmten den Boden, so dass ich Lust zum barfüßigen
Wandern bekam. Meine Familie wollte nicht, und so machte ich den 12km - Rundweg
durch das Murnauer Moos alleine ( Beschreibung dieser Tour).
Viel Schotter lag zwar auf dem Weg, aber er war einigermaßen
gleichmäßig und begehbar. Immerhin musste ich nicht auf Schritt und Tritt auf
den Boden schauen, sondern konnte auch die schöne Landschaft genießen.
Das
Kernstück des Mooswegs ist die Strecke durch ein Hochmoor in Form eines
Bretterwegs auf Stützen - für Naturfreunde sehr interessant, z.B. der
Sonnentau, der zwischen dem Torfmoos wächst. Auf diesem Abschnitt ging ich an
einem Vater mit 10-jähriger Tochter vorbei, die da mit einem Stecken in einer
Pfütze stocherte. Nach einem kurzem Stück hielt ich am Waldrand inne, um noch
einmal ins Moor zurückzuschauen; da kamen die beiden - und das Kind trug die
Schuhe in der Hand! Ein paar Schritte weiter warteten auch die Mutter und die
jüngere Schwester, die auch gleich die Schuhe auszog.
Natürlich ergab sich ein
Gespräch, ich wurde einen meiner Barfuß - Flyer
los und machte mit den Kindern
spontan ein Geschicklichkeitsspiel für die Füße (Stöckchen weiterreichen).
Toll, wie bewegliche Zehen die hatten! Die Eltern sagten auch, dass die Kinder
zu Hause sehr viel barfuß laufen würden.
Ich wanderte dann mit den netten
Leuten weiter und die Kinder liefen noch an die 6 km barfuß weiter, obwohl es
teilweise über grob geschotterte Wirtschaftswege ging - und obwohl die Eltern
mehrmals fragten, ob sie die Schuhe wieder anziehen wollten, aber dann die
begeisterten Barfüßerinnen doch gewähren ließen.
Nachdem kürzlich hier im
Forum einiges über elterliche Unvernunft geschrieben wurde, war ich sehr
glücklich, hier das Gegenteil zu erleben! Und es ist toll, dass sich immer
wieder nette Kontakte daraus ergeben, dass ich konsequent barfuß laufe.
München : Letzten
Samstag besuchte ich ausführlich den Botanischen Garten in München und den Park
von Schloss Nymphenburg. Leider sind die Wege mit scharfkantigem Schotter
befestigt und die Rasenflächen gesperrt, so dass die Füße schnell ermüden.
...
Ich bin vielleicht 3 km gelaufen und teilweise auch am Wegrand im Gras. Ich
habe wirklich keinen Ehrgeiz, als Fakir zu glänzen, aber wenn man schon ohne
Schuhe von zu Hause aufbricht, muss man auch mit unvorhergesehenen
Schotterstrecken zurande kommen. Irgendwie baut es auch die Angst vor
Verletzungen beim Barfußlaufen ab, wenn man so etwas durchsteht. ...
Im Botanischen Garten war Tag der offenen Tür, und ich machte eine Führung
mit. Anschließend fuhr ich per Tram in die City und kehrte im Rathaushof ein.
Mit meinen bloßen Füßen war ich ziemlich alleine, in den Menschenmassen im
Citybereich bekam ich im Laufe des Tages lediglich zwei barfüßige Männer (!)
zu Gesicht. Bei Frauen ist allemal der (auch erfreuliche) Trend zu sehr offenen
Sandalen festzustellen.
Mehr (aber immer noch viel zu wenig) barfüßiges Leben
war im Englischen Garten festzustellen. Fazit: in der Kleinstadt sehe ich in
einer Stunde mehr Barfüßige als in der Hauptstadt an einem Tag.
Aber dumm
angequatscht oder gar wegkomplimentiert werde ich weder hier noch dort. Das ist
die gute Nachricht: man hat überall die Freiheit barfuß zu gehen soviel man
will!
Serfuß, Lorenz
Wundert's Dich in München? Ist halt doch eine Zweiklassengesellschaft! Arm
und reich - hochgeknöpft oder gleich ganz nackt. Ich war im Englischen Garten
zuletzt im April unterwegs, war recht angenehmes Wetter für die Jahreszeit. Ich
und meine Frau waren barfuß unterwegs, während andere im Wintermantel
spazieren gingen. Aufsehen erregten wir zwei schon etwas, solange, bis wir am
ersten FKKler vorbeikamen ...
Ein München meidender Füßler, Stefan
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